27.11.2016, 15:39 Uhr

"Allegorie auf Alexander van der Bellen und Norbert Hofer bei der Bundespräsidentenwahl", Diptychon von Matthias Laurenz Gräff

Matthias Laurenz Gräff, Ölgemälde, Diptychon "Allegorie auf Alexander van der Bellen und Norbert Hofer bei der Bundespräsidentenwahl", 120x80cm/120x80cm, 2016 (Foto: Erlaubnis erhalten)
Das Diptychon hat ein zeitpolitisches Thema zum Inhalt. Es behandelt den Blick des Künstlers auf die österreichische Bundespräsidentschaftswahl 2016 - in der sich die beiden Kandidaten Alexander van der Bellen (unterstützt durch die Grünen) und Norbert Hofer (FPÖ) in der Stichwahl am 24. Mai gegenüberstanden - und die aktuelle politische und gesellschaftliche Lage in Österreich. Da aber - nach Fertigstellung des Gemäldes - der österreichische Verfassungsgerichtshof das Urteil auf Antrag der FPÖ vom 8. Juni mit 1. Juli 2016 aufhob - und die Stichwahl nach einer Panne bei der Herstellung von Briefwahlunterlagen schlussendlich vom 2. Oktober auf den 4. Dezember 2016 verschob - handelt es sich bei diesem Diptychon lediglich um eine Momentaufnahme für den für nichtig erklärten Wahlausgang.

Erklärung des Gemäldes vor der aufgehobenen Stichwahl:
Der obere Teil zeigt schlussendlich den durch die Bevölkerung gewählten Van der Bellen in einer Allegorie des Sankt Georg, des Drachentöters. Reitend, auf einem steigenden Pferd, schwebt er in einer antik anmutender Gewandung, geziert mit der rot-weiß-roten Schärpe, sowie mit einem gezogenen Schwert bewaffnet, über dem Drachen. Sein Sieg symbolisiert die Hoffnung der noch nicht radikalisierten, ausländerfeindlichen und Anti-Europa / Anti-EU gesinnten Bevölkerung des Staates, und gilt als deren Hoffnungsschimmer für einen vereinten Staat, der integriert und in seinen demokratischen Grundfesten gesichert ist.
Der untere Teil zeigt jenen Drachen, der sich auf Österreich zuschiebt, welches teilweise und schematisch dargestellt ist. Das Ungetier ist mit den Köpfen führender FPÖ-Politiker versehen; so ist dessen rechter Kopf mit dem Konterfei Hofers bestückt, während der linke Kopf Parteiobmann Heinz-Christian Strache darstellt, der schreiend mit erhobenem Arm und geballter Faust die Richtung der Partei und der Ideologie vorgibt. Abgeschlagen am Boden befindet sich der Kopf des verstorbenen früheren Parteiobmannes, Chefideologen und Scharfmachers Jörg Haider. Das Blut des grünen Drachens, welches dem Ungeheuer auf seinem Weg auf Österreich vorangeht, symbolisiert die Methodik des Rechtspopulismus, der Verunsicherung und der Radikalisierung, in der die Partei auch durch deren Duldung und einem Naheverhältnis zu rechtsradikalen Gruppierungen wie der Identitären Bewegung Österreich, oder auch anderer diverser rechts stehender Parteien wie der deutschen AfD in Europa steht. Die ausschweifenden Drachenschwänze zeigen wie weit die Gesellschaft schon mit radikalen und teilweise auch faschistischem Gedankengut determiniert und aufgeweicht wurde
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