Starke Frauen
Der Klimawandel betrifft jeden

Beatrice Rieger und Julia Glas hatten beim Projekt "Starke Frauen" viel Spaß und sammelten Erfahrungen.
  • Beatrice Rieger und Julia Glas hatten beim Projekt "Starke Frauen" viel Spaß und sammelten Erfahrungen.
  • Foto: HAK Voitsberg/Zotter
  • hochgeladen von Selina Wiedner

1. Frage: Welchen Beitrag leisten Sie privat zur Erhaltung der Umwelt?
2. Frage: Welchen Beitrag leisten Sie in Ihrem Unternehmen?
3. Frage: Sind Sie besorgt, wenn Sie an die Zukunft der Umwelt denken, und warum?
4. Frage: Was muss sich ändern, damit unsere Umwelt nachhaltig geschützt wird?

Teilnehmerinnen

Bärbel Rudres: Sie betreibt das Orthopädie-Schuhgeschäft in Köflach und ist spezialisiert auf fußgerechte Schuhe für die ganze Familie.
Beate Brandstätter: Seit 2016 Geschäftsführerin von Cellstar Kosmetik mit Onlinehandel.
Lisa Zaff: Inhaberin von Zaff Clothes und Zaff Second Clothes in Rosental. Sie ist Skibob-Weltmeisterin und Weltcup-Siegerin.
Beate Rabensteiner: Die Café-Konditorei Gensinger am Voitsberger Hauptplatz trägt zusammen mit ihrer Tochter Iris ihre Handschrift.

1. Bärbel Rudres: Die Medien berichten ständig, wie der CO2-Ausstoß, der offensichtliche Hauptgrund für den Klimawandel, stetig steigt, und das weltweit. Offenkundig hat es also früher viel weniger Umweltverschmutzung gegeben. Wenn ich mich frage, woran das liegt, ist sicher eine der wichtigsten Ursachen, dass man nicht wegen jeder Kleinigkeit ein Auto verwendet hat. Man muss nicht in das weit entfernte Einkaufszentrum auf der grünen Wiese fahren, solange man die täglichen Erledigungen bequem daheim erledigen kann. Ich decke meine Alltagseinkäufe regional und überdies saisonal, da ich es auch widersinnig finde, im Februar Erdbeeren zu kaufen. Darüber hinaus bin ich in der glücklichen Lage, nebenbei einen eigenen kleinen Bio-Bauernhof betreiben zu dürfen, der mich und meine Familie das gesamte Jahr über mit frischem Obst und Gemüse, aber auch Fleisch und Eiern versorgt. Dabei liegt mir das Wohl unserer Tiere ganz besonders am Herzen. Regional einzukaufen hilft nicht nur der Umwelt, sondern auch den Betrieben vor Ort, das sichert Arbeitsplätze und Lehrstellen, stärkt die Region und verhindert nahhaltig die Abwanderung. Außerdem ist es schön zu sehen, wie die Heimatstadt blüht, da kann ich gut und gerne auf künstliche „Bespaßung“ in der schlechten Luft der Einkaufstempel verzichten. Für den Weg in die Arbeit nütze ich darüber hinaus Fahrgemeinschaften, das spart CO2 und außerdem Geld.
Beate Brandstätter: Bei uns wird der Müll sehr genau getrennt und mit Lebensmitteln gehen wir sehr bewusst um, es wird nichts weggeworfen und alles verwertet. Beim Einkaufen nehme ich seit vielen Jahren entweder eine Klapp-Box oder eine Stofftasche, damit ich so wenig Plastik als möglich verwende.
Lisa Zaff: Ich kaufe regional um lange Transportwege zu vermeiden und versuche Plastik so gut es geht einzusparen. Auf die Natur achten, die uns mit so vielen lebenswichtigen Dingen versorgt.
Beate Rabensteiner: Umweltfreundliche Putzmittel, kein Plastik, strikte Mülltrennung. Schon beim Einkaufen achte ich auf die Verpackung. Wenn die Möglichkeit besteht, verzichte ich auf das Auto. Wenn es geht, umweltfreundlich heizen und bei der Kleidung auf die Qualität und Herkunft achten. Außerdem werfe ich nicht alles gleich weg.

