Pensionistenwohnheim an der Türkenschanze
Senioren dürfen in Währing bleiben

Das Pensionistenwohnheim an der Türkenschanze kann bleiben wie es ist. Niemand muss gehen!
  • Das Pensionistenwohnheim an der Türkenschanze kann bleiben wie es ist. Niemand muss gehen!
  • Foto: Foto: Lembcke
  • hochgeladen von Larissa Reisenbauer

Der Bau des Pensionistenwohnheims an der Türkenschanze wurde gestoppt. Die Senioren und die Politik haben sich geschlossen gegen eine Umsiedlung ausgesprochen.

WÄHRING. Geplant hatte der Fonds Soziales Wien (FSW) die Schaffung neuer Pflegeplätze im Bezirk. Da rund zwei Drittel der jetzigen Appartments in Zimmer für Plegebedürftige umgewandelt werden sollten, hätten die Hälfte der Bewohner ausziehen müssen. Ein geschlossenes "Nein" von Politik und Senioren brachte nun die Wende.
Unlängst präsentierte der FSW den Bewohnern des Hauses an der Türkenschanze das Projekt mit besten Absichten. "Unzumutbar, dort während der Bauarbeiten zu wohnen", hieß es noch von deren Geschäftsführerin Anita Bauer. Ein ähnliches Vorhaben wurde bereits in zehn anderen Häusern durchgeführt, daher kam der entstandene Gegenwind der Bewohner überraschend.

Stimmen werden laut

Geschlossen stellten sich die politischen Fraktionen Währings jedoch hinter die Pensionisten und forderten Maßnahmen dagegen. "Ich kann die mittelfristige Strategie, mehr Pflegekapazität zu schaffen, nachvollziehen, aber nicht den Umgang mit den Senioren. Auch verstehe ich nicht, warum der Bezirk in die Planungen nicht miteinbezogen wurde", gibt Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) zu bedenken. "Viele neue Bewohner haben erst in die Anfertigung von Möbeln für ihre Zimmer investiert", denkt Klubobfrau von Neos Währing Birgit Cottogni an die Pensionisten. Ebenso wie FPÖ-Klubobmann Georg Köckeis: "Durch die geplante Maßnahme werden Senioren aus ihrer gewohnten Umgebung entwurzelt." Gemeinsam forderten sie eine Befragung der Bewohner. Einbezogen wurde dabei auch der neue Senioren- und Sozialbeauftragte Michael Trinko: "Die Umfrage war sehr deutlich. Die Bewohner wollen keinen Umbau und keine Umsiedlung. Schließlich habe man sich ganz speziell dieses Haus ausgesucht, um darin zu wohnen."

Bedarf nach Pflege bleibt

Nach dieser klaren Entscheidung der Bewohner wurde vom Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) und dem FSW ein sofortiger Stopp anberaumt. Die Bewohner können aufatmen. "Dennoch herrscht im Haus noch große Unsicherheit. Denn die Frage nach den benötigten Pflegeplätzen im Bezirk bleibt offen", so Trinko.
"Wir sind alle froh, dass die Wünsche der Senioren erfüllt werden konnten. Doch das Problem des Pflegebedarfs in Währing bleibt bestehen. Es müssen dafür mehr Plätze geschaffen werden, ohne den bestehenden Wohnraum zu minimieren. Hierfür muss nun gemeinsam nach einer Lösung gesucht werden", weiß Nossek.
In zwei Wochen ist ein gemeinschaftliches Gespräch zwischen Silvia Nossek, dem KWP, dem FSW und Michael Trinko anberaumt. Es soll über andere Möglichkeiten diskutiert werden.
"Die ehemalige Semmelweis-Klinik wäre eine gute Idee, um das Projekt umzusetzen", sind Nossek und Trinko sich einig.

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