10.08.2016, 15:31 Uhr

Den Riesen-Bärenklau an der Wurzel packen

Der Riesen-Bärenklau wurde eingeschleppt und wird bis zu vier Meter hoch.

Der giftige Riesen-Bärenklau wuchert auch in der Lipizzanerheimat. Die WOCHE weiß, wie man damit umgeht.

"In Ligist gibt es das größte Vorkommen des Riesen-Bärenklaus in der Steiermark", erzählt der Naturschützer Johann Tschechowin von der Berg- und Naturwacht. Beinahe 4.000 Quadratmeter sollen es sein, auf denen die Pflanze wuchert. Auch in St. Martin, im Lobmingsgraben und am Packer Stausee gibt oder gab es Bärenklau-Vorkommen. Wird ein solches entdeckt, kann mit der Gemeinde oder der Berg- und Naturwacht Kontakt aufgenommen werden. "Eigenverantwortung ist wichtig", appelliert Tschechowin an jeden Grundbesitzer.
Bis zu vier Meter hoch wird die Pflanze, deren Saft in Verbindung mit UV-Licht starke Verbrennungen auf der Haut verursacht, die 24 bis 48 Stunden nach dem Kontakt auftreten. Das Gewächs wieder los zu werden ist dadurch nicht einfach, beim Abmähen oder - noch besser - Abstechen der Wurzel in etwa 15 Zentimeter Tiefe ist dringend Schutzkleidung zu tragen. Auch Mundschutz und Schutzbrille sind notwendig.
Wird die Pflanze abgemäht, muss alle zwei Wochen erneut gemäht werden, da der Bärenklau rasch nachwächst. Sinnvoll ist es zudem die Arbeiten früh Morgens oder spät Abends durchzuführen, wenn die UV-Strahlung geringer ist.

Ausbreitung verhindern

Das freie Verbrennen der abgemähten oder ausgestochenen Pflanze ist nicht erlaubt, derzeit gibt es auch nur in Wien Verbrennungsanlagen. Die wirksamste Möglichkeit eine weitere Ausbreitung des Riesen-Bärenklaus zu verhindern ist, die Blütendolden vor dem Samenabwurf in einen Plastiksack zu geben und anschließend in der Sonne "vergären" zu lassen. Die Samen sind danach nicht mehr keimfähig.
Rechtlich gibt es keine Verpflichtung das Vorkommen des Riesen-Bärenklaus zu melden. Somit ist auch ein koordiniertes Vorgehen gegen die Pflanze schwer möglich. "Wir können niemandem den Auftrag erteilen etwas zu tun und haben selbst keine Leute dafür", erklärt Elfriede Marschnig von der BH Voitsberg. "Melden sich Leute bei uns, stellen wir den Kontakt zu einem Berg- und Naturwächter in der Nähe her."
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