11.09.2014, 20:40 Uhr

Kernraum "pfeift" auf den Staub

Der steirische Wirtschaftsbunddirektor Kurt Egger warnt vor der Verordnung. (Foto: Robert Frankl)
Am 1. Oktober soll die neue "Luftreinhalte-Verordnung" des Landes in Kraft treten. Diese Verordnung ist ein schwerer Schlag für den Wirtschaftsstandort Voitsberg. Wirtschaftsbund-Obmann Peter Kalcher sieht die Wettbewerbsfähigkeit am Standort und Arbeitsplätze massiv gefährdet. "Wir fordern daher, dass einzelne Gemeinden im Bezirk Voitsberg aus dem Feinstaubsanierungsgebiet herausgenommen werden."
Im Bezirk Voitsberg gibt es zwei Messstellen, Voitsberg und Köflach. Einzig im "Feinstaub-Katastrophenjahr" 2011 war an einer Messstelle eine deutliche Überschreitung des rechtlich relevanten EU-Grenzwerts von 35 Tagen zu verzeichnen. Der österreichische bzw. steirische IGL-Grenzwert liegt bei 25 Tagen. Weiters spiegelt sich auch der generell positive Verlauf bei den Messstellen wider. Aufzeichnungen aus dem Jahr 2012 zeigen, dass die Region Voitsberg deutlicher unter dem EU-Grenzwert, aber auch unter dem strengeren Grenzwert des Immissionsschutzgesetzes Luft geblieben sind. Auch im Jahr 2013 setzte sich der positive Trend fort. Hier wurde bei beiden Messstellen auch der österreichische IGL-Wert von 25 Tagen nicht erreicht.
Was noch bemerkenswert ist: Im jahr 2006 wurde das ÖDK-Werk stillgelegt. Waren vor der Stilllegung die Grenzwerte in beiden Messstellen deutlich überschritten worden, besserten sich die Werte ab 2007 dramatisch. "Diese Fakten sprechen für sich. Somit ist die Notwendigkeit der Sanierungsgebiete in der Region Voitsberg in Frage zu stellen", sagt Kalcher. "Ich fordere die sofortige Streichung der ausgewiesenen Feinstaub-Sanierungsgemeinden im Kernraum Voitsberg."
Was wiederum auch Wasser auf den Mühlen des Köflacher Bgm. Willi Zagler ist, der seit Jahren um die Einführung von "Bad Köflach", also die Anerkennung als Kur-Ort kämpft. In Köflach wurde seit drei Jahren der EU-Grenzwert nicht mehr überschritten, seit zwei Jahren auch die IGL-Linie. Im Osten der Steiermark wehren sich die bekannten Thermenorte gegen diese Ausweitung, denn die neue Verordnung würde auch den Tourismus treffen, vor allem ist sie für das Image ganz schlecht.
Der Wirtschaftsbund Steiermark mit Dir. Kurt Egger an der Spitze warnt auch davor, dass sich die neue Verordnung negativ auf die Winterbauoffensive auswirken könnte. "Durch die künftigen Verwendungsbeschränkungen kommen erhebliche Einschränkungen auf unsere heimischen Betriebe zu", ärgern sich Egger und Kalcher. "Angesichts der immer höheren Steuer- und Bürokratielast in österreich ist das im Sinne einer verantwortungsvollen Standortpolitik nicht länger tragbar.
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