2. Rudres: Die Möglichkeiten, die man hinsichtlich Umweltschutz im Handel hat, werden weithin unterschätzt. Je kürzer die Transportwege, desto geringer die Schadstoffemission. Gerade bei Schuhen, wo ja die Billigware unter unmenschlichen Bedingungen in Fernost (z. B. Bangladesh) gefertigt wird, kann man ganz bewusst gegensteuern. Ich beziehe meine Waren – auch Taschen und Accessoires – hauptsächlich von österreichischen Produzenten bzw. – wo dies nicht möglich ist – wenigstens aus der Europäischen Union. So ist auch gewährleistet, dass die Tiere, von denen das Leder stammt, unter den relativ strengen heimischen Regeln gehalten werden, welche auch entsprechend kontrolliert werden. 
Darüber hinaus vermeide ich in meinem Geschäft Verpackungsmaterial, wo es möglich ist. Plastiksackerl gehören bereits seit einem Jahr der Vergangenheit an, meine Kunden erhalten Papier- oder wiederverwendbare Stofftaschen kostenlos zu ihrem Einkauf. Mitunter kann man auch gänzlich auf das Sackerl verzichten, da ja Schuhe meist ohnehin bereits in einer Kartonverpackung verkauft werden. Hier kann man durchaus auch etwas pädagogisch auf die Kunden einwirken und fragen, ob überhaupt eine zusätzliche Verpackung benötigt wird.
Brandstätter: Für alle unsere Kosmetikverpackungen verwenden wir geruchsneutralen, wasserlöslichen und umweltfreundlichen Lack und drucken alle Kartons klimaneutral.
Zaff: Mit unserem Second Hand Shop können wir unseren Teil zur Nachhaltigkeit betragen, indem einwandfreie und trendige Markenartikel ein zweiten Zuhause bekommen.
Rabensteiner: Wir kaufen regional, trennen den Müll und kaufen Schlag, Milch etc. in 10-Liter-Gefäßen und nicht in kleinen Verpackungen. Wir achten sehr auf kurze Transportwege.

3. Rudres: Selbstverständlich bin ich besorgt, wer ist das nicht? Ich bin ja nicht der President of the United States, der den Klimawandel beharrlich leugnet, obwohl es evident ist, dass er stattfindet. Extreme Klimaereignisse legen in immer größerer Häufung ständig Zeugnis davon ab. Ich versuche daher, wie viele andere Österreicher auch, in meinem persönlichen Umfeld möglichst nachhaltig zu leben, in meiner Familie ebenso wie in meinem Team im Unternehmen. Es mögen zwar immer nur Kleinigkeiten sein, die man als Individuum beitragen kann, aber in Summe kann man schon etwas bewegen, und wenn viele oder alle es tun, umso mehr. Mut macht mir dabei, zu beobachten, wie die heutige Jugend den Umweltschutz thematisiert. Die Milennials sind der Politik gegenüber sehr aufmerksam und kritisch, und das ist gut so. Schließlich geht es ja auch um eine lebenswerte Erde in ihrer persönlichen Zukunft. Meine Generation hat schon viel erlebt, wir haben die verdreckten Flüsse ebenso in den Griff bekommen wie die durch den sauren Regen abgestorbenen Wälder. Der Kampf gegen die CO2-Emissionen wird ein ungleich härterer – und zweifellos mit stärkeren Einschränkungen unserer bisherigen Lebensweise verbunden. Aber wenn wir alle an einem Strang ziehen, und hier ist auch die Politik eingeladen, werden wir auch das hinbekommen, unseren Kindern zuliebe. Dass wir uns dabei von der Jugend befruchten – und mitunter auch kritisieren – lassen, liegt in der Natur der Sache. Aber es liegt auch an uns, der Nachfolgegeneration etwas vorzuleben, an dem sie sich orientieren kann.
Brandstätter: Da wir beruflich und privat viel im Ausland sind, sehen wir natürlich in den Großstädten große Umweltbelastungen so wie in China oder Amerika, dies gibt einem schon zu denken. In Österreich leben wir noch in einer sehr sauberen Umwelt mit guter Luft und frischem Wasser auf unseren Bergen.
Zaff: Ja schon und uns muss auch bewusst werden, dass wir die erste Generation sind, die den Klimawandel zu spüren bekommt und die letzte, die etwas verändern kann.
Rabensteiner: Ja. In Österreich wir Umweltschutz ja sehr wichtig genommen. Wenn man dagegen in anderen EU-Ländern genau schaut, da gibt es nicht einmal Mülltrennung. Noch schlimmer ist es auf anderen Kontinenten.

