10.11.2017, 13:37 Uhr

Asche zu Asche am Köflacher Friedhof - mit Video

Die Pfarrer Winfried Lembacher und Johannes Baier segneten die Gedenkstätte.

In Köflach kann man sich ab sofort auf einer neu errichteten Streuwiese bestatten lassen.

Mit dem Titel „Erhebung“ begrüßte das Bläserensemble der Glasfabriks- und Stadtkapelle Köflach die Besucher der Eröffnung am Freitag in der Zeremonienhalle des Köflacher Friedhofs. Damit wurde ein Teil der neue Form der Bestattung am Friedhof widergespiegelt. Ab sofort ist es nämlich möglich, dort seine Asche nach dem Tod verstreuen zu lassen. Laut Steiermärkischem Leichenbestattungsgesetz ist das Verstreuen der Asche von Verstorbenen nur in dafür zugelassenen Bestattungsanlagen zuständig. „Bei uns haben sich immer wieder Leute erkundigt, welche alternativen Möglichkeiten der Bestattung es denn gibt“, erzählt Thomas Kager, Leiter der Bestattung Köflach. Daher entschloss man sich vor rund zwei Jahren einen eigenen Gedenkort in der Form der Streuwiese zu errichten.

Im Video: Die Eröffnung der Streuwiese


Alternative Bestattungen

Schon als Pfarrer Johannes Baier vor neun Jahren nach Köflach kam, war er überrascht von der Vielzahl an Alternativen bei der Bestattung, wie er bei der Zeremonie erzählte. Er wünschte sich, wie auch Vizebürgermeister Alois Lipp, einen friedvollen Abschied für alle Verstorbenen in der Gemeinde. „Für Individualisten ist das eine schöne Möglichkeit, Abschied zu nehmen“, meinte Lipp. Klaus Moser, Landesinnungsmeister der steirischen Bestatter, war wie die Pietätsgruppe Steiermark ebenfalls anwesend. Er bedankte sich bei Kager und Ernst Knes von den Stadtwerken, der für die Finanzierung verantwortlich war. Pfarrer Baier übernahm mit seinem Bärnbacher Kollegen Winfried Lembacher die Segnung der Gedenkstätte am Friedhof.

Abschied mit Würde

Die Pflege der Streuwiese wird in Zukunft von den Stadtwerken übernommen. „Für die Verbliebenen entstehen auch keine Kosten für Grabstein und Inschriften“, erklärt Kager die finanziellen Vorteile einer Bestattung auf der Streuweise. Die 150 Quadratmeter große Anlage am Friedhof soll dennoch ein würdevoller Ort zum Abschied nehmen und Trauern sein. Ein Hochbeet und Schmetterlingssamen sorgen für eine farbliche Gestaltung mit Blumen. In der Mitte der Wiese wurde ein Wasserspiel errichtet. Die Asche des Verstorbenen wird bei der Abschiedszeremonie über ein eigenes Ausstreugerät auf einen leicht erhobenen Teil der Wiese in die Luft gestreut. Nach diesem Teil der Erhebung begibt sich die Asche des Toten endgültig in die Erde, dafür wird der Boden bewässert. An einer Inschrifttafel, auf der die Namen der Verstorbenen eingraviert werden, können die Trauernden anschließend Blumen und Kerzen niederlegen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.