09.06.2017, 16:32 Uhr

Nürnberg ist Vorbild für das LKH Voitsberg

Primar Peter Mrak und Primar Markus Gosch vor dem Klinikum Süd in Nürnberg

LR Christopher Drexler und Primar Peter Mrak fuhren mit einer Delegation ins Klinikum Nürnberg.

Vor kurzem eröffnete das LKH Voitsberg die erste steirische geriatrische Tagesklinik und hat mit Primar Peter Mrak eine Koryphäe in Sachen Geriatrie, zu Deutsch Altersmedizin. Seit Jahren steht er mit Markus Gosch in Verbindung, der seit Jahren Jahren das Zentrum für Altersmedizin am Klinikum in Nürnberg leitet. Auf Mraks Initiative hin fuhr nun eine Delegation der KAGes und Gesundheits-LR Christopher Drexler nach Nürnberg, um sich Anregungen für die geriatrische Struktur in der ganzen Steiermark, besonders aber für Voitsberg, zu holen.

Kooperationsmodelle

Eines gleich vorweg: Nürnberg ist mit Voitsberg nicht zu vergleichen, denn die fränkische Stadt im Norden Bayerns hat rund 530.000 Einwohner, das Klinikum beschäftigt 6.200 Mitarbeiter, versorgt im Jahr 100.000 stationäre und 90.000 ambulante Patienten und verfügt über 2.200 Betten. Was sich Voitsberg und LR Drexler durchaus abschauen können, ist die Grundsatzentscheidung zu mehr Interdisziplinarität und neue Kooperationsmodelle. Denn die Nürnberger behandeln die Patienten mit akuten Erkrankungen mit besonderer Berücksichtigung des höheren Alters und der damit verbundenen Multimorbidität, also einer Mehrzahl an Krankheiten gleichzeitig.
Markus Gosch ist der Leiter des Zentrums für Altersmedizin in Nürnberg und zeigte der steirischen Abordnung eindrucksvoll, wie die verschiedenen medizinischen Diszplinen mit den Geriatrern zusammenarbeiten können. Sogar einer gemeinsamen Pressekonferenz zwischen Kardiologen, Herzchirurgen und Geriatrie wohnten die Steirer bei, wo es um eine interdisziplinäre Studie ging. "Das war sogar für uns ein Meilenstein", lächelte Gosch nach der Konferenz.
Die Geriatrie hat auch in Voitsberg das Ziel, möglichst früh mit der Rehabilitation zum Erhalt oder Wiederherstellung der Funktionalität und der Selbstständigkeit der Patienten zu beginnen. Dabei werden auch Faktoren wie die Gebrechlichkeit (Frailty) und psychosoziale Gegebenheiten wie Demenz oder mangelnde Sozialkontakte berücksichtigt. Der Geriatrie koordiniert mit der Unfall- und orthopädischen Chirurgie die alterstraumatologische Station N-Aktiv im Klinikum Nürnberg Süd. Ergänzend zur stationären Behandllung bietet die Geriatrie die teilstationäre Behandlung in der Geriatrischen Tagesklinik sowie die stationäre und ambulante geriatrische Rehabilitation im Nürnberg Stift, die unter medizinischer Leitung der Geriatrie steht, an. Ein Sozialdienst betreut die Patienten sozialpädagogisch und kümmert sich um die Vermittlung von Hilfen für den ambulanten Bereich.


Beeindruckend

Drexler war von Nürnberg beeindruckt: "Großartig, wie selbstverständlich die Nürnberger mit der Altersmedizin umgehen. Einiges kann man in Voitsberg nicht umsetzen, einiges schon wie zum Beispiel eine Mobi-Rem, wo wir schon Grundlagen dafür geschaffen haben. Der LKH Verbund Weststeiermark hat eine innovative Ausrichtung und sage den weststeirischen Bürgermeistern immer, dass die Rückwärtsgewandtheit aufhören müssen. Wir müssen in die Zukunft schauen und mit der geriatrischen Ausrichtung ist das LKH Voitsberg zukunftsfit aufgestellt."
Mrak meinte resümierend, dass eine Neurologie für die Bezirke wichtig wäre. "Unsere Tagesklinik mit zwölf Betten ist schon ausgebucht. "Gebrechlichkeit muss ein Kriterium bei operativen Eingriffen sein, das im Vorfeld berücksichtigt werden muss. Voitsberg ist mit der geriatrischen Ausrichtung langfristig abgesichert." Derzeit weilt sogar eine Studentengruppe aus Pittsburgh in Voitsberg. Mraks sehnlichster Wunsch: Eine eigene Bahnhaltestelle direkt beim Areal des LKH Weststeiermark in Voitsberg.
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