Wiener Berufsrettung
Währinger traf seinen Lebensretter

"Er ist so groß, wie ich ihn in Erinnerung habe", scherzt Kießlinger mit dem 1,95 Meter großen Janczer beim Wiedersehen.
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  • "Er ist so groß, wie ich ihn in Erinnerung habe", scherzt Kießlinger mit dem 1,95 Meter großen Janczer beim Wiedersehen.
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Fast tot und dann doch lebendig: Marcel Janczer traf den Mann, der ihm das Leben gerettet hat.

WÄHRING. Man sieht sich immer zweimal im Leben, besagt eine Redewendung. Im Falle von Marcel Janczer und Matthias Kießlinger trifft dies zu. In der Zentrale der Berufsrettung Wien treffen sich die beiden nun zum zweiten Mal. Die Stimmung ist gut und das Gespräch sehr nett – auch nicht sehr überraschend, wenn man den Anlass dieses Treffens bedenkt. Denn Kießlinger ist Sanitäter und hat Janczer vor nicht allzu langer Zeit das Leben gerettet.

"Er war eigentlich tot", erinnert sich Kießlinger an den 10. April zurück. Den Tag, an dem er Marcel Janczer unter äußerst dramatischen Bedingungen zum ersten Mal begegnete.

Für Janczer ist es eigentlich ein Tag wie jeder andere. Er besucht ein Fitnessstudio an der Grenze von Währing zu Döbling. Doch dann, wie aus dem Nichts, bricht er zusammen. Er atmet nicht mehr. Die Anwesenden reagieren und rufen die Rettung.

Matthias Kießlinger, als sogenannter "Field Supervisor" – also Spezialist für Reanimationen – rückt an. Und danach geht alles sehr schnell.
"Als ich ankam hatte er einen Herz-Kreislauf-Stillstand und Kammerflimmern. Ich gab ihm mit dem Defibrillator einen Schock, und sein Herz begann wieder zu schlagen. Doch dann wieder: Kammerflimmern. Ich schockte erneut. Wieder schlug das Herz. Aber nur kurz. Ich nahm wieder den Defibrillator und gab ihm diesmal noch zusätzlich reanimierende Medikamente, die er zum Glück gut aufnahm", schildert Kießlinger den Einsatz. Dabei leistete der Sanitäter beste Arbeit und rettete ein Menschenleben.

Außergewöhnliches Treffen

17 Tage lang blieb Janczer im Krankenhaus, nach denen er sich nun bester Gesundheit erfreut. Das beweist er bei dem Treffen mit seinem Lebensretter. "Ich kann mich an das alles kaum erinnern. Aber es war natürlich ein Schock", erzählt er. Geschockt war auch Ehefrau Anne Wieben-Janczer, die bei dem Treffen mit dabei ist. "Ich war, als das passierte, in den USA. Ich hab dann alles versucht, um so schnell wie möglich nach Wien zu kommen. Ich wollte da sein, wenn er seine Augen aufmacht", erinnert sie sich unter Tränen. Sehr emotional ist das Treffen aber für alle Beteiligten. "Ich bin dankbar und weiß, wie kurz das Leben sein kann", sagt Janczer.

Für den seit 15 Jahren als Sanitäter arbeitenden Kießlinger ist es ebenfalls ein denkwürdiger Moment. "Es ist das erste Mal, dass ich jemanden, den ich reanimiert habe, wiedertreffe. Es ist ein tolles Gefühl, ihn wieder so fit zu sehen. Definitiv einer der schönsten Momente meines beruflichen Lebens", so Kießlinger.

"Er ist so groß, wie ich ihn in Erinnerung habe", scherzt Kießlinger mit dem 1,95 Meter großen Janczer beim Wiedersehen.
Autor:

Naz Kücüktekin aus Hernals

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