26.10.2016, 08:20 Uhr

Neues Leben am Hof

Maria, Vera und Stefan Kurath vor der Vollholzmobilie, die komfortabel, aber doch auf ein Minimum reduziert ist

Der Bauernhof von Familie Kurath soll ein mobiler Wohn- und Arbeitsraum werden.

VÖLKERMARKT (sj). Ein außergewöhnliches Projekt zur Wiederbelebung eines Bauernhofes soll in Waisenberg am Hof von Maria Kurath entstehen. Sie wohnt mit ihrer Tochter Vera und Enkel Stefan auf ihrem Bauernhof vulgo Kogelnik, der der älteren Generation auch noch als Gasthaus bekannt ist. Mittlerweile sind die Ställe leer, die landwirtschaftlichen Flächen verpachtet und die Nebengebäude befinden sich in einer Art Dornröschenschlaf. Aus diesem will Familie Kurath den Hof nun wieder erwecken.

Mobil wohnen und arbeiten

Unter dem Titel "Mobiles Wohnen und Arbeiten am Kräuter-Hof Kurath" sollen bis zu acht Vollholzmobilien entstehen, in denen sich Menschen mit guten Ideen im Bereich Landwirtschaft, Unternehmer oder Familien niederlassen sollen, die den Wunsch nach einem gemeinsamen Leben und Arbeiten haben und mit Familie Kurath den Hof weiterentwickeln wollen. "Es gibt so viele Menschen mit Ideen im landwirtschaftlichen Bereich, die aber keinen Bauernhof haben, wo sie diese leben können", erklärt Maria Kurath, "bei uns haben sie die Möglichkeit dazu".

Offen für Ideen

Maria und Vera Kurath selbst haben sich seit Jahren dem Thema Kräuter verschrieben. Das soll weiter ausgebaut und auf Acker- und Wiesenflächen ausgeweitet werden. Um die vielfältigen Fähigkeiten in der Familie zu ergänzen, wird zum Beispiel ein potenzieller Partner gesucht, der Fertigkeiten im Ackerbau mitbringt. "Wir sind offen für Ideen, die die Menschen für unseren Hof mitbringen", sagen Maria und Vera Kurath. Wichtig sei jedoch ein friedliches Miteinander.

Prototyp steht bereits

Der Prototyp einer Vollholzmobilie wurde von der Firma Thoma bereits am Hof aufgestellt. Das rund 35 m² große Haus ist ganzjährig bewohnbar und mit allen nötigen Anschlüssen versorgt. Angedacht ist es, dass sich Interessierte eine solche beliebig erweiterbare "Mobilie" kaufen. Diese kann dann mitgenommen werden, wenn man nicht mehr am Hof leben möchte. "Obwohl das Projekt noch gar nicht offiziell beworben war, kamen bereits 60 Interessierte, um sich das Haus anzusehen", freut sich Kurath.

Zur Sache:


Das Projekt "Mobiles Wohnen und Arbeiten am Kräuter-Hof Kurath" entsteht in Kooperation mit der Gesellschaft für Beziehungsethik, der Thoma Holz GmbH, GEA GmbH, der Landwirtschaftskammer Kärnten und Green Care Österreich.

Auf der Website www.greencare-oe.at finden Interessierte weitere Informationen sowie ein Bewerbungsformular. Wer sich für ein Wohnen und Arbeiten am Kräuter-Hof interessiert, kann sich bis zum 7. Jänner 2017 bewerben.


Eckdaten über den Hof:


Der Hof der Familie Kurath in Waisenberg besteht aus einem Haupthaus und vier Nebengebäuden (ehemalige Stall- und Wirtschaftsgebäude). Des Weiteren zählen 15 Hektar Nutzfläche, die derzeit verpachtet sind, und 15 Hektar Wald dazu.
Das Green-Care-Projekt "Mobiles Wohnen und Arbeiten am Kräuter-Hof Kurath" soll es ermöglichen, dass sich auf Basis der möglichen Kooperation der Hof selbst erhält und für den Unterhalt der dort lebenden Menschen aufkommt.
Die Haltung von Haus- und Nutztieren ist möglich. Erwerbstierhaltung im großen Stil soll es allerdings nicht mehr geben.
2
1
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.