02.11.2016, 09:49 Uhr

Rudener als Koch auf einem Eisbrecher

Daniel Ogris mit dem Eisbrecher "Kapitan Khlebnikow" im Hintergrund

Daniel Ogris arbeitete heuer einige Monate als Koch auf der "Kapitan Khlebnikov" am Polarkreis.

RUDEN (sj). Einen außergewöhnlichen Arbeitsplatz hatte Daniel Ogris aus Ruden in diesem Jahr: Von Juni bis Oktober arbeitete er als Koch auf dem Eisbrecher "Kapitan Khlebnikov" und kochte gemeinsam mit vier weiteren Kollegen täglich für 100 Touristen und ebensoviele Besatzungsmitglieder.

Kein Luxus

Dabei darf man sich diesen Eisbrecher nicht als Luxus-Kreuzfahrtschiff vorstellen. "Es ist alles sehr rustikal eingerichtet, die Gäste hatten keine besseren Kabinen als wir Angestellten", erklärt Ogris. Der Rudener arbeitete in einem internationalen Team, allein die weiteren Köche kamen aus Argentinien und Neuseeland.
Wenn Ogris gerade nicht in der Küche stand, nahm er an Ausflügen teil und sah Eisbären und Seelöwen aus nächster Nähe: "Am besten hat es mir auf Grönland gefallen. Das muss man einfach einmal gesehen haben."

Leidige Seekrankheit

Was dem Rudener weniger gefallen hat, war der starke Seegang des Eisbrechers. Da dieses Schiff zudem sehr hoch gebaut ist, schwankt es auf offener See mehr als andere Schiffe. Die Folge davon war, dass Ogris drei Mal seekrank wurde, einmal davon so heftig, dass er vom Arzt Tabletten bekam: "Ich kam mir vor wie eine Maus in einer Schachtel, die geschüttelt wird."
Dennoch galt es in der Küche zu arbeiten: "Man steht wie ein Skispringer, um die Schwankungen auszugleichen." Damit Teller und Co. nicht auf den Boden fallen, gab es eigene Matten auf den Anrichten, die das Rutschen verhindern.

Ständige Zeitumstellungen

Weiters war es zu Beginn der Reise in Wladiwostok (Russland) 24 Stunden durchgehend hell und während der Monate auf dem Schiff fuhr Ogris durch mehrere Zeitzonen hin und zurück und auch über die Datumsgrenze: "Wir mussten circa 20 mal die Uhren umstellen". Das war eine besondere Herausforderung für den Tag-Nacht-Rhythmus.
Die Reiseroute führte von Wladiwostok nach Kamtschatka, Alaska, Grönland, Spitzbergen und wieder retour. "Solche Reisen sind nicht billig", weiß Ogris. Folglich war auch der Altersdurchschnitt der Touristen 50 plus: "Es gab nur einige Berufsfotografen, die jünger waren."
Ob Ogris sich noch einmal in so ein Abenteuer stürzen würde? "Es ist eine Überlegung wert, aber das geht nur, solange man keine Familie hat", so der Koch, der gerade auf der Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen ist, abschließend.

Steckbrief:


Name: Daniel Ogris
Alter: 37
Wohnort: Ruden
Beruf: Koch
Familienstand: ledig
Hobbys: Tennis, Wandern

Alle Fotos: KK/Privat
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