11.10.2016, 08:02 Uhr

Projektstudie für das Gemeindeamt

Tüfteln über die Varianten zum Gemeindeamt, denn es stehen einige Investitionen an. (Foto: Cescutti)

Bgm. Erwin Dirnberger über wichtige Projekte in der Gemeinde Söding-St. Johann.

Nach der Gemeindezusammenlegung von Söding und St. Johann-K. wurde ein neues Gemeindeamt spruchreif. Wie weit sind die Überlegungen gediehen?
Erwin Dirnberger: Im Auftrag des Landes Steiermark wurde eine Projektstudie initiiert. Der Gemeinderat gab den Auftrag, folgende Bebauungsmöglichkeiten der vorhandenen Baufäche zu prüfen: Gemeindeamt, Polizeiinspektion, Arzt-Ordinationen, mögliche Apotheke, Festsaal und Trainingsräume für die Ringer des KSV Söding. Daher wurde die Studie modular aufgebaut. Für das erste Modul mit Gemeindeamt und Polizeiinspektion mit einer Investitionssumme von 2,7 Millionen Euro wurde die Förderwürdigkeit bereits bestätigt. Die weitere Vorgangsweise wird im Bauausschuss und danach im Gemeinderat beraten. Der Baubeginn für das neue Gemeindeamt hängt wesentlich vom vorher stattfindenden Architektenwettbewerb und der Finanzierung ab. Das Modul 2 mit Arzt-Ordination und Apotheke ist ein mittelfristiges Projekt.

Was passiert mit den alten Gemeindeämtern?
Dirnberger: In Söding haben die Volksschule und der Kindergarten erhöhten Platzbedarf, da wäre das alte Gemeindeamt zur Erweiterung ideal. In St. Johann könnten wir das Gebäude zur zusätzlichen Kinderbetreuung nutzen, es ist aber sanierungsbedürftig. Durch die letzten Unwetter mit Hagelschlag wurde auch der Festsaal in Söding in Mitleidenschaft gezogen, auch hier bedarf es einer Sanierung. Vor einer Sanierung werde ich in der Kleinregion prüfen, ob wir nicht gemeinsam eine Veranstaltungshalle bauen sollten. In dieser größeren Halle hätten dann zum Beispiel Staatsmeisterschaften unserer Sportvereine und ein Ballsaal Platz. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Söding-St. Johann ist eine Zuzugsgemeinde. Wie wirkt sich das aus?
Dirnberger: In mehrerlei Hinsicht sehr positiv. Die Volksschulen in St. Johann (mit rund 130 Kindern) und Söding (mit rund 100 Kindern) sind voll ausgelastet. Vom steirischen Kinderbetreuungsatlas der AK bekamen wir zuletzt die Top-Note und sind eine von vier Gemeinden im Bezirk Voitsberg, die alles anbieten kann. Von der Kinderkrippe bis zu einer achtwöchigen Ferienbetreuung. Durch die Lern- und Freizeitbetreuung sind die VS St. Johann und VS Söding Ganztagesschulen.
Im Wohnbau widmen wir uns der Aufgabe, die zentralen Lagen zu verdichten, haben aber bei manchen Baulandflächen ein Problem mit dem Oberflächenwasser. Hier versuchen wir kleinräumige Rückhaltebecken zu installieren. Derzeit läuft gerade die Revision des Flächenwidmungsplans und wir bearbeiten mehr als 60 Änderungswünsche. Ziel ist es, unserem Ruf als Wohnsitzgemeinde weiter gerecht zu werden. Erfreulich ist, dass wir zahlreiche junge, engagierte Unternehmer in der Gemeinde haben, die investieren, aber auch Lehrlinge ausbilden. Positiv zu erwähnen möchte ich auch, dass die Jugendlichen bei steirischen und österreichweiten Wettbewerben immer wieder Spitzenplätze erreichen. Hier gratuliere ich nicht nur den Lehrlingen, sondern auch den engagierten Lehrherren. Unser Straßennetz ist zwar in einem guten Zustand, es fallen trotzdem immer wieder Sanierungsarbeiten an. Wir haben ein perfekt organisiertes Vereinsleben mit vielen ehrenamtlichen Helfern. Das ist auch für das interne Zusammenwachsen der beiden früheren Gemeinden hilfreich.

Die Gemeinde hat ja auch einen relativ hohen Asylwerberanteil. Wie geht man damit um?
Dirnberger: Wir haben zwei Häuser, wovon in einem viele unbegleitete Minderjährige wohnen, aktuell beherbergen wir 63 Asylwerber. In der VS St. Johann werden ehrenamtlich Deutsch-Kurse für die Asylwerber aus dem Haus Kathi in Köppling abgehalten. Die Lebenshilfe Söding ist hauptsächlich für die Gesamtbetreuung der Asylwerber zuständig, der Verein Isop übernahm die Lernbetreuung für die Minderjährigen in der Lebenshilfe. Nach anfänglichen Problemen läuft es jetzt sehr gut. Die Gemeinde hat dafür gesorgt, dass Asylwerber gemeinnützige Arbeiten, z.B. teilweise die Blumenpflege oder das Aufräumen nach Sturmschäden mit einem geringen Entgelt übernehmen können.
Am Samstag, dem 22. Oktober, lädt die Lebenshilfe von 10 bis 14 Uhr zu einem Begegnungsfest mit den Asylwerbern in Kooperation mit der "Gesunden Gemeinde - Styria Vitalis" ein. Wir haben acht Nationen in der Gemeinde und haben festgestellt, dass vor allem der Fußball eine integrative Kraft hat. Das Ansinnen vom Land, weitere Quartiere in der Gemeinde zu installieren, haben wir abgelehnt, da wir die Quote derzeit übererfüllen.

Ein Wort noch zu den Feuerwehren.
Dirnberger: Wir haben mit der FF Hallersdorf, FF Köppling und FF Söding drei Feuerwehren in der neuen Gemeinde. Hallersdorf wurde vor kurzem Katastrophenstützpunkt im Bereichsverband Voitsberg. Alle drei Feuerwehren haben ihre Rüsthäuser am neuesten Stand und die Ausrüstung ist modernst. Dadurch werden die nächsten größeren Investitionen erst in einigen Jahren anfallen. Ich bin als Bürgermeister von Söding-St. Johann froh und dankbar, dass die Ehrenamtlichkeit bei uns sehr ausgeprägt ist.
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