02.01.2018, 11:41 Uhr

Der erfolgreichste Bezirk bangt um die "Aktion 20.000"

Der Voitsberger AMS-Leiter Franz Hansbauer würde das Ende der "Aktion 20.000" sehr bedauern. (Foto: AMS)

138 Dienstverhältnisse wurden seit 1. Juli im Rahmen dieser Aktion geschaffen.

Als Folge der Evaluierung und „der guten Konjunkturentwicklung hat die Bundesregierung auf gemeinsamen Vorschlag von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Sozialministerin Beate Hartinger-Klein per Umlaufbeschluss die Redimensionierung des ‚Beschäftigungsbonus‘ sowie die ‚Beschäftigungsaktion 20.000‘ beschlossen.“ Der weitere Ausbau der Maßnahmen werde als „nicht zielführend“ angesehen, heißt es in dem Beschluss vom Wochenende.

Verträge laufen weiter

Bei der „Aktion 20.000“ „werden Anträge positiv behandelt, die bis zum 31. Dezember 2017 genehmigt bzw. in Arbeit befindlich sind“, heißt es in einer Aussendung vom Montag. Der Entscheidung ist laut Regierung eine Evaluierung „nicht gegenfinanzierter Maßnahmen“ vorausgegangen.

138 neue Dienstverhältnisse

Der Voitsberger AMS-Leiter Franz Hansbauer bedauert diesen Schritt, allerdings rechnet er damit, dass diese Aktion noch evaluiert wird. Der Bezirk Voitsberg war in der Pilotphase seit 1. Juli 2017 der mit Abstand erfolgreichste Bezirk und schuf 138 neue Dienstverhältnisse für Über-50-Jährige. Damit drückten die Voitsberger die Arbeitslosenzahlen massiv. Im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahrs sind rund 500 Personen weniger arbeitslos. "Ich weiß nicht, wie es weitergeht", sagt Hansbauer. "Fix ist aber, dass die laufenden Dienstverhältnisse bis zum Juni 2019 bestehen bleiben. Nur neue kommen keine mehr dazu. Die meisten Personen hätten am ersten Arbeitsmarkt keine Chance gehabt, blühen jetzt aber richtiggehend auf und da sieht man, was Beschäftigung Positives bewirken kann."
Vor allem viele ältere Arbeitnehmer bekamen eine neue Perspektive in Gemeinden, Vereinen und gemeinnützigen Institutionen. Die Palette der Arbeitsplätze ist bereit und reicht von Kinderbetreuung über Recycling alter Stoffe bis hin zu Bauhofarbeiten in den Kommunen.
SPÖ-LAbg. Karl Petinger sieht im Stopp der "Aktion 20.000" eine Katastrophe. "Diese arbeitspolitische Maßnahmen konnte vielen Menschen helfen, die sonst als Problemfälle eingestuft worden wären. Es braucht zwar noch einen Beschluss im Nationalrat, ich kann diesen Schritt nur bedauern." Der Voitsberger Bgm. Ernst Meixner stößt ins gleiche Horn: "Wir beschäftigen in Voitsberg im Rahmen der Aktion 20.000 sieben Mitarbeiter, die sonst am Arbeitsmarkt wenig Beschäftigungschancen gehabt hätten! Alle sind froh, wieder arbeiten zu können und gebraucht zu werden. Mehr als traurig, dass Menschen, die ohnehin aufgrund ihres Alters schwer einen Arbeitsplatz finden, der neuen Bundesregierung egal sind!"
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