Dauerwald
Jung statt Alt auch im Michaelerwald

Bei der Waldbegehung mit Anrainer Wolfgang Sigmund (r.) erklärt Förster Günther Lauscher (l.), wieso Bäume geschlagen werden.
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Baummord im Michaelerwald? Keineswegs. Förster Günther Lauscher erklärt, was dahinter steckt.

WÄHRING. Sein Gebiet ist zirka 1.000 Hektar groß. Vom Kahlenbergerdorf bis zur Loislalm ist Förster Günther Lauscher in den Ausläufen des Wienerwalds täglich unterwegs. Dabei hat er jeden Baum fest im Blick.

So auch einige Anrainer. Weil in den letzten Wochen vermehrt Bäume im Michaelerwald gefällt wurden, machen sich viele Währinger Sorgen um die Natur vor ihrer Haustür.

Wald bleibt Wald

"Die Befürchtungen, dass Bäume abgeholzt werden und auf der Fläche plötzlich ein Neubau steht, ist völlig unbegründet", erzählt Lauscher den Anrainern bei einer Waldbegehung. "Österreich hat eines der strengsten Forstgesetze der Welt: Der Wald ist damit bestens geschützt." Weshalb in den Laubwäldern dennoch Bäume abgeholzt werden, hat zwei Gründe: Zum einen die Sicherheit und zum anderen die Art der Waldbewirtschaftung.

"Wir sind gerade dabei, einen Dauerwald aufzubauen", sagt der Förster der Magistratsabteilung 49 (Forst- und Landwirtschaftsbetriebe). "Dauerwald bedeutet, dass es Bäume aller Altersstufen im Wald gibt." So braucht es weniger Pflege und das Ökosystem kann mehr sich selbst überlassen werden. Bis der Dauerwald herangewachsen ist, benötige es jedoch 70 bis 100 Jahre.

Sicherheit im Wald

Bestimmte Bäume werden aber auch entfernt, weil sie gefährlich sind. "Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, dass die markierten Wege im Wald sicher bleiben", erklärt Lauscher. "Ist ein Baum morsch oder bekommt er  Faulstellen, muss er weg." Dass Bäume kaputt werden, hat unterschiedliche Gründe. Vor allem das Eschentriebsterben kommt in den letzten Jahren vermehrt vor. "Es handelt sich dabei um einen aus Asien kommenden Pilzbefall, der unsere heimischen Eschen zugrunde gehen lässt", meint Lauscher.

Wird ein Baum morsch, wartet man nicht, "bis er zerbröselt", so der Fachmann: einerseits wegen der Sicherheit, andererseits damit junger Wald nachwachsen kann. "Wir betreiben eine Forstwirtschaft – natürlich wird der Rohstoff auch verkauft, damit regionale Möbel produziert werden können", klärt Lauscher auf. Dort, wo geschlagen wird, haben junge Bäume mehr Platz sowie Licht und können dann besser wachsen. Das soll irgendwann ganz von alleine gehen. Damit der Wald auch Wald bleibt.

Bei der Waldbegehung mit Anrainer Wolfgang Sigmund (r.) erklärt Förster Günther Lauscher (l.), wieso Bäume geschlagen werden.
Im Michaelerwald werden alte Bäume gefällt, damit junge wachsen können. In dem geplanten Dauerwald sollen irgendwann Bäume aller Altersstufen vertreten sein.

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