Von Piber bis Chile genetisch verbunden

Ein Foto mit dem 38-jährigen Neapolitano Nima und Gestütsleiter Max Dobretsberger durfte für die chilenische Delegation in Piber natürlich nicht fehlen.
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  • hochgeladen von Simon Michl

Zwischen den zwei Orten liegen über 13.000 Kilometer und ein ganzer Ozean, aber das Gestüt Piber und die Escuela Clasicá Lipizzana Chile stehen sich sehr viel näher. Was in der steirischen Lipizzanerheimat seit Jahrzehnten Tradition hat, ist dort erst vor ein paar Jahren angekommen: die Lipizzanerzucht. 2011 wurde die chilenische Organisation in der Nähe des Südpazifiks gegründet, mit dem Ziel der Förderung der Reitkunst durch Kultur, Bildung und Sport. Unterstützt wird die Reitsportanlage von der Spanischen Hofreitschule in Wien – mit Erfolg: Die Escuela Clasicá Lipizzana brachte die ersten Lipizzaner nach Südamerika.

Weltweite Zucht

Diese kamen direkt aus Piber. Seitdem pflegt das weststeirische Gestüt eine enge Partnerschaft mit der chilenischen Reitschule, die weiterhin der einzige Vertreter des klassischen lipizzanischen Pferdes in Südamerika ist. Diese Woche war eine chilenische Delegation wieder einmal in Österreich zu Gast. Nach einem Besuch in der Spanischen Hofreitschule und im Trainingszentrum Heldenberg schauten Direktor Oscar Coddou Molina und die zwei Reiterinnen Cristina Rosas und Alejandra Cox auch in Piber vorbei, wo sie von Gestütsleiter Max Dobretsberger begrüßt wurden. „Ein weltweiter Austausch ist für den Erhalt der Lipizzanerzucht wichtig“, so Dobretsberger. „Ein Gestüt alleine könnte niemals die genetische Versorgung sichern, daher brauchen wir auch Reservern in anderen Ländern.“ Dobretsberger kennt als Präsident der Lipizzan International Federation das Gestüt in Chile sehr gut: „Das Klima und die Landschaft im Süden Chiles ist unserem sehr ähnlich, das ist für die Züchtung der Pferde ein wichtiger Vorteil.“ Auch die Gäste aus Südamerika meinten bei ihrem Weststeiermarkbesuch: „Hier sieht es aus wie bei uns zuhause!“

Musterung im Gestüt

Bis zur Musterung am Donnerstag blieben die Gäste aus Chile noch in Köflach. „Sie dürfen gerne zusehen, aber die besten Hengste kommen nach Wien“, ließ Generaldirektorin Elisabeth Gürtler mit einem Augenzwinkern aus der Spanischen Hofreitschule ausrichten. Rund 50 Hengste wurden bei der jährlichen Musterung im Gestüt Piber begutachtet und auf ihre Gesundheit überprüft, darunter auch zwölf dreijährige Lipizzaner. Ein Großteil dieser jungen Pferde wird nach Wien überstellt. Derzeit sind 135 Lipizzaner aus Piber in der Spanischen Hofreitschule.

Ein Foto mit dem 38-jährigen Neapolitano Nima und Gestütsleiter Max Dobretsberger durfte für die chilenische Delegation in Piber natürlich nicht fehlen.
In der Escuela Clasicá Lipizzana in Chile haben die Pferde ähnliche Bedingungen wie in Piber.

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