Corona-Impfung
So steht es um die Totimpfstoffe

Der weststeirische Virologe Florian Krammer berichtet Neues über die Totimpfstoffe.
  • Der weststeirische Virologe Florian Krammer berichtet Neues über die Totimpfstoffe.
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  • hochgeladen von Harald Almer

Der Virologe Florian Krammer zählt in New York zu den renommiertesten Viren-Forschern der Welt. Der Packer maturierte im BG/BRG/BORG Köflach und berichtet Neuigkeiten über die Corona-Totimpfstoffe.

NEW YORK. Am Dienstag gab der weststeirische Virologe Florian Krammer ein "Update" zum Thema Totimpfstoffe gegen Corona. Hier die wichtigsten Infos:
Grundsätzlich gibt es im europäischen Zulassungsprozess für Impfstoffe zwei Stufen. In der ersten Stufe (rolling review) können Hersteller von Impfstoffen Daten und Ergebnisse an die Behörde liefern, auch wenn der Impfstoff noch nicht fertig entwickelt ist, das beschleunigt am Ende die Zulassung. Der Antrag für die zweite Stufe (conditional marketing authorisation application) muss dann alle Daten für die Zulassen enthalten. Nachdem die Behörde das Datenpaket erhalten hat, kann es innerhalb von Wochen bis Monaten zu einer Zulassung kommen.

Novavax in Stufe 2

Ein Impfstoff von Novavax befindet sich derzeit in dieser zweiten Stufe. Laut Krammer handelt es sich dabei um keinen Totimpfstoff, sondern um einen rekombinanten Proteinimpfstoff (wie HPV oder Hepatitis B). Derzeit wird dieser Impfstoff nur in Indonesien verwendet. Er könnte heuer noch zugelassen werden und die EU hat 200 Millionen Dosen bestellt. Die Herstellerfirma kommt aus den USA, doch da wurde noch kein Zulassungsantrag gestellt. Die US-Behörde bezweifelt, dass der Impfstoff in großen Mengen in der nötigen Qualität hergestellt werden kann. Laut Krammer ein guter Impfstoff mit ähnlichebn Daten wie Pfizer und Moderna, aber es ist unklar, ob er heuer noch kommt und ob er dann geliefert werden kann.  

In Stufe eins

In der ersten Stufe befinden sich ein weiterer rekombinatner Proteinimpfstoff (von Sanofi), ein viraler Vektorimpfstoff (Sputnik) und ein chinesischer Totimpfstoff (Sinovac), aber keiner dieser Impfstoffe kommt wahrscheinlich vor Mitte 2022 auf den Markt. Bei Sputnik und Sinovac ist es unklar, ob die Hersteller die Daten, welche die Behörde braucht, überhaupt liefern können. 

Nicht vor Mitte 2022

Dann gibt es noch den Totimpfstoff von Valneva - eine österreichisch-französische Firma. Der Impfstoff hat recht gute Daten in Phase 3, laut Krammer nicht ganz so gut wie Pfizer und Moderna). Allerdings ist dieser noch nicht einmal in der ersten Stufe und kommt sich nicht vor Mitte 2022. 

Warten hat keinen Sinn

"Realistischerweise wird keiner der oben genannten Impfstoffe schnell verfügbar sein", so Krammer. "Alle diese Impfstoffe zeigen in Phase 3-Studien keine schweren Nebenwirkungen, allerdings wissen wir von Johnson&Johnson, Moderna, AstraZeneca und Pfizer, dass es zu sehr seltenen Nebenwirkungen kommen kann. Milliarden Menschen haben diese Impfstoffe bekommen und wir kennen uns damit sehr gut aus. Wir wissen, was schief gehen kann und wir wissen, wie selten es vorkommt. Das kann man von den neuen Kandidaten noch nicht sagen. Es sind wahrscheinlich sehr gute Impfstoffe, aber mögliche, wenn auch seltene Probleme, können wir erst dann entdecken, wenn Millionen Menschen damit geimpft sind." Krammer empfiehlt die mRNA-Impfstoffe von Pfizer und Moderna. "Ich kann nur empfehlen, sich jetzt impfen zu lassen. Warten macht keinen Sinn."

Ein großer Sohn unserer Weststeiermark:

Vom BG/BRG Köflach zum Virologen in New York

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