Eine Hommage an die Schwarzföhre

Lokalaugenschein im Türkenschanzpark: BOKU-Experte Johannes Tinter und Pecher Bernhard Kaiser (re.).
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WÄHRING. Wer einst Pech sein Eigen nennen konnte, hatte Glück. Das Baumharz der Schwarzföhre liefert diesen wertvollen Rohstoff. Interessierte gewannen im Türkenschanzpark bei der ersten Wiener Schaupecherei Eindrücke davon. BOKU Mobil, eine wissenschaftliche Plattform der Universität für Bodenkultur Wien, veranstaltete gemeinsam mit dem Verein "Keaföhrene" einen Informationstag zum Thema Pechgewinnung und Verarbeitung.

Die Anfänge der Harzgewinnung gehen in das 17. Jahrhundert zurück und waren damals eine lukrative Einnahmequelle für die zumeist in der Landwirtschaft tätigen Bauern. Bis zum Ende der 1970er Jahre florierte der Handel, dann wurde dieser wertvolle Rohstoff von Erdöl, welches viel billiger war, weitestgehend verdrängt. „Es ist uns wichtig, den Wienern diese einzigartige Schaupecherei präsentieren zu können, wie das Baumharz gewonnen wird und wozu man es verarbeitet“, so Johannes Tinter, Leiter des Projekts BOKU Mobil.

Schwarzföhre ist top

An einem Baum tropft langsam und gemächlich das zähe Harz in den Pechbecher. "Eine Tätigkeit, die viel Geduld, Wissen und Handfertigkeit voraussetzt", sagt Bernhard Kaiser, einer der letzten Pecher Österreichs. Das Holz der Schwarzföhre ist durch seine Struktur und den hohen Harzgehalt extrem belastbar, wasserbeständig, robust und kommt daher in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz. Daraus gewonnene Produkte sind Schnaps, Waldbier, Hautbalsam und Kienspan zum Räuchern.

Bald als Kaugummi?

"Sogar eine Kaugummivariante ist geplant. Als gesunde Alternative zum handelsüblichen Chemieprodukt“, meint Umweltexpertin Sandra Falkner, die ihr Erzeugnis liebevoll als „Alpengummi“ bezeichnet. 2011 wurde auch die UNESCO auf diese Baumart und ihre universelle Nutzung aufmerksam und nahm die Pecherei Hernstein (Niederösterreich) als immaterielles Kulturerbe in ihre Liste auf.

Autor:

Wolfgang Unger aus Leopoldstadt

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