Ein großer Dank an alle Helfer

Im Kainacher Gemeindeamt liefen bei den drei vergangenen Hochwasser-Katastrophen die Fäden zusammen.
  • Im Kainacher Gemeindeamt liefen bei den drei vergangenen Hochwasser-Katastrophen die Fäden zusammen.
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Die heurigen Wetterkapriolen trafen die Gemeinde Kainach mit voller Wucht. Was ist genau passiert?
Viktor Schriebl: In der Nacht vom 24. auf 25. Juli ging es los. Es hat rund 30 Minuten sintflutartig geregnet wie noch nie zuvor in der Gemeinde. Binnen Minuten wurden aus den kleinen Bächen reißende Flüsse. Sechs Tage später, am Samstag, dem 30. Juli, kam der nächste Starkregen und am Freitag, dem 5. August, ging es schon wieder los. Es war einfach unfassbar, was da passiert ist.

Und dann hatten alle die Hände voll zu tun.
Schriebl: Ich möchte an dieser Stelle einmal ein ganz großes Dankeschön aussprechen. Die Gemeindemitarbeiter haben beim ersten Hochwasser die ganze Nacht durchgearbeitet. Die Feuerwehrleute der FF Kainach und FF Afling, wie auch von umliegenden Wehren, haben Unmenschliches geleistet. Viele Bauern aus unseren Ortsteilen und mehrere Unternehmen halfen mit ihren Gerätschaften. Das rechne ich vor allem den Landwirten, die vom Hochwasser gar nicht betroffen waren, hoch an. Dazu ein großer Dank an die Bevölkerung für die Hilfsbereitschaft und Solidarität. Oft wird an unseren Institutionen wie Bezirkshauptmannschaft oder den Fachabteilungen des Landes Kritik geübt. Ich kann diesen Institutionen (Wildbach- und Lawinenverbau, Ländlicher Wegebau, der Abteilung 7 und 14, sowie unserem Bezirkshauptmann und seinem Team) nur großes Lob aussprechen. Die Mitarbeiter von BH und Land waren immer greifbar, kamen kurzfristig zum Lokalaugenschein nach Kainach, um Unterstützungen ohne großen Bürokratieaufwand freizugeben. Ich kann nur bestätigen, dass im Notfall die Logistik greift. Ich bin sehr stolz auf unsere Leute, sie haben großartige Freiwilligkeit bewiesen.

Sind die gröbsten Schäden schon behoben?
Unmittelbar nach dem ersten Hochwasser arbeiteten wir mit Baggern, um Verklausungen zu beseitigen und Schäden zu reparieren. Bei den Wildbächen und im Wegebau hatte die Wiederherstellung der Infrastruktur - also die Wege befahr- und begehbar zu machen - oberste Priorität. Außerdem mussten wir Gefahrenquellen beseitigen. In dieser Stufe sind wir immer noch. Erst dann werden kleinere Schäden, die nicht zur obersten Prioritätsstufe gehören, abgearbeitet. Ich bin nur froh, dass keine Menschen zu Schaden kamen, da hatten wir großes Glück. In einer solchen Katastrophe bin auch ich als physischen Grenzen gestoßen, aber das Positive überwiegt bei weitem.

Das Hochwasser rückte andere Projekte der Gemeinde etwas in den Hintergrund.
Ja und nein. Klar war hier Krisenmanagement gefragt. Das heißt aber nicht, dass andere große Projekte in Kainach ruhen. Denn mit der Sanierung von zwei Volksschulklassen hatten wir ein zeitkritisches
Projekt, das mit Schulbeginn fertig sein musste. In zwei Klassen wurden die Isolierung und der Wandverputz erneuert, außerdem wurden die Böden abgeschliffen. Mittelfristig steht die Dachsanierung an, da gibt es aber noch keinen fixen Zeitpunkt. Schade nur, dass es zu keiner Schulsprengeländerung gekommen ist. Durch die neue Großgemeinde hätte es Sinn gemacht, wenn alle Kainacher Kinder in die Kainacher Volksschule gehen würden, schon allein wegen des Zusammenhalts und vieler Freundschaften unter den Kindern.

Welche Vorhaben wurden für das Jahr 2016 in der Gemeinde geplant?
Da wir ein Gebiet von ca. 8.500 Hektar Fläche betreuen, ist es unerlässlich, weitere Straßen zu sanieren. Das passiert laufend. Dazu kommt der Zubau der Lagerhalle, weil die Gemeinde einige neue Gerätschaften angekauft hat. Was gibt es sonst noch Neues? Unsere Pfarre musste sich nach dem plötzlichen Tod unseres Seelsorgers und Alt-Dechants Engelbert Buc neu orientieren, da geht mein Dank an den Pfarrgemeinderat mit dem geschäftsführenden Obmann Gottfried Gruber an der Spitze und Schwester Lima, die zusammen mit den Franziskanerpatern die Zeit bis zur Neubestellung perfekt überbrückt und Gottesdienste organisiert bzw. geleitet haben. Seit 1. September ist der Bärnbacher Winfried Lembacher auch für die Pfarre Kainach zuständig. Am 11. September gibt es im Rahmen unseres Pfarrfests den ersten offiziellen Auftritt unseres neuen Pfarrers. Erfreulich ist, dass es in Kainach jeden Freitag und Sonntag einen Gottesdienst gibt.

Was ist an Veranstaltungen los?
Am 10. September wird ein Krämer- und Flohmarkt veranstaltet, alle Gemeindebürger können ab 7 Uhr daran teilnehmen. Am 17. September findet der traditionelle Viehabtrieb von Roßbach und Pussor ab 12 Uhr beim GH Sauer statt. Und am 20. September wandern die Lipizzanerstuten von der Brendlalm zum Reinthalerhof und machen um 10 Uhr am Kainacher Dorfplatz Station. Der Almabtrieb zieht immer mehr Gäste an, auch unsere Volksschul- und Kindergartenkinder sind dabei.

Was tut sich sonst noch?
Wir suchen für das nächste Jahr einen Pächter des Sunfixl-Heurigen. Und ich freue mich, dass der SV Kainach als Fußballklub wieder eigenständig ist. Wir wollen keinen Spitzenfußball in Kainach, sondern einen Verein, der Jugendarbeit betreibt und einen regulären Meisterschaftsbetrieb garantiert, damit unsere sportliche Infrastruktur auch genutzt wird.

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Mehr zum Ortsporträt Kainach:
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