4. Rudres: Noch vor einigen Jahren dachte ich, wenn jeder seinen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten würde, wäre das bereits genug, um die Erde nachhaltig zu schützen. So richtig und wichtig das alles ist: Es scheint nicht genug zu sein. Es bedarf wohl Mahnahmen der Politik und gesetzlicher Regelungen, um das Problem mittel- und langfristig zu lösen. Und auch die besten Gesetze helfen nichts, wenn sie nicht rigoros kontrolliert und bei Zuwiderhandeln hart bestraft werden. Wenn ich derzeit in den Medien von Tiertransporten von Österreich über Spanien in den Libanon höre, bleibt mir die Spucke weg. Das ist illegal, aber die Betreiber solcher Machenschaften werden erst damit aufhören, wenn ihnen eine Strafe droht, die sie nicht aus der Portokasse bezahlen.
In den Medien heißt es stets, der Kunde sei König und bestimme durch sein Einkaufsverhalten, unter welchen Bedingungen die Produkte, die er kauft, erzeugt werden. Das stimmt grundsätzlich schon, nur muss man den Kunden auch die Möglichkeit einräumen, aufgrund entsprechender Informationen nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Nun ist beispielsweise in Österreich die Käfighaltung von Hühnern gottlob endlich verboten, aber solange bei Fertigprodukten nicht angegeben wird, woher die Eier stammen, hat es der Konsument schwer. Ebenso verhält es sich in der Gastronomie: Das Fleisch im Geschäft lässt sich bis zum Bauernhof zurückverfolgen, was aber mancher Wirt serviert, ist – abgesehen von wenigen löblichen Ausnahmen – nicht nachvollziehbar. Hier könnte der Gesetzgeber durch verpflichtende Kennzeichnung viel zum Umweltschutz beitragen, und – positiver Nebeneffekt – die klein strukturierte heimische Landwirtschaft mit ihren hochwertigen Produkten unterstützen.
Brandstätter: Wenn jeder für sich bewusst mit den Lebensmitteln, der Energie und dem Müll umgeht, wäre schon der erste Schritt getan. Aber natürlich wäre es am Wichtigsten, dass die großen Industrieländer wie China, Indien und Amerika strengere Gesetze für den Klimaschutz erlassen.
Zaff: Der Plastikkonsum muss drastisch gesenkt werden. Lebensmittel aus der Region kaufen und das Auto öfter Mal stehen lassen, wenn es auch noch so bequem wäre.
Rabensteiner: In großen Ländern wie China oder Amerika sollte einmal angefangen werden unsere Umwelt nachhaltig zu schützen. Österreich ist ein kleines Land und sie können uns schon als Vorbild sehen. Auf die "kleinen Unternehmen" sollte mehr geachtet werden und unsere Bevölkerung sollte nicht bei Amazon etc. bestellen. Wir sollten mehr der eigenen Umgebung einkaufen, dass die Wirtschaft belebt wird.


Mehr zum Thema:
Starke Frauen in der Lipizzanerheimat



Bereits zum fünften Mal durften Schülerinnen und Schüler der BHAK Voitsberg Zeitungsluft schnuppern und auch heuer wieder zum großen Sonderthema journalistisch tätig werden. Die Ergebnisse findet ihr hier auf unserer Themenseite.

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Autor:

Selina Wiedner aus Voitsberg

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