Reischl Hans – eine Voitsberger „Kastanien“- Legende

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Der 77jährige pensionierte Glasfabriksarbeiter ist mit seinem Kastanienstand, den er gemeinsam mit seiner Gattin Rosemarie seit dem Jahre 1965 betreibt, während der Öffnungszeiten ein Dreh- und Angelpunkt im Voitsberger Stadtleben. Dort werden täglich die neuesten Meldungen analysiert und bewertet. Seine verstorbene Mutter führte den Stand seit dem Jahre 1940 bis zur Übergabe 1965. Hans half Mutter Aloisia bereits seit seinem 12. Lebensjahr und ist somit seit 65 (!) Jahren in diesem Geschäft.

In der Regel ist Reischl jährlich vom 20. September bis 8. Dezember in der Zeit zwischen 8.30 Uhr und 17.00 Uhr präsent.

Seit dem Jahre 1965 befindet sich der Stand am jetzigen Standort Michaeliplatz, vorher, die älteren Leser werden es noch wissen, war der Standort, anfangs nur mit einem Sonnenschirm, auf der Insel vor der Glaserei Diener nahe dem Fußgängerübergang. Somit gibt es seit 77 Jahren Kastanien von der Familie Reischl.
Ohne dem Entgegenkommen der Stadtgemeinde Voitsberg wäre es ohne private finanzielle Zuwendung nicht möglich, den Stand zu betreiben. Des weiteren ist die Familie Reischl jährlich zu Allerheiligen am Stadtfriedhof Voitsberg seit dem Jahre 1940 vertreten. Von den zahlreichen Kunden aus Nah und Fern wird ihm attestiert, dass er die besten Kastanien weit und breit verkauft.

Die Maßbecher, welche Reischl heute verwendet, stammen noch aus der Zeit seiner Mutter, welche dort schon geeicht wurden. In seiner aktiven Berufszeit in der Glasfabrik Voitsberg nahm er jährlich 2 Wochen unbezahlten Urlaub und 2 Wochen Gebührenurlaub, um den Stand zu betreiben. „Wegen des Geldes“, so Reischl, „habe ich dies nie gemacht. Mich freut der Umgang mit den Leuten und die Liebe zum Kastanienbraten. Seitens des Gesetzgebers ist es seit 2016 nicht mehr erlaubt, Zeitungspapier als Tüte für die Kastanien zu verwenden. Enorme Preissteigerungen beim Einkauf führten dazu, dass heute für ¼ Kastanien der Preis von € 3,00 verlangt werden muss, um die Betriebskosten zu decken. Vor Jahrzehnten kostete ¼ 1,50 Schilling. Der Umsatz ist in den letzten Jahren auch zurück gegangen“, so Reischl.

Sollte es die Gesundheit zulassen, möchte Reischl noch einige Jahre die Leute mit seinen Kastanien versorgen und ein Mittelpunkt im Leben der Stadt Voitsberg in der Herbstzeit bleiben.

Text und Fotos: Walter Ninaus

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