12.07.2017, 14:24 Uhr

Justizanstalt Graz – Karlau aus anderer Perspektive

Nach Vorgesprächen zwischen ABI Alfred Jauk und dem Kommandanten der FF Stallhofen, HBI Rupert Preglau, hatte eine Delegation des Abschnittes 2 im BFV Voitsberg am Montag, 10. Juli 2017 Möglichkeit, das Gefangenenhaus innen wie außen im Detail präsentiert zu erhalten.

Begrüßt wurden die Feuerwehrkameraden, an der Spitze LFR Engelbert Huber und BR Christian Leitgeb, vom Leiter des Exekutivbereiches, Chefinspektor Herbert Rothschedl, dem Kommandanten des Freigängerhauses, Bezirksinspektor Gerhard Sampt (Bereichskommandant GU) und vom Mitarbeiter im Kunstbetrieb, Revierinspektor Rupert Preglau (Kommandant FF Stallhofen).

In einer sehr interessanten Vorstellung der Anstalt im Besucherraum hatten alle Feuerwehrkameraden Gelegenheit nach ersten Eindrücken, alle Fragen zu stellen oder Erkundigungen einzuholen. Sehr anschaulich, aufschlussreich wurden die Anwesenden informiert.

Die Justizanstalt Graz – Karlau ist für den Vollzug von Freiheitsstrafen mit einer Strafzeit von mehr als 18 Monaten bis lebenslang, sowie für den Vollzug freiheitsentziehender vorbeugender Maßnahmen ("Maßnahmenvollzug") an geistig abnormen, zurechnungsfähigen Rechtsbrechern (§ 21 Abs. 2 StGB) zuständig.

Die Belagskapazität der Justizanstalt Graz - Karlau einschließlich der Außenstelle in Maria Lankowitz beträgt insgesamt 522 Haftplätze

Jeder arbeitsfähige Strafgefangene ist verpflichtet, Arbeit zu leisten. Dafür stehen in der Justizanstalt verschiedene Werkstätten und Betriebe zur Verfügung. Die Justizanstalt übernimmt auch Arbeiten für verschiedene Wirtschaftsbetriebe, wobei Preise und Arbeitsmöglichkeiten über die Anstalt selbst erfragt werden können.

Im Rahmen des Freigangs besteht für Unternehmer die Möglichkeit, Insassen für Arbeiten außerhalb der Justizanstalt heranzuziehen. Bei dieser Art der Beschäftigung können Strafgefangene als so genannte Freigänger am Morgen die Justizanstalt verlassen. Sie arbeiten tagsüber in ihrer Firma und kehren nach Arbeitsende wieder in die Justizanstalt zurück. Dies beinhaltet die Möglichkeit, im Berufsleben zu bleiben oder bereits während der Haft den Wiedereinstieg in das Berufsleben zu schaffen. Der Vorteil für Unternehmer besteht darin, dass hochmotivierte Arbeitskräfte sofort zur Verfügung stehen und bei einem derartigen Beschäftigungsverhältnis der Arbeitgeberbeitrag für die Sozialversicherung bei den Lohnkosten entfällt.

Ein wichtiger gesetzlicher Auftrag besteht in der sinnvollen Beschäftigung der Insassen. Um diesem Auftrag entsprechen zu können, wollen die Unternehmerbetriebe der Justizanstalt Graz - Karlau der heimischen Wirtschaft als Partner zur Verfügung stehen und sind bereit, Sortier-, Komplettier- und Fertigungsarbeiten verschiedenster Art zu übernehmen.

Bei der Besichtigung der Bäckerei wurden den Feuerwehrkameraden Kostproben bester Qualität verabreicht. Sehr beeindruckend war auch die Besichtigung der landwirtschaftlichen Abteilung („Ökonomie“) mit einer Gesamtfläche von 7000 m2, wo viele Produkte, welche in der hauseigenen Küche Verwendung finden, gezogen werden.

Justizwache bedeutet nicht nur Ein- und Wegsperren! Hier geht es um pädagogisches Arbeiten mit Menschen, um Resozialisierung stattfinden zu lassen. Und das im täglichen Spannungsfeld zwischen Sicherheits- und Betreuungsleistung, wurde ausführlich erläutert.

Beim Besuch der eigenen Betriebsfeuerwehr wurde die Organisation selbst, wie auch ihre notwendige Zusammenarbeit mit der BF Graz – Lotsentätigkeit – niemals sind Feuerwehrleute alleine unterwegs – erläutert.

Den Abschluss eines höchst informativen Vormittags bildete das gemeinsame Mittagessen. Die in der Anstaltskürche zubereiteten Speisen mundeten ausgezeichnet. Die Kosten dafür wurden von BerFwKdt LFR Engelbert Huber übernommen.

Nach herzlichen Worten des Dankes für das Entgegenkommen, die beeindruckende Führung und Präsentation des Hauses nahm der Bereichsfeuerwehrkommandant noch einen gewünschten Eintrag in das Gästebuch der Justizanstalt Graz-Karlau vor und brachte auch dort seine Anerkennung an die mit der Führung befassten Beamten und ihre im Hause verantwortungsvoll tätigen KollegInnen zum Ausdruck.
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