Semmelweis-Areal: Schluss mit der Musik?

Auch diese beiden Anrainer sind besorgt, dass am Semmelweis-Areal bald Luxuswohnungen gebaut werden könnten.
  • Auch diese beiden Anrainer sind besorgt, dass am Semmelweis-Areal bald Luxuswohnungen gebaut werden könnten.
  • hochgeladen von Mathias Kautzky

WÄHRING. Für 14,2 Millionen Euro wurden die drei Pavillons am Semmelweis-Areal, in denen heute die private Musikschule "Amadeus International School" eingemietet ist, im Jahr 2012 von der Stadt Wien an die Amadeus Vienna Campus Eigentümergesellschaft verkauft, die dem Immobilienunternehmer Nikolaus Peter Lengersdorff mit Sitz am Graben gehört.

Viel zu billig, wie Währings FPÖ-Obmann Udo Guggenbichler meint: "Man kann es nur als „Nacht-und-Nebel-Aktion“ der Stadt bezeichnen, als man um rund 100 Millionen unter dem Marktwert verkauft hat." Hintergrund ist, dass in der Gegend Quadratmeterpreise von etwa 6.000 Euro üblich sind - bei 18.000 Quadratmetern Gesamtfläche ergeben sich 108 Millionen Euro als angenommener Marktpreis. Allerdings nur in der Theorie - denn dabei handle es sich um den Marktpreis von Grundstücken mit voller Babauungsfreiheit, dazu seien bei derart großen Immobiliendeals gewaltige Preisnachlässe ebenso üblich, wie man aus Immobilienkreisen hört.

Ein anderer Teil des Areals mit 27 Prozent der Gesamtfläche ist für Wohnungen umgewidmet und mittlerweile an den Bauträger At Home verkauft worden. "At Home gehört allerdings der Gewerkschaft, und steht damit der SPÖ nahe", erklärt Elisabeth Natterer von der Bürgerinititiative "Semmelweisareal erhalten".

Stadtrat Markus Wölbitsch (ÖVP) spricht deshalb von "dringendem Untreueverdacht". ÖVP-Klubobmann Manfred Juraczka ergänzt, dass man wegen des Verkaufs weit unter dem Marktwert und ohne rechtmäßiges Verfahren "den Stadtrechnungshof eingeschaltet" habe.

Die Politik verteidigt sich

Die Regierungsfraktionen SPÖ und Grüne verteidigten damals die Liegenschaftsverkäufe.  SPÖ-Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal erklärt, wegen des Denkmalschutzes und der hohen Auflagen habe sich "kaum jemand für das Areal interessiert". „Die Idee war, dieses Areal nicht höchstpreisig zu verwerten und damit ausschließlich Luxuswohnungen zu bekommen, sondern eben eine Musikschule“, sagte der grüne Gemeinderat Christoph Chorherr.

Ebendiese Musikschule steht aktuell im Mittelpunkt von Gerüchten, wonach seit Monaten keine Miete mehr bezahlt wurde. Nun kam es sogar zu einer Räumungsklage seitens der Eigentümergesellschaft. Schuldirektor Chris Greulich betont, dass "die Amadeus International School ihre vertraglichen Verpflichtungen gegenüber der Liegenschaftseigentümerin, der Amadeus Vienna Campus Eigentümergesellschaft stets erfüllt" habe.

Elisabeth Natterer erzählt jedoch, dass sie desöfteren durch das Semmelweisareal spazieren würde und in der Musikschule "kaum Betrieb" merkbar wäre. Auch mit dem immens hohen Schulgeld von 15.000 Euro pro Jahr und mehr wäre ihrer Meinung nach die Musikschule "mit so wenig Schülern nicht zu erhalten". In der Musikschule betont man jedoch den "florierenden Betrieb mit Schülern aus 47 Nationen."

Um ein wenig Ruhe in die Vorgänge um das Semmelweis-Areal zu bringen, hat Planungsstadträtin Maria Vassilakou nun eine dreijährige Bausperre verhängt. Udo Guggenbichler: "Bis zum Beginn der Bausperre im September kann der Eigentümer aber täglich einen gültigen Baubescheid bekommen - somit ist die Bausperre völlig wirkungslos!"

Wohnungen statt Musikschule?

Nun stehe wieder die Gefahr im Raum, dass die Musikschule in Luxuswohnungen umgebaut würde, denn "die Wiener Bauordnung kennt keine Bildungswidmung - daher ist jede Wiener Schule als Wohnbau gewidmet", so Guggenbichler weiter.
Man könnte den Widmungszweck allerdings im Flächenwidmungsplan fixieren, "das wurde hier aber versäumt!", erklärt Guggenbichler.

Bezirksvorsteherin Silvia Nossek ist froh, "dass die Stadt aus ihren Fehlern gelernt hat und auf solchen wertvollen Grundstücken nur mehr ein Baurecht vergibt - und sie nicht mehr verkauft. Die Stadt sollte prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten zur Rückabwicklung zur Verfügung stehen. "Am 18. Juli tagt der Bauausschuss, da werden wir uns alles genau anschauen und auch über eine Widmungsänderung sprechen."

Von Bürgermeister Michael Ludwig, der im Jahr 2012 als Wohnbaustadtrat für den Deal mitverantwortlich war, heißt es, dass grundbücherlich sichergestellt sei, dass am Areal "in den nächsten 30 Jahren ein Schulbetrieb stattfinden" müsse. Das könne nur mittels Zwangsversteigerung aufgehoben werden - genau diese steht nun allerdings im Raum.

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