Monty Roberts in Piber: "Ich flüstere nicht mit Pferden"

Monty Roberts erfüllte sich mit dem Besuch des Lipizzanergestüts Piber einen Lebenstraum.
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  • Monty Roberts erfüllte sich mit dem Besuch des Lipizzanergestüts Piber einen Lebenstraum.
  • Foto: Spanische Hofreitschule
  • hochgeladen von Harald Almer

Schon vor dem berühmten Kinofilm "Der Pferdeflüsterer" mit Robert Redford war Monty Roberts bekannt. Seither ist der 82-jährige kalifornische Pferdetrainer auf der ganzen Welt in aller Munde. Am Sonntag demonstrierte er in der Spanischen Hofreitschule seine Künste, am Dienstag machte er einen Abstecher ins Lipizzanergestüt Piber und erfüllte sich damit einen Kindheitstraum. Ursprünglich wäre er eine der Stargäste der "Equinale", dem Pferdefilm-Festival in Wien, gewesen, doch dieses wurde verschoben und wird im Winter in Salzburg stattfinden. Monty Roberts kam trotzdem nach Österreich.

In 40 Ländern

"In Kalifornien schwärmten viele Bekannte über Wien, die Spanische Hofreitschule und Piber", erzählte Monty Roberts. "Mich interessieren die alten Traditionen des Horsemanships außerordentlich und es ist ein Traum, hier zu sein." Der Doppel-Doktor ritt schon mit vier Jahren die ersten Turniere, weil sein Vater eine Reitschule in Salinas hatte. Die harte Kindheit prägte Monty derart, dass er sich schwor, bei Pferden niemals Gewalt anzuwenden. "Gewalt ist nie die Antwort", so sein Credo. "Und so überzeugte er mit seiner Methode "Join Up" seit mehr als 50 Jahren die Pferdebesitzer. 1989 traineirte der ehemalige Rodeo-Reiter auf Einladung der britischen Königin Elizabeth die pferde auf Windsor Castle und wurde ihr offizieller Berater. "Auf dem Weg nach Piber habe ich mit der Queen telefoniert. Im Oktober bin ich wieder mehrere Wochen bei ihr in England."
Rund 80.000 Pferde gingen durch seine Hände, mit 11.000 arbeitete er auf öffentlichen Demonstrationen. In 40 Ländern auf allen fünf Kontinenten war er schon zu Gast, auch die Steiermark kennt er bereits. "Ich flüstere nicht mit Pferden, ich kann das gar nicht", so Monty. "Zum Beispiel habe ich mit russischen Pferden gearbeitet und ich kann kein Russisch. Da hätte das Flüstern überhaupt keine Wirkung." Bei Roberts geht es um Vertrauen und Respekt und natürlich um die Körpersprache. In Deutschland wurde er durch seine Arbeit mit dem Rennpferd Lomitas bekannt. Dieser weigerte sich beim ersten Start, in die Startbox zu gehen und geriet so in Panik, dass ihn fünf Pfleger nicht zu halten vermochten. Roberts beschäftigte sich intensiv mit Lomitas, der danach eine der erfolgreichsten Karrieren als Renn- und Zuchtpferd bestritt.
Roberts - auch mehrfacher Buchautor - braucht zwischen 25 und 40 Minuten, um bei einer Demonstration das Vertrauen das Pferdes zu gewinnen. Und die Lipizzaner? "Ich habe schon mit vielen crazy horses gearbeitet, ein Lipizzaner war nie darunter. Diese Pferde haben einen unglaublichen Charakter und habe größten Respekt vor dieser Rasse." Die Familie Dobretsberger zeigte Roberts in einer "Privat-Audienz" das Lipizzanergestüt, bevor er wieder in seine kalifornische Heimat zu seiner Frau Pat reiste. "Sie ist meine erste Frau. Und meine einzige. Wir sind seit 61 Jahren verheiratet", lächelte Monty stolz.

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