Starke Frauen
Gute Bildung ist der Grundstein

Am 16. März werden auch die Arbeiten von Angelina Grinschgl und Erna Maros präsentiert.
  • Am 16. März werden auch die Arbeiten von Angelina Grinschgl und Erna Maros präsentiert.
  • Foto: HAK Voitsberg/Zotter
  • hochgeladen von Selina Wiedner

1. Frage: Welchen Bildungsweg gingen Sie?
2. Frage: Wie wichtig ist Ihnen hochwertige Bildung?
3. Frage: Was würden Sie den Jugendlichen empfehlen, die vor der Berufs- und Ausbildungswahl stehen?
4. Frage: Wie finden Sie die Bildungsangebote im Bezirk Voitsberg?

Teilnehmerinnen

Kerstin Hausegger-Nestelberger: Regionale Koordinatorin für Bildungs- und Berufsorientierung, Region Steirischer Zentralraum.
Ida Hafner: Leiterin des Kulturzentrums "villahafner" in Maria Lankowitz.
Sonja Hutter: Pädagogische Mitarbeiterin im LFI Steiermark, Obfrau von "ABV mein Job".
Elisabeth Grossmann: SPÖ-Bundesrätin, zuvor Nationalratsabgeordnete und Bildungs-Landesrätin.

1.  Kerstin Hausegger-Nestelberger: Nach dem Besuch einer maturaführenden Schule absolvierte ich das Studium der Soziologie an der Karl-Franzens-Universität Graz sowie Gesundheitsmanagement an der Fachhochschule Kärnten. Die Soziologie beschäftigt sich mit der Analyse von gesellschaftlichen Prozessen, im Bereich Gesundheitswissenschaften befasst man sich mit physischen, psychischen und sozialen Bedingungen von Gesundheit und Krankheit. Beide Studienrichtungen verdeutlichten mir, welchen hohen Stellenwert Bildung sowohl auf der gesellschaftlichen Ebene als auch für ein selbstbestimmtes Leben eines jeden einzelnen hat.
Ida Hafner: Ich ging in die Volksschule Pölfing-Brunn, danach in die Hauptschule Wies, wo der Grundstein für viele meine jetzigen Tätigkeiten gelegt wurde (Chor, Musik, Theater, Kreativität). Die Matura machte ich mit 18 Jahren am BORG Deutschlandsberg. Ich entschied mich, Hauptschullehrerin zu werden und studierte diesen Beruf an der Lehrakademie Graz Eggenberg. Später absolvierte ich einen Kurs für Kulturmanagement.
Sonja Hutter: Ich besuchte die Volksschule und Hauptschule in Groß St. Florian, folgend das BORG musischer Zweig in Deutschlandsberg und und anschließend absolvierte ich das Studium der Klassischen Philologie und Geschichte/Sozialkunde/Politische Bildung an der Karl-Franzens-Universität Graz. Das war sozusagen meine berufliche Erstausbildung, die in der Gesamtheit eine schöne, interessante, aber auch herausfordernde Entwicklungszeit für mich war. In den Jahren danach bzw. bis jetzt besuche ich regelmäßig Weiterbildungen auf Hochschulen oder in Bildungsinstitutionen, die mein Wissen und Können für meine beruflichen Funktionen bereichern und vergrößern. Neben diesen formalen und non-formalen Aus- und Weiterbildungen war und ist vor allem das informelle Lernen für mich sehr wichtig, ermöglicht durch besondere Menschen und interessante Aktivitäten.
Elisabeth Grossmann: Volksschule, Neusprachliches Gymnasium, Jus-Studium, Gerichtspraxis, Fortbildungen im Bereich Management und Rechts- und Politikwissenschaft

2. Hausegger-Nestelberger: Der Zugang zu Bildung ist ein zentrales Menschenrecht. Hochwertige Bildung ermöglicht Selbstbestimmtheit, Gleichberechtigung und Chancengleichheit und ist meiner Meinung nach die Grundlage für kritikfähiges und kreatives Denken. Als Regionale Koordinatorin für Bildungs- und Berufsorientierung freut es mich daher besonders, dass Bildung in der Steiermark einen besonders hohen Stellenwert hat. Berufsentscheidungen sollten kein Geschlecht kennen, sondern entlang der eigenen Interessen und Fähigkeiten und unabhängig von Geschlechterklischees getroffen werden. Deshalb freut es mich, dass im Bezirk Voitsberg auch in diesem Bereich Angebote wie etwa der jährlich am vierten Donnerstag im April stattfindende Girls´ Day oder Boys' Day im November umgesetzt werden.
Hafner: Bildung ist dann hochwertig, wenn sie sich auf die Bedürfnisse und den Wissenshunger der jungen Menschen einstellt und ihnen nicht mit aller "Macht des Notendrucks" alles aufzwängt, was oftmals viel Lebenszeit kostet, kurzfristig abgespeichert wird und dann wieder verschwindet. Dazu ist aber eine mündige Schülerschaft Voraussetzung! Eher selten gelingt es Schulen in unserem Schulsystem und auch Eltern die Freude am Stillen der Neugier lebendig und wach zu halten. Hochwertige Bildung ist also abhängig von den Lernenden - in diesem Sinne sehr wichtig!
Hutter: Hochwertige Bildung im Sinne von Bildungsqualität ist natürlich für jeden Menschen als Individuum als auch für eine Gesellschaft (im Kleinen und im Großen) von prägender Bedeutung. Sie gewährleistet, dass wir mit Wissen und Fähigkeiten ausgestattet sind, die uns ermöglichen, Werte zu entwickeln, zu vertreten und unser Leben bzw. die Gesellschaft zu gestalten. Und dies kann bzw. soll auch in verschiedensten Fachbereichen passieren – denn die Vielfalt an Bildung ermöglicht uns auch ein vielfältiges Leben, in dem man die persönlichen Neigungen und Eignungen einbringen kann.
Grossmann: Sehr. Bildung ist der Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben.

