22.01.2018, 15:06 Uhr

Runder Tisch nach Föhnsturm Yves: Straßensperren behindern Holztransport

Die Waldbauern sorgen sich, dass das Schadholz durch die Straßensperren nicht abtransportiert werden kann (Foto: Büro Benger)

Nach Föhnsturm Yves erschweren Gewichtsbeschränkungen auf Straßen Abtransport des Schadholzes.

BEZIRKE KLAGENFURT LAND UND VÖLKERMARKT. Das Jahr 2017 ging für die Bewohner Unterkärntens weniger erfreulich zu Ende. Der Grund: Föhnsturm Yves. In den Wäldern liegen über 460.000 Festmeter Schadholz am Boden. Nun droht Gefahr durch den Borkenkäfer. Das Schadholz muss weg, denn ab einer Temperatur von acht Grad wird der Käfer aktiv. "Dann sind auch die gesunden Waldbestände massiv in Gefahr", so Forst-Landesrat Christian Benger. 

"Gefahr in Verzug"

Über 50 Waldbesitzer haben sich in einem Schreiben an die Regierung gewandt. Ihr Problem: Aufgrund des Tauwetters verhängen die Gemeinden bzw. die Bezirkshauptmannschaften für einige Gemeindestraßen, über die der Abtransport erfolgt, Gewichtsbeschränkungen, da schwere Lkw aufgrund ihres Gewichtes die Straßen ruinieren, wenn der Untergrund auftaut. So kann aber ein rascher Abtransport des Schadholzes nicht erfolgen. Benger: "Es ist durch die Straßensperren wirklich Gefahr in Verzug." 

Runder Tisch

Daher fand heute, Montag, ein Runder Tisch in Vellach im Gasthaus Podobnik statt. Eingeladen waren die betroffenen Waldbauern, die beiden Bezirkshauptmannschaften, Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer, die Bezirksforstinspektionen und die zuständigen Abteilungen des Landes sowie die Bürgermeister. An die 50 betroffene Bewirtschafter und Behördenvertreter aller Ebenen folgten der Einladung.
„Jeder wird auf jeder Ebene alles tun, damit die Aufarbeitung möglich ist und der Abtransport erfolgen kann. Denn der Schaden, wenn der Käfer kommt, betrifft die gesamte Region, weil der Borkenkäfer vor nichts Halt macht und die gesunden Bestände gefährdet“, wies Benger hin. Der Forstverein spricht von einem möglichen Schaden von sechs bis acht Millionen Festmetern.

Ja zu Einzelgenehmigungen

Die Anwesenden konnten sich darauf einigen, dass nun Einzelgenehmigungen von der jeweiligen Gemeinde für die Aufarbeitungsgeräte ausgestellt werden. Damit werden die jeweiligen Tonnen-Beschränkungen kurzfristig aufgehoben.
Das größte Problem stellt das Straßennetz dar. Landesstraßen, Gemeindestraßen und Forststraßen sind betroffen. Vor allem bei den Gemeindestraßen möchten die Bürgermeister die Tauwetterbeschränkungen nur zum Teil aufheben, weil die Gemeinden ja auch für jeden Unfall haften müssen.

Korridore finden

„Daher richten wir sofort eine Koordinationsstelle ein“, erklärt Benger. Vertreter von der Gemeinde-, der Forst- und der Straßenbauabteilung des Landes sowie von der BH sollen sich nun das Straßennetz anschauen und Korridore sowie Routen festlegen, die den Abtransport sicherstellen können.
„Man rechnet bei möglichen Straßenschäden bei Gemeindestraßen von Sanierungskosten in Höhe von 150.000 bis 200.000 pro Kilometer. Wenn wir die Korridore und Routen vorliegen haben, können auch diese drohenden Maximalschäden berechnet werden. Denn für die Sanierung müssen Land und Gemeinden gemeinsam aufkommen“, so Benger.

Zur Sache:

Fixiert wurde beim Runden Tisch eine Zwischenfinanzierung für die Gemeinden über den Regionalfonds.
Außerdem wurden sieben Gemeinden jeweils 5.000 Euro zur Verfügung gestellt, damit sie beim bisherigen Abtransport die Reinigung der Straßen vornehmen können.
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