06.07.2018, 17:34 Uhr

Aufregung um die Schulschlussfeier der VS Voitsberg

Im Schulhof der Volksschule fand die interkulturelle Schulfeier statt.

Der Voitsberger FPÖ-Stadtrat Markus Leinfellner spricht von Mogelpackung, VS-Direktorin Margret Riedl versteht die Welt nicht mehr.

"Durch besorgte und verärgerte Eltern kam mir zu Ohren, dass im Zuge des Schulschlussgottesdienstes der Volksschule Voitsberg "Allah" auf arabisch besungen und eine Sure aus dem Koran gelesen wurde", poltert der Voitsberger FP-Stadtrat Markus Leinfellner. "Das steht im krassen Widerspruch zu einer christlichen Erziehung und Entwicklung unserer Kinder. Alle Eltern müssen das Recht haben, selbst zu entscheiden, ob ihr Kind an einer inter- bzw. multikulturellen Feier teilnimmt oder nicht. Eine Mogelpackung unter dem Aufhänger Schlussmesse oder Schlussgottesdienst ist nicht tolerierbar und abzulehnen. Es geht hier nicht um eine politische oder religiöse innere Haltung, sondern lediglich darum, dass bei Schulveranstaltungen dieser Art die freie Wahlmöglichkeit der Eltern gegeben sein muss, um zu entscheiden, ob ein Kind an einer derartigen Veranstaltung teilnimmt oder nicht."

Schulfeier

Die Voitsberger VS-Direktorin Margret Riedl fiel aus allen Wolken. "Wir haben sehr viele Kinder unterschiedlichster Konfessionen und viele von diesen Kindern baten mich und unsere Religionslehrerinnen, doch einmal eine religiöse Schulfeier zu machen, wo sie auch teilnehmen können. Daher haben wir uns entschieden, mit Pastoralassistent Martin Rapp eine interkulturelle Feier im Schulhof zu gestalten. Es ging um Glück und Freude und dass Kinder verschiedene Glaubensrichtungen kennenlernen."
Riedl bestätigt, dass ein Mädchen ein Gedicht auf arabisch gesungen hat, ein Bub habe das dann übersetzt. "Es war alles mit Dechant Gerald Krempl abgesprochen, dass wir so etwas machen. Ich bin wirklich baff, dass unsere Feier jetzt solche Wellen schlägt."

Besser informieren

Pastoralassistent Martin Rapp hatte inzwischen das Gespräch mit Leinfellner und Riedl gesucht. "Wir müssen unsere Vorgehensweise vor interreligiösen Feiern sensibler gestalten und die Eltern genauer informieren, was wir machen wollen." Eines will Rapp ganz klar sagen: "Niemand musste bei dieser Feier das Gebet des anderen sprechen. Aber es muss in unserer Gesellschaft möglich sein, das Gebet des anderen anzuhören. Es ist nichts Böses dabei, wenn Christen eine Sure des Korans hören. Umgekehrt auch nicht, wenn Muslime das Vater Unser hören. Wichtig ist, dass wir im Umgang miteinander Toleranz und Verständnis zeigen."
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