3. Hausegger-Nestelberger: Egal für welchen Bildungsweg ihr euch entscheidet, habt den Mut, euch für jenen Ausbildungsweg zu entscheiden, welcher euren Interessen entspricht. Nehmt euch die Zeit, Informationen über die verschiedenen Ausbildungswege einzuholen, damit ihr auch wirklich eine informierte und eigenständige Entscheidung rund um euren persönlichen Bildungsweg treffen könnt.
Hafner: Beantwortet diese Fragen: Was kann ich gut? Was mache ich gern? Wofür brennt mein Herz? In welchen Teilen der Gesellschaft fühle ich mich besonders wohl? Wie viel Verantwortung kann ich gut auf mich nehmen? Wo lerne ich, verantwortungsbewusst zu leben? Wo kann ich mich für mein selbstbestimmtes Leben weiterbilden und stärken?
Hutter: Ich empfehle, einen Blick auf die eigenen Interessen und Begabungen zu werfen und verschiedene berufliche Tätigkeiten anzuschauen und auszuprobieren, um sich selber mit seinen Stärken besser kennen zu lernen, um sich auszuprobieren und Wünsche und Realitäten abzugleichen. Am allerwichtigsten - egal welche Fachrichtung jemand einschlägt – ist aus meiner Sicht das Feuer und das Herzblut und eine solide fachliche „Erstausbildung“, egal ob Schule, Lehre oder Studium. Gewiss ist, dass sich durch permanente Entwicklungen und Veränderungen die Berufsbilder fortwährend gewandelt haben und weiterhin wandeln werden und somit Weiterbildung aufgrund meiner Erfahrungen, auch im Sinne von Weiterentwicklung, immer notwendig sein wird, um beruflich am Ball zu bleiben.
Grossmann: Zuerst Selbsterkenntnis gewinnen über die persönlichen Eignungen und Neigungen. Dann umfassende Informationen über das Angebot einholen und viel ausprobieren. Und recherchieren, wie die Chancen am Arbeitsmarkt und die Verdienstmöglichkeiten aussehen.

4. Hausegger-Nestelberger: Mit den unterschiedlichen Schulformen beginnend mit dem Kindergarten als erste Bildungseinrichtung, Volksschulen sowie etwa der Polytechnischen Schule, den Mittelschulen, unterschiedlichen maturaführenden Schulen und Fachschulen sowie 185 verschiedenen Lehrberufen haben wir im Bezirk ein sehr breites Angebot an hochwertigen Bildungsmöglichkeiten, aus welchen gewählt werden kann. Als regionale Koordinatorin für Bildungs- und Berufsorientierung ist mir dabei besonders wichtig, dass es im Bezirk vor allem auch zahlreiche kostenlose Beratungsmöglichkeiten vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter gibt, um eine informierte und eigenständige Entscheidung rund um den persönlichen Bildungsweg unabhängig von Geschlechterklischees treffen zu können. Eine Gesamtübersicht aller Beratungsmöglichkeiten ist auf der Homepage des Regionalmanagements zu finden (www.zentralraum-stmk.at/).
Hafner: Ja, es gibt einige Möglichkeiten, wo Jugendliche durch den Schwerpunkt der Schule, ihren Bildungsplatz finden. Und dort hoffentlich zu mündigen Menschen werden dürfen/können.
Hutter: Die formalen Angebote bis zur Volljährigkeit sind durch die verschiedensten Schultypen und Unternehmensbranchen für die duale Ausbildung sehr gut. Danach, sprich für ein Studium oder für spezielle Weiterbildungen, muss man sich meist außerhalb des Bezirkes umschauen. Auf der anderen Seite gibt es aber verschiedenste sehr interessante non-formale Bildungsangebote von diversen Institutionen oder im Rahmen verschiedenster Projekte.
Grossmann: Hervorragend. Wir haben praktisch alle Schultypen und auch Erwachsenenbildungsangebote und das in bester Qualität. Dafür haben wir in den letzten Jahren gesorgt. Tertiäre Bildungsangebote sind per Bahn auch rasch erreichbar.


Mehr zum Thema:
Starke Frauen in der Lipizzanerheimat



Bereits zum fünften Mal durften Schülerinnen und Schüler der BHAK Voitsberg Zeitungsluft schnuppern und auch heuer wieder zum großen Sonderthema journalistisch tätig werden. Die Ergebnisse findet ihr hier auf unserer Themenseite.

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Autor:

Selina Wiedner aus Voitsberg

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