Bald heißt es "Weg vom Gas!": Währing beschließt Tempo 30

Hotspot Gentzgasse: Beim Zebrastreifen auf Höhe der Cottage-gasse werde oft gerast, berichtet eine Anrainerin.
  • Hotspot Gentzgasse: Beim Zebrastreifen auf Höhe der Cottage-gasse werde oft gerast, berichtet eine Anrainerin.
  • hochgeladen von Christine Bazalka

WÄHRING. Mehr Sicherheit: Das war das Hauptargument, das SPÖ und Grüne vorbrachten, als sie Tempo 30 im Inneren Währings, also vom Gürtel bis zur Gersthofer Straße, in der Bezirksvertretungssitzung beschlossen. "Gerade von Kindern und Eltern und auch von vielen Senioren bekommen wir seit Jahren Klagen darüber, dass es schwierig ist, die Straßen zu überqueren, wenn die Autos schnell fahren", sagt der Klubobmann der Währinger Grünen, Marcel Kneuer. Die Zahl teilweise Schwerverletzter im Straßenverkehr habe im vergangenen Jahr im Bezirk auf 139 deutlich zugenommen. 49 davon seien Fußgänger gewesen, sagt Bezirksrat Andreas Höferl (SPÖ): "Ein zu hohes Tempo der Autos war die häufigste Ursache."
Eine Temporeduktion habe aber, so die beiden Parteien, noch weitere Vorteile: Vor allem werde es dadurch leiser. Für Anrainer habe das Einhalten von Tempo 30 den gleichen Effekt, als würden nur die Hälfte der Autos unterwegs sein. Außerdem werde der Verkehr dadurch flüssiger.

Im Wohngebiet ist in Innerwähring Tempo 30 ohnehin bereits weitgehend Pflicht. Betroffen sind also jene Hauptverkehrsrouten, auf denen keine Straßenbahn fährt. Die Schienenstraßen sind nämlich ausgenommen. "Es geht vor allem um die Gentzgasse bis zum Aumannplatz, die Währinger Straße zwischen dem Aumannplatz und dem Gersthofer Platzl sowie die Martinstraße, die Gymnasiumstraße und die Sternwartestraße", sagt Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne). Beschwerden darüber, dass Autofahrer zu schnell unterwegs seien und Fußgänger beim Queren gefährden, gab es in der Vergangenheit aus der Gentzgasse und laut SPÖ auch aus der Gymnasiumstraße. Kritik an der Temporeduktion kommt von ÖVP, FPÖ und dem Autofahrerclub ÖAMTC.

Wiener Linien sind skeptisch

Dass in der Sternwartestraße und in der Anastastius-Grün-Gasse Busse verkehren, sei kein unüberwindbares Problem, obwohl die Wiener Linien einer Tempobeschränkung nur ungern zustimmen würden. Unsicherer ist die Lage in der Hasenauerstraße an der Grenze zu Döbling: Dort wünschen sich die Anrainer, wie berichtet, schon seit Längerem Tempo 30. Der 37A und der 40A verkehren dort aber auf einem relativ langen Abschnitt, weshalb die Wiener Linien bisher strikt dagegen waren. Man sei darüber noch im Gespräch, sagt Nossek.
Die Detailplanungen sollen jedenfalls in den nächsten Monaten abgeschlossen werden. Wenn alles nach Plan verläuft, soll die Verordnung noch im ersten Halbjahr 2018 in Kraft treten.

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