02.10.2014, 00:00 Uhr

Wie ein Mensch „programmiert“ wird

(Foto: Foto: privat)

Frühkindliche Prägung: Übergewicht, Allergien – was in den ersten 1000 Tagen „angelegt“ wird.

(skl). Unsere Gene sind nicht unser Schicksal. So liegen immer mehr Studien vor, die einen engen Zusammenhang zwischen Umweltfaktoren (Schadstoffen, Allergenen), Lebensstil (Ernährung, Bewegung) vor und nach der Geburt und langfristiger Gesundheit bzw. Leistungsfähigkeit im Erwachsenenalter nachweisen.

Frühe Einflüsse sind prägend

Laut der Wissenschaft der frühkindlichen Prägung (Early Life Programming) kommt dabei der Ernährung eines Kindes während der ersten 1.000 Tage (von der Empfängnis bis zum Alter von zwei Jahren) eine Schlüsselrolle zu. Pädiater Karl Zwiauer: „Nur ein geringer Anteil der lebenslangen Gesundheit wird durch die genetische Veranlagung bestimmt. Wie gesund oder krank der Mensch im Alter ist, wird größtenteils durch die Stoffwechselwege (metabolisch) bestimmt, die bereits früh im Leben angelegt und stark von Umweltfaktoren beeinflusst werden“. Das sei auch epigenetisch von Bedeutung, so Ernährungswissenschafter Jürgen König: „Einzelne Bereiche des Erbguts werden aktiviert oder deaktiviert – je nachdem, welchen frühkindlichen Einflüssen man ausgesetzt war".

Schutzfaktor Muttermilch

Auch das Übergewicht wird bereits im Mutterleib festgelegt: Ist der Fetus mit bestimmten Nährstoffen unter- oder überversorgt, kann dies im Erwachsenenalter Adipositas sowie Stoffwechselprobleme wie Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes zur Folge haben.
Der wichtigste positive „Programmierer“ in der frühen Kindheit sei die Muttermilch, so Moenie van der Kleyn, Hebamme und IBCLC Stillberaterin. Denn Stillen ist ein wichtiger Schutzfaktor: Es reduziert das Adipositasrisiko im späteren Leben, unterstützt die Reifung des Immunsystems und senkt das Risiko für Allergien und Infektionen. Die Voraussetzung ist ein gesunder Lebensstil der Mutter. „Stillen ist das Beste für ein Baby“, ist Christoph Mayer, GF von Milupa Österreich, überzeugt. So wird bei Milupa seit über 30 Jahren an den Geheimnissen der Muttermilch geforscht, um auch die Babynahrung für all jene Kinder, die nicht gestillt werden (können), bestmöglich anzugleichen.
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Lucia Zeiger aus Innere Stadt | 02.10.2014 | 08:04   Melden
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