Die größte Gemeinde des Bezirks boomt

Bgm. Kurt Riemer und Vize-Bgm. Heinz Bernsteiner ziehen für Maria Lankowitz an einem Strang.
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  • hochgeladen von Harald Almer

Neues Gemeindeamt, Um- und Zubau des Rüsthauses der FF Maria Lankowitz. Da gibt es für Sie als Bürgermeister und Sie als Vize-Bürgermeister derzeit wohl einiges zu tun?
Kurt Riemer: Nach verschiedensten Planungen und vielen Arbeitssitzungen konnten wir am vergangenen Montag mit dem Spatenstich den Neubau des Gemeindeamts endlich beginnen. Die Projekte Gemeindeamt und Rüsthaus sind eng miteinander verzahnt, weil ja zuerst das Gemeindeamt ins neue Gebäude übersiedeln muss, bevor die letzte Etappe mit dem 1. Stock des Rüsthauses in Angriff genommen werden kann.
Heinz Bernsteiner: Das Ortsbild wird durch die neuen Projekte wesentlich verschönert. Ich habe eine Riesenfreude damit, dass die Neu- und Umbauten jetzt endlich realisiert werden, denn Pläne gab es schon in den 90er-Jahren. Nach vielen Gesprächen mit dem Architekten war klar, dass unsere jetzige Lösung die beste und auch die kostengünstigste ist.

Warum braucht Maria Lankowitz ein neues Gemeindeamt?

Riemer: Durch die Fusionierungen mit den ehemaligen Gemeinden Gößnitz und Salla haben wir mehr Bedienstete und brauchen dadurch mehr Platz. Auch der Archivbedarf hat sich durch die Fusion vergrößert und wir haben ja keinen eigenen Sitzungs- und Trauungssaal. Geheiratet wird in einem Raum der Volksschule. Außerdem haben wir beim Gemeindeamt die gesetzliche Vorgabe, dass es barrierefrei sein muss. Im Vorfeld haben uns das Land Steiermark und der Landesfeuerwehrverband begleitet. Mit der A17 im Land arbeiten wir Hand in Hand, sie erachtet das neue Gemeindeamt als sinnvoll und sparsam, sonst wären die Förderungen nicht geflossen.
Bernsteiner: Beim Rüsthaus zahlen der Landesfeuerwehrverband und die FF Maria Lankowitz dazu. Über ein Jahr haben die Abstimmungen mit allen Institutionen gedauert, es war ein langwieriger Prozess. Der Zeitpunkt, diese Großprojekte zu beginnen, ist günstig, daher nützen wir dieses Zeitfenster.
Riemer: Hier möchte ich explizit meinen Dank an LH-Stv. Michael Schickhofer aussprechen, der uns mit seinem Ressort sehr unterstützt.

Michael Schickhofer war ja am Montag gleich an mehreren Orten in Maria Lankowitz.
Riemer: Nach dem Spatenstich fuhr er zum neuen Pumptrack der Mountainbiker, den wir mit Hilfe von Landesförderungen realisieren konnten. Die Crazy Cross Biker organisieren den Betrieb, immerhin ist die Truppe um Obmann Bernd Mara der größte Mountainbikeverein der Steiermark. Anschließend besichtigten wir das umgebaute JUFA-Hotel, einen weiteren Eckpunkt für unseren Tourismus.

Stichwort Tourismus. Die Gemeinde steht dem geplanten Windpark Stubalm ja kritisch gegenüber.
Riemer: Wir haben uns mit vielen anderen an der Beschwerde an den Bundesverwaltungsgerichtshof beteiligt, weil wir glauben, dass durch den Windpark die Entwicklung am Alten Almhaus massiv beeinträchtigt wird. Unsere Bedenken sind nicht ausgeräumt und wir befürchten, dass in dieser Region mittelfristig bis zu 70 Windräder gebaut werden könnten. Betonen möchte ich, dass weder Franz Penz noch die Energie Steiermark etwas Unkorrektes machen, aber wir wollen Rechtssicherheit haben.
Bernsteiner: Unsere wunderschöne Almen, unser Naherholungsgebiet Altes Almhaus, unser Wandergebiet, das alles ist in Gefahr. Und wenn dann die Lipizzaner doch einmal abgezogen werden, ist das eine volle Kata-strophe für die gesamte Region. Weitere Betreiber stehen schon vor der Türe. Und diese Windräder sind ja riesige Bauwerke.

Kommen wir zur Infrastruktur.
Riemer: Wir haben durch die Fusion ein Straßennetz von rund 200 Kilometern und sind mittlerweile die größte Gemeinde im Bezirk Voitsberg. Wir haben Straßen von 450 m bis 1.650 Metern Seehöhe, da sind Instandhaltung und der Winterdienst eine Herausforderung. Wir investieren heuer wieder 300.000 Euro nur in die Instandsetzung. Dazu kommt noch die Sanierung der Gößnitzstraße, die in mehreren Abschnitten erfolgt und eine Investition von 600.000 Euro bedeutet. Heuer wird noch die Entwässerung in Angriff genommen, im nächsten Jahr wird asphaltiert. Parallel werden wir die Kläranlage in Gößnitz auflassen und Druckleitungen verlegen, damit die Abwässer in die Verbandskläranlage Köflach eingeleitet werden können. Wir arbeiten das Straßensanierungsprogramm, das uns vom Land vorgegeben wurde, in den nächsten drei bis vier Jahren ab.

Ein weiteres Projekt ist das Umfeld der Wallfahrtskirche.

Riemer: Maria Lankowitz ist einer der wichtigsten steirischen Wallfahrtsorte. Daher werden wir den Parkplatz um die Kirche neu gestalten und haben auch die Neugestaltung des Gartens im Fokus. Das neue öffentliche WC sollte bis Ende Juli fertig sein, dann brechen wir die Aufbahrungshalle ab. Neu ist auch die Müllentsorgung für den Friedhof, hier wird es in Zukunft Tonnen statt der hässlichen Container geben.
Bernsteiner: Die Leichenhalle war ein Schandfleck und ich bin froh, dass sie wegkommt. Wir brauchen sie nicht, da wir mit der Antoniuskapelle eine perfekte Aufbahrungshalle haben.

Und was gibt es sonst noch Neues?
Riemer: Jede Menge. Wir freuen uns, dass in Maria Lankowitz die ärztliche Versorgung gesichert ist. Dr. Manfred Raffling bekam einen Kassenvertrag und verlegt seine Ordination in die ehemalige Volksbank-Filiale beim Hotel Herold. Der gebürtige Edelschrotter wird seine Praxis im Herbst eröffnen. Beim Sportplatz wurden die Kabinen komplett saniert, der Verein erneuerte die Kantine. In der VS Gößnitz werden die Schulmöbel sukzessive ausgetauscht. Diese Volksschule genießt dank der gelebten Inklusion einen sehr guten Ruf. In den großen Ferien werden wir die Räumlichkeiten der Ganztagesgruppe in der Volksschule Maria Lankowitz neu adaptieren. Es kommen eine neue Küche, neue Möbel und die Aufenthaltsräume werden neu gestaltet, damit unsere Nachmittagsbetreuung auf dem letzten Stand ist. Und in der Bergmannstraße haben wir von der GKB ein Grundstück angemietet. Dieses wird nun geschottert, um neue Parkplätze zu schaffen. Es gibt schon 53 Mietanfragen. Mit dem neuen Parkplatz können wir die Situation, dass es zuwenig Parkplätze bei dieser Wohnanlage gab, entschärfen.
Bernsteiner: Ich bin froh, dass wir für die Bergmannstraße eine kostengünstige Lösung gefunden haben, das war schon höchste Zeit. Denn die Parkplatzsituation war nicht gerade glücklich.

Ein Wort noch zur Zusammenarbeit mit Kurt Riemer.
Bernsteiner: Ich sehe sie absolut positiv. Wir haben beide das Bestreben, für Maria Lankowitz etwas weiterzubringen. Dass uns außerdem eine enge Freundschaft verbindet, macht die Zusammenarbeit noch leichter.

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