Hiobsbotschaft für die Region: SFL technologies ist insolvent

Die SFL technologies - hier Geschäftsführer Hans Höllwart - ist insolvent.
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  • hochgeladen von Harald Almer

Ein Paukenschlag für die Lipizzanerheimat. Einer der Leitbetriebe der Region und Mitglied des Ausbildungsverbands, die SFL technologies in Stallhofen, ist insolvent. Am 2. November wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht Graz beantragt, wie der Kreditschutzverband KSV1870 in einer Presseaussendung mitteilte. Stunden später wurde es auch eröffnet. Masseverwalter ist der Grazer Rechtsanwalt Axel Reckenzaun.

Der Grund der Insolvenz? Die Antragstellerin erwirtschaftete im Betrachtungszeitraum 2014 bis 2016 eine Betriebsleistung zwischen 35 und 52 Millionen Euro, hatte ein durchwegs positives EBITDA sowie eine Eigenkapitalquote von 27,2%. Das Geschäftsjahr 2017 stand im Zeichen eines Großprojekts ("Belvedere"). Die Antragstellerin wurde von vier Projektgesellschaften aus der SIGNA-Gruppe mit der Erbringung von Alu-, Stahl- und Glasfassaden an Leistungen beauftragt. Das Projektvolumen betrug rund 30 Millionen Euro.

Verfahren anhängig

Im Mai des Jahres 2017 haben die Auftraggeber mitgeteilt, dass die SFL in Verzug sei und für Arbeiten eine Nachfrist zur Erfüllung gesetzt. Die Auftraggeber haben - aus Sicht der SFL - letztlich unberechtigt den Vertragsrücktritt erklärt. Die aus bereits erbrachten Leistungen resultierenden Werklohnansprüche in Höhe von 16,7 Millionen Euro wurden zwischenzeitig beim Handelsgericht Wien eingeklagt. Im November finden in diesen Verfahren auch zwei Tagsatzungen statt. Die Auswirkungen des Projaktausfalls Belvedere waren für die SFL trotz intenvier Bemühungen nicht mehr zu kompensieren und mündeten in eine Liquiditätskrise.

Weiterführung geplant

Das Unternehmen soll unter der Aufsicht des zu bestellenden Insolvenzverwalters fortgeführt werden. Derzeit verfügt die SFL über 17 laufende Projekte bzw. zugesagte Aufträge mit einem Projektwert von 20 Millionen Euro. "Es wird zu überprüfen sein, bei welchen dieser die Fertigstellung unter Insolvenzprämissen cash-positiv möglich ist", so der KSV1870. Rationalisierungsmaßnahmen sind notwendig und es wurde bereits ein Sanierungskonzept ausgearbeitet. Betroffen sind 186 Dienstnehmer bzw. 352 Gläubiger. Die Insolvenzgläubiger erhalten eine Quote von 20%, zahlbar innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplans.

Der Stallhofner Bürgermeister Franz Feirer fiel aus allen Wolken. "Ich habe von dem Projektausfall gehört, aber die Insolvenz trifft uns aus heiterem Himmel. Für die Gemeinde wäre das eine ganz bittere Pille."

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