Spezialisten statt Generalisten sind gefragt

Lukas Vogl war Schulsprecher der HAK Voitsberg.
  • Lukas Vogl war Schulsprecher der HAK Voitsberg.
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Du warst Schulsprecher der HAK Voitsberg. Welche Erfahrungen hast du dabei gesammelt?
Die Zeit als Schulsprecher war eine sehr spannende, zumal ich zusammen mit meinem Jahrgang viele Projekte und Veranstaltungen wie den alljährlich stattfindenden Businessabend der HAK Voitsberg mit gestalten durfte. Aber auch bei zahlreichen Projekten und Seminaren einer sehr engagierten Landesschülervertretung habe ich immer wieder viele Erfahrungen gesammelt. Ein Projekt davon war zum Beispiel das sogenannte „Schüler im Parlament“, wo wir gemeinsam mit allen Schulsprecherinnen und Schulsprechern der Steiermark bildungspolitische Themen diskutierten, ausarbeiteten, dann präsentierten und letztlich zur Abstimmung brachten.

Warum hast du dich als Schülervertreter engagiert?
Dazu gekommen bin ich in dem mich eigentlich meine Vorgängerin damals dazu motivierte das zu übernehmen und mich der Wahl als Schulsprecher zu stellen. Nach kurzer Überlegung fand ich Gefallen daran unsere Schule im Sinne der Schülerinnen und Schüler mit zu gestalten. Mein Team und ich organisierten Sommerfeste, Weihnachtsfeiern, Fußballturniere und vieles mehr.

Wie siehst du den Bezirk Voitsberg in Sachen Bildung aufgestellt?
Grundsätzlich sehr gut wir haben ein Gymnasium, eine Hauptschule, die HLW, HTL, HAK und vieles mehr wobei es natürlich in Anbetracht der aus welchen Gründen auch immer sinkenden Schülerzahlen immer schwieriger wird, ganz im Gegentrend zur Unterstufe der Mittelschule. Es muss uns natürlich bewusst sein das für die Attraktivität einer Schule immer wieder, besonders im Hinblick auf die HTL Investitionen notwendig sind. Aus meiner Sicht kann ich nur jeder und jedem raten unser Bildungsangebot in der Region, in welcher Schule auch immer, auf jeden Fall in Anspruch zu nehmen. Da besonders Schulen wie die HAK, die HTL, oder auch das Polytechnikum in Köflach eine fundierte praxisorientierte Ausbildung bieten, die immer mehr IT mit traditionellen Technikdisziplinen, oder wirtschaftlichen Fächern verknüpft. Eine Fachhochschule wäre natürlich wünschenswert um unser Bildungsangebot weiter ab zu runden, dazu würde sich zum Beispiel das ehemalige ÖDK Geländen bestens anbieten.

Hast du einen Tipp, wie Schüler die richtige Ausbildung, die richtige Schulform finden können?
Es ist schwierig hier einen Tipp zu geben. Jeder muss für sich entscheiden wo er seine Interessen sieht und glaubt dass es das richtige für ihn ist. Man sollte auf jeden Fall die Möglichkeiten von Veranstaltungen wie dem „Tag der offenen Tür“ in Schulen nutzen oder z.B. auch Bildungsmessen besuchen. Ein Ansatz wäre natürlich zu schauen was derzeit oder viel wichtiger in Zukunft vom Arbeitsmarkt gefordert wird und sich dann auf dem aufbauend für eine Ausbildung entscheidet. Wobei das natürlich leichter gesagt ist, wenn einem ein Beruf, oder Schultyp nicht interessiert, oder man keinen Spaß daran hat sollte man es lassen.

Wieso hast du dich für die HAK entschieden?
Für mich war das immer klar dass ich nach der Unterstufe im Gymnasium in die Handelsakademie wechseln möchte und es auch immer wieder so machen würde. Schon mein Bruder der elf Jahre älter ist als ich hat die Handelsakademie besucht und war begeistert. Zusätzliche Gründe waren natürlich in weiterer Folge zum einen die Überlegung Betriebswirtschaft zu studieren und zum anderen früher, oder später in unser Familienunternehmen ein zu steigen.

Welche Jobs und dementsprechend welche Ausbildungen und Schulen haben deiner Meinung nach Zukunft bzw. sind aktuell gefragt?
Natürlich werden Ausbildungen, Schulen und Jobs gefragt sein die sich eben mit diesem Thema einer digitalisierten Welt intensiv beschäftigen immer mehr gefragt sein. Ein weiteres Stichwort dabei ist, was man auch immer wieder hört, mehr Spezialisten statt Generalisten. Dieser Trend ist mittlerweile auch bei MBA Studiengängen immer mehr zu erkennen. Vor allem aber auch wird die Kombination aus traditionellen Technikdisziplinen, IT und Wirtschaft immer gefragter. Unter dem Blickwinkel der Robotisierung werden natürlich Soziale- sowie Führungskompetenzen sprich Leadership schon an Bedeutung gewinnen.

Was würdest du am aktuellen Schulsystem ändern wollen?
Bei den Sitzungen zu „Schüler im Parlament“ haben wir immer wieder diskutiert das für Lehrer eigene Eignungstest eingeführt werden sollten, so dass die Schulleitungen vorher erkennen können ob der- oder diejenige überhaupt geeignet ist. Es wäre wünschenswert das Regierungen einmal wirkliche Schul- und Bildungsreformen und keine Reförmichen umsetzen die den heutigen Anforderungen und Standards entsprechen. Marian Mazzucato die Leiterin des Instituts für Innovation und öffentliche Zwecke am University College of London hat einmal beim Forum Alpach gesagt: „Der Staat sollte nicht subventionieren, sondern allererster Investor sein“.

Digitalisierung hält in allen Lebenslagen Einzug, auch in der Ausbildung. Was könnte man an unseren Schulen durch Digitalisierung verbessern?
Grundsätzlich würde ich in den Schulen einmal damit beginnen den Begriff Digitalisierung an sich überhaupt zu definieren und all seine Facetten zu behandeln. Dieses Thema ist so umfangreich und zum Teil durch Begriffe wie Digitalisierung 4.0, digitale Transformation, oder Revolution auch äußerst komplex. Speziell zur Frage der Verbesserungen würde ich schon sagen dass es im Bereich von Digital-Knowledge-Management, sprich Wissen oder Lerninhalte online zu vermitteln auch im Hinblick auf Talenteförderung noch viele Möglichkeiten gibt.

Welche aktuellen Themen - beispielsweise auch dem Bereich Digitalisierung - würdest du in die Ausbildung mit aufnehmen?
Wie schon oben erwähnt den Begriff Digitalisierung an sich zu definieren, wieso nicht ein eigenes Fach Digitalisierung einführen in dem man sich in weiterer Folge Themen wie Robotics, Künstliche Intelligenz, oder Machine Learning widmen kann. Auf jeden Fall ist es wichtig darauf zu schauen was wird außerhalb der Schulen und Bildungseinrichtungen von der Wirtschaft verlangt. Ein Freund von mir der noch die HTL in Voitsberg besucht hat mir erzählt sie beschäftigen sich in Verbindung mit dem Fach Konstruktionsübungen mit dem Thema Virtual Reality und haben dazu eigens eine Mixed-Reality-Brille angeschafft.

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