Erwin Dirnberger
Der Zuzug ist ungebrochen

Das neue Gemeindeamt in Söding-St. Johann wächst, die Fertigstellung ist im Frühjahr 2021 geplant.
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Söding-St. Johann gilt als Zuzugsgemeinde. Hat sich an diesem Trend etwas verändert?
Erwin Dirnberger: Ganz im Gegenteil. Wir haben die Revision des örtlichen Entwicklungskonzepts und des Flächenwidmungsplans erledigt, wobei es hier unglaublich viel zu berücksichtigen gibt, wenn neues Bauland ausgewiesen wird: Lärm, Hochwasserüberflutungsflächen, neue Straßen und so weiter. Im Gemeindegebiet werden vier größere Geschoßwohnprojekte mit ca. 100 Wohnungen verwirklicht, auch die Nachfrage nach Einfamilienhäusern und Grundstücken ist groß. Da unsere Gemeinde heuer zwei Mal vom Hochwasser betroffen war, haben wir einen Wasserbautechniker beauftragt, um diverse Schutzmaßnahmen setzen zu können.

Derzeit laufen ja einige große Projekte in Söding-St. Johann.
Dirnberger: Der Bau unseres Gemeindeamts und der Polizeiinspektion im gleichen Gebäude schreitet ebenso voran wie das zweite Gebäude, in dem unsere praktische Ärztin Dr. Marka ihre Ordination haben wird. Wir haben uns entschlossen, weitere Parkflächen zu erschließen. Der Parkplatz vor den Tortenkomponisten wird eine Parkfläche explizit für Kunden und Patienten sein. Entlang der B70 sollen neue Park&Ride-Flächen für rund 60 Autos geschaffen werden. Da wir öffentliche Gebäude errichten, wollten wir als Gemeinde eine Vorbildwirkung erzeugen und werden ein ökologisches Heizsystem mit Erdwärme (Tiefenbohrung) installieren, was aber zu Beginn erhebliche Mehrkosten verursacht. Außerdem errichten wir auf dem Gebäude Photovoltaikanlagen und am Areal wird es einen multimodalen Knoten geben. Mit zwei Ladesäulen und vier Plätzen für E-Autos und eine E-Bike-Box. Dank großzügiger Förderungen von EU, Bund, Land und vom Steirischen Zentralraum muss die Gemeinde nur die restlichen 20 Prozent der Kosten stemmen.

Kommt in unmittelbarer Nähe nicht eine neue Hofer-Filiale?
Dirnberger: Ja, gegenüber vom Gasthaus Reisinger-Pichlingerhof auf der anderen Straßenseite der B70. Die Bauverhandlung und die verkehrsrechtliche Verhandlung wurden von der BH durchgeführt. Hofer hat ein Areal von ca. 18.000 m2 zur Verfügung, rund die Hälfte wird für die neue Filiale benötigt. Auf der restlichen Fläche werden wahrscheinlich neue Bürogebäude entstehen, aber das liegt im Ermessen der Firma Hofer. Fix ist, dass eine neue Einfahrt zum Hofer und zwei Ausfahrten geschaffen werden. Das Verkehrskonzept soll den Durchzugsverkehr verhindern und die Anrainer möglichst wenig belasten.

Wie sieht es mit der Rollau aus?
Dirnberger: Die Voruntersuchungen für das Gewerbegebiet sind abgeschlossen. Die Kosten werden von uns Gemeinden Mooskirchen und Söding-St. Johann getragen und vom Land und dem Zentralraum Steiermark gefördert. Wir müssen zwischen 20 und 25 Prozent der Flächen als Hochwasserschutz zur Verfügung stellen und beginnen nun mit den Verhandlungen mit den Grundeigentümern. Es wird hier auch eine Verlegung der Landesstraße angedacht, um eine direkte Anbindung zum Autobahnzubringer zu haben. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass wir mit so einer Lösung den Durchzugsverkehr bei der Volksschule Söding drastisch minimieren können.

Welche Auswirkungen hat Corona auf Söding-St. Johann?
Dirnberger: Ich rechne damit, dass die Ertragsanteile für das laufende Jahr um zehn bis 15 Prozent zurückgehen, auch die Kommunalsteuer-Einnahmen gehen zurück. In Summe werden wir ein Minus zwischen 500.000 und 800.000 Euro bewältigen müssen, allerdings dürfen wir nicht jammern, weil wir doch einige neue Betriebe in Söding-St. Johann begrüßen können. Auch die Unterstützung des Bundes und des Landes durch das kommunale Investitionsprogramm hilft uns in den Gemeinden sehr. Natürlich litt auch das Vereinsleben unter der Krise massiv. Zum Glück sind unsere rührigen Vereine sehr kreativ und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen, obwohl sehr viele Veranstaltungen heuer nicht stattfinden konnten.

Ein Wort zur Bildungsinfrastruktur in der Gemeinde.
Dirnberger: Wir sind mit zwei Volksschulen, die beide als Ganztagsschulen geführt werden, sehr gut aufgestellt, auch unsere zwei Ganztageskindergärten und die Kinderkrippe sind voll ausgelastet. Weiters haben wir eine Kooperation mit einer privaten Kinderkrippe. Wir versuchen als Gemeinde, diese Infrastruktur laufend den Bedürfnissen der Familien anzupassen. Wir vergessen aber auch die älteren Menschen nicht und daher soll in Söding-St. Johann ein Pflegeheim mit 120 Betten dank eines privaten Investors in den nächsten zwei Jahren entstehen. In den nächsten zwei Jahren soll das Haus stehen.

Und der Sport?
Dirnberger: Die Entscheidungsfindung, welche Trainingsmöglichkeit wir für unsere Bundesliga-Ringer finden, geht in die finale Phase. Faktum ist, dass der bestehende Festsaal in Söding dringend sanierungsbedürftig ist. Ich kann mir vorstellen, hier die Ringer fix zu installieren. Ob wir eine eigene Veranstaltungshalle errichten oder die alte ausbauen, steht noch in den Sternen. Bei den Sportstätten werden wir teilweise die Infrastruktur verbessern, weil diese sehr gut angenommen werden.

Das neue Gemeindeamt in Söding-St. Johann wächst, die Fertigstellung ist im Frühjahr 2021 geplant.
Bgm. Erwin Dirnberger hat einige Großprojekte in der Gemeinde laufen.

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