18.11.2016, 16:46 Uhr

Letzte Ausfahrt für Ehren-Hauptbrandmeister Seppl Kaura

Die Beisetzungsfeier am Voitsberger Stadtfriedhof wurde am Freitag, dem 18. November 2016 von Kaplan Adrian Aileni eingeleitet und durchgeführt. Seitens der Stadtfeuerwehr Voitsberg sprach Wehrkommandant HBI Ing. Klaus Gehr rührende Worte an die Trauergemeinde:
Völlig überraschend wurde die Nachricht vom Tod des Kameraden, Ehren-Hauptbrandmeisters Josef „Seppl“ Kaura vor kurzem übermittelt. Ein großes Herz für die Feuerwehr hat aufgehört zu schlagen. Sein Leben war geprägt von seiner Liebe zu seiner Familie, seinem unermäßlichen Fleiß und seiner Hilfsbereitschaft. Am 6. Jänner 1929 erblickte Seppl in Hartberg als Sohn einer Eisenbahnerfamilie das Licht der Welt. Nach dem Schulbesuch und der Lehre eines Tapezierers und Sattlers kam er 1949 nach Voitsberg, fand bei der Firma Weber Arbeit und verehelichte sich 1954 mit seiner Frau Christine, wurde Vater einer Tochter Annemarie und eines Sohnes Karl und war sehr stolz auf seine drei Enkelkinder. Von 1958 bis 1961 baute er mit seiner Gattin in der Ganghofergasse in Voitsberg unter größtem persönlicher Einsatz ein Eigenheim. Er trat am 11.7.1949, also vor mehr als 67 (!) Jahren, in die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Voitsberg ein, absolvierte zahlreiche Kurse und wurde auf Grund seiner Einsatzfreudigkeit und sein Fachwissens im Jahre 1953 zum Gruppenkommandanten und Löschmeister ernannt. 1967 wurde er zum Zugskommandanten und Brandmeister befördert und war bei zahlreichen Einsätzen in dieser Funktion tätig. Als jahrzehntelanges Mitglied des Feuerwehrausschusses gestaltete er die Entwicklung nach dem Krieg wesentlich mit. Legendär waren in dieser Zeit auch seine wunderbaren Dekorationen unseres Feuerwehrballes, eines gesellschaftlichen Ereignisses ersten Ranges in der damaligen Zeit, zu dessen Erfolg auch der Verstorbene einen wesentlichen Beitrag leistete.
Für seinen Einsatz bei zahlreichen Großbränden und Hochwasserkatastrophen wurde er mehrfach ausgezeichnet. So wurden ihm unter anderen die Steirische Hochwassermedaille, das Verdienstzeichen 2. Stufe des Landesfeuerwehrverbandes und das Verdienstzeichen 3. Stufe des Bundesfeuerwehrverbandes verliehen. Seine aktive Feuerwehrlaufbahn beendete er im Jahre 1992 auf Grund des Erreichens der Altersgrenze als Hauptbrandmeister und wurde mit der höchsten Auszeichnung, welche die FF Voitsberg zu vergeben hat, der Ehrenmitgliedschaft beehrt.
Im Jahre 2010 wurde er mit der Medaille für 60jähriges verdienstvolles Wirken im Feuerwehr- und Rettungswesen von der Steiermärkischen Landesregierung ausgezeichnet. Seppl war Feuerwehrmann mit Leib und Seele und so konnten wir uns noch heuer im August über seinen Besuch bei unserem Sommerfest freuen. Neben seinem Wirken als Feuerwehrmann haben wir aber bei Seppl eines ganz besonders geschätzt, seinen unerschütterlichen Humor, seine Fröhlichkeit und seine positive Lebenseinstellung. Bei all der Trauer sind wir dankbar für diese schönen Erinnerungen und für das, was uns Seppl in den Jahren unseres gemeinsamen Lebensweges und vor allem auch den jüngeren Feuerwehrmitgliedern als Feuerwehrkamerad, als liebevoller Mensch und Freund gegeben hat. In Voitsberg kannte ihn fast jeder, wenn er mit seinem Mini-Fahrrad täglich zuerst zur Arbeit und dann in der Pension auf einen Besuch durch die Stadt Richtung Feuerwehr fuhr.

Feuerwehrabordnungen von 5 Wehren mit 55 FeuerwehrkameradInnen, an der Spitze Bereichsfeuerwehrkommandant, Landesfeuerwehrrat Engelbert Huber und Ehren-Brandrat Robert Klampfl begleiteten den Verstorbenen unter dem Kommando von Abschnittsbrandinspektor Alfred Jauk auf seiner letzten Ausfahrt. Mit dem Sirenensignal und dem Abspielen vom „guten Kameraden“ von einem Bläserensemble der Bergkapelle Hödlgrube-Zangtal wurde Kamerad Seppl Kaura unter kirchlicher Begleitung beigesetzt und ihm der Spruch „Glück Auf, Gut Heil und ruhe in Frieden, die Heimaterde sei dir leicht“ mitgegeben.
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