07.11.2016, 14:20 Uhr

Einbahnen im Cottageviertel ärgern Anrainer

Die neuen Einbahnen im Cottage sorgen für Unmut.

Seit der Neuregelung wird zu schnell gefahren, sagen Leserinnen und Leser der Bezirkszeitung.

WÄHRING. Seit Anfang September gelten im Währinger Cottage neue Einbahnregelungen. Nach ein paar Wochen Eingewöhnungszeit sind sich einige Anrainer sicher: Mit dem neuen Konzept sind sie nicht glücklich.

Die Kritik: Nachdem Autofahrer nun nicht mehr mit Gegenverkehr zu rechnen haben, würden viele mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Gassen rasen. Außerdem seien durch die neue Einbahnführung unnötige Umwege entstanden. "Unnötige Fahrten und Spritverbrauch" beklagt Friedrich Birkner die Einbahn in der Anton-Frank-Gasse, "durch die Einbahnregelung verlängert sich mein Weg zur Arbeit um täglich 500 Meter, das sind 168 Kilometer im Jahr", schreibt Leserin Michaela A. Sie hat außerdem beobachtet, dass es mehr Verkehr durch die kleinen Gassen in Richtung Aumannplatz gibt.

Die Neuregelung ist notwendig geworden, weil die Gassen im Cottage laut Straßenverkehrsordnung entweder zwei Parkstreifen und einen Fahrstreifen oder einen Parkstreifen und zwei Fahrstreifen zulassen – für mehr ist es eigentlich zu eng. "Hier ist jahrelang ein Auge zugedrückt worden, aber es ist rechtswidrig", sagt Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne), "am liebsten hätte ich nicht hingegriffen, aber ich hatte keine andere Wahl."

Einbahnen auch im 19.

Über der Bezirksgrenze in Döbling wurde übrigens vor kurzem ganz ähnlich gehandelt: Die Cottage-Straßenzüge Blaasstraße, Gustav-Tschermak-Gasse, Eichendorffgasse, Nedergasse und Linnéplatz sind seit kurzem Einbahnen. Der Grund ist der gleiche, die Parkplätze auf beiden Straßenseiten werden dadurch legalisiert.

Die neue Regelung wird laut Bezirkschefin Silvia Nossek im Frühjahr evaluiert. "Wir sammeln alle Beschwerden, die bei uns eingehen, um herauszufinden, wo es hakt." Bisher habe sich aber noch kein konkreter Punkt herauskristallisiert. Nossek möchte indes die Raser nicht mit Maßnahmen wie Bodenschwellen bremsen: "Das kostet Geld, das woanders sinnvoller investiert wäre." Radfahren gegen die Einbahn ist in allen Einbahnstraßen im Cottage erlaubt. "Schon allein deswegen sollten Autofahrer sich einbremsen, sie müssen ja immer mit Gegenverkehr rechnen", sagt Nossek. Sie kündigt außerdem an, