Bernd Osprian
Voitsberg im Zeichen der Erneuerung

Bgm. Bernd Osprian startet einen großen Bürgerbeteiligungsprozess in Richtung Innenstadt.
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  • Foto: Furgler
  • hochgeladen von Harald Almer

Sie sind jetzt rund 130 Tage Voitsberger Bürgermeister. Welche Schwerpunkte haben Sie in dieser kurzen Zeit schon gesetzt?
Bernd Osprian: Mir war und ist nach wie vor wichtig, mit möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern von Voitsberg in Kontakt zu kommen. Daher haben wir auch einen Tag der offenen Rathaustür organisiert, um die Hemmschwellen zum Gemeindeamt abzubauen und den Menschen zu zeigen, dass wir für sie da sind. Ich habe ein Dutzend Bürgermeister-Stammtische, Sommergespräche genannt, in allen "Ortsteilen" von Voitsberg abgehalten, um zu erfahren wo den Leuten der Schuh drückt. Wir konnten in kürzester Zeit bereits zahlreiche Wünsche und Anregungen umsetzen. Für mich ist entscheidend, dass die Bevölkerung mitreden und mitgestalten kann. Daher habe ich unsere Jugend in Kooperation mit Jugend am Werk eingeladen, uns mitzuteilen, welche Verbesserungen wir in der Stadt für die jungen Menschen machen können und was aus ihrer Sicht benötigt wird. Und wir werden von 20. bis 22. November eine dreitägige Ideenwerkstatt abhalten, um in unserer Innenstadt - von der Kirchengasse bis zur Franz-Jonas-Straße - Impulse zu setzen. Daran kann jeder ohne Voranmeldung teilnehmen, hier sind alle Ideen - und mögen sie auch noch so unmöglich erscheinen - ausdrücklich erwünscht. Hier erhoffen wir uns Antworten auf Fragen wie: Was braucht der Voitsberger Hauptplatz, wie stellen sich unsere Voitsberger ein lebendiges Zentrum vor und wie wird unsere Innenstadt zum Wohlfühlort. Der Voitsberger Hauptplatz stellt ein enormes Potenzial dar und wir wollen ihn mit Hilfe unseres Partners, der "nonconform Ideenwerkstatt" neu denken. 

Was waren denn die Wünsche der Voitsberger Jugendlichen?
Osprian: Interessant war, dass sich viele Jugendliche Top-Einkaufsmarken bei uns wünschen. Außerdem kam klar heraus, dass ein echter Treffpunkt für junge Menschen fehlt und ein gutes W-Lan-Netz ganz entscheidend ist. Weitere Anregungen waren ein Jugendcafé, die Gestaltung eines jugendgerechten Parks oder die Ausrichtung von Festivals.

Stichwort Park. Vor kurzem hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, um den Schlosspark Greißenegg attraktiver zu gestalten. Wie stehen Sie zu dieser Initiative?
Osprian: Ich bin selbst Mitglied dieser Initiative und begrüße die Aktion. Das Ziel ist, modernere Spielgeräte für die Kinder im Schlosspark zu installieren und da laufen die Initiatoren offene Türen bei mir ein.

Welche Schwerpunkte kristallisierten sich bei den Sommergesprächen heraus?
Osprian: Neben vielen punktuellen Anregungen wie das Abschrägen von Gehsteigkanten oder die Verschönerung der Tregister Kapelle kamen immer wieder die Themen Innenstadtbelebung, Jugend, die Erweiterung des Radwegenetzes und der öffentliche Verkehr, sprich Mikro-ÖV, zur Sprache. Ich hoffe sehr, dass letzteres Projekt bis April 2020 auf Schiene ist. Außerdem wird der Busverkehr ab Sommer 2021 neu organisiert. Wir wollen bei uns den öffentlichen Verkehr forcieren und haben einige Ideen gesammelt. So wünsche ich mir, dass es anhand von elektronischen Tafeln möglich ist, für die Kunden alle Öffis auf einem Blick zu erfassen. In Punkto Klimaschutz könnte ich mir Busse vorstellen, die mit Wasserstoff betrieben werden, da läuft in Graz ja bereits ein Probebetrieb.

Was stimmt Sie für die Zukunft optimistisch?
Osprian: Voitsberg ist eine Stadt, die bei den Menschen sehr beliebt ist. Die Nachfrage nach neuem Wohnraum ist sehr gut und ich freue mich sehr, dass wir den Rückgang der Bevölkerung mittlerweile stoppen konnten, die Bevölkerungsentwicklung ist wieder leicht positiv. Wir von der Stadtgemeinde setzen sehr auf die Lebensqualität mit unseren beiden grünen Lungenflügel Greißenegg und Schlossberg. Und natürlich auf unsere gute Infrastruktur.

Die ja laufend verbessert wird.
Osprian: Ja, da passiert gerade sehr viel. Derzeit wird die HAK Voitsberg umgebaut, weil ja im August 2020 die HLW von Köflach nach Voitsberg übersiedelt. Im Jahr 2021 steht übrigens die Generalsanierung unserer Sport-Mittelschule am Plan. Hier werden in die Erneuerung der Außenfassade, neue Fenster, die Dämmung und die Außenanlagen an die zwei Millionen Euro investiert. Das Gebäude ist nunmehr 50 Jahre alt - in den letzten Jahren wurden laufend Sanierungsmaßnahmen vorgenommen wie etwa beim Brandschutz, der E-Installation und den Sanitärbereichen. In der HTL wurden sämtliche Sanitäranlagen saniert, in der HTL und im MIO wurde jeweils ein Behinderten-WC errichtet. In der Mittelschule wurden zwei Räume adaptiert bzw. eine vierte Hortgruppe eingerichtet, dazu kommt die Bodenerneuerung im Speisesaal. In der CvH.-Turnhalle wurde der Hallenboden saniert, im Rathaus haben wir das Zangzimmer als barrierefreien Trauungsraum in den zweiten Stock verlegt und die Stiegengeländer erneuert. Dazu kamen Kanalbauarbeiten in vielen Straßen und Straßenbauprojekte in der Mozartgasse und am Waldweg. Derzeit wird in der Lobmingstraße und am Kremserbergweg am Kanal gearbeitet. Und mit dem Spatenstich des neuen Rückhaltebeckens Feuerbach werden 794.000 Euro investiert, um rund 250 Menschen vor Hochwasser zu schützen. Außerdem haben wir zwei Rückhaltebecken im Bereich des "Herzerlteiches" in Zangtal saniert.

Ein Wort noch zum Advent?
Osprian: Gleich ein paar Wörter. Einerseits freut es mich, dass es uns gelungen ist, den Schwerverkehr in Fahrtrichtung Köflach an den Adventwochenenden vom Hauptplatz freizuhalten, damit wir mehr weihnachtliche Stimmung gewährleisten können. Andererseits ist der Advent in Voitsberg unglaublich vielseitig mit wunderschönen Veranstaltungen. Ich hoffe sehr, dass diese von unserer Bevölkerung auch gut angenommen werden.

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