17.03.2017, 10:16 Uhr

Josef Krainer-Förderungspreis für Voitsberger Montanistiker

Hermann Schützenhöfer und Gerald Schöpfer mit den Preisträgern in Graz. (Foto: Foto Fischer)

Walter Ochensberger arbeitet bei Magna und entwickelte eine neue numerische Methode für die Charakterisierung von Ermüdungsrisswachstum in elastoplastischen Materialien.

Die Josef Krainer-Förderungspreise wurden in Graz für herausragende wissenschaftliche Leistungen von LH Hermann Schützenhöfer und Gerald Schöpfer vergeben. Im Bereich Montanwissenschaft erhielt der gebürtige Voitsberger Walter Ochensberger einen der Förderungspreise. Nach der Matura am BG/BRG Köflach begann er mit dem Dipolomstudium Wirtschaftsingenieurwesen - Maschinenbau (Studienzweig Produktionstechnik) an der TU Graz und beschloss dieses 2011 mit seiner Diplomarbeit zur Elastoplastischen Analyse mittels Methode der komplexen Funktionen und finiten Elementen.

Montanuniversität

Ochensberger wechselte dann an die Montanuniversität Leoben, wo er das Doktoratsstudium mit dem Schwerpunkt Werkstoff- und Kontinuumsmechanik absolvierte. Seine Dissertation mit dem Titel "Characterization of fatigue crack growth with the configurational force concept" gewann bereits 2016 den TÜV Austrian Wissenschaftspreis 2016.
Die Arbeit beschäftigt sich mit Materialermüdung, sprich Materialschädigung durch Wechselbelastung - dem schlichten Ingenieurs-Albtraum. Ob ein Bauteil am Ende bricht, hängt von der Belastungsdauer und der Stärke der Belastung ab. Somit ist die Lebensdauer von zyklisch belasteten Bauteilen begrenzt. Im Rahmen der Dissertation entwickelte Ochensberger eine neue numerische Methode für die Charakterisierung von Ermüdungsrisswachstum in elastoplastischen Materialien, um die Lebensdauer zyklisch belasteter Bauteile im Maschinenbau genau vorherzusagen.
Das externe Gutachten der Gedenkwerk-Jury beschreibt Ochensbergers Arbeit als eine herausragende wissenschaftliche Leistung, mit der auch nachgewiesen wird, dass Grundlagenforschung auf hohem Niveau auch wesentliche Beiträge zur praktischen Anwendung, in diesem Falle zur Sicherheitsbeurteilung von wichtigen Bauteilen liefert, denn damit ist man in der Lage, eine sichere Voraussage der Lebensdauer der Bauteile zu treffen. Es ist dem Kandidaten gelungen, diese komplexe Aufgabenstellung durch tiefe Durchdringung der dazu erforderlichen theoretischen Grundlagen und deren intelligende Umsetzung auf die konkrete Anwendung eindrucksvoll zu lösen.
Ochensberger hat schonw ährend seiner Studienzeit an mehreren Projekten in seinem Forschungsbereich mitgearbeitet und war für Forschungsaufenthalte und Konferenzen mehrfach international unterwegs. Seit August 2016 arbeitet er in der Industrie bei Magna Steyr in der Entwicklung, wo er sein Wissen in die lebensdauerberechnung struktureller Komponenten in der Fahrzeugkarosserie sowie in die Methodenentwicklung einfließen lässt.
Wenn er gerade keine Lebensdauerberechungen durchführt, geht er gerne mit seiner Verlobten Petra Gsodam tanzen, erkundet mit ihr die Thermenwelt der Steiermark oder Wintersportgebiete. Auch Zeichnen, Lesen, Laufen und Einradfahren sind beliebte Freizeitbeschäftigungen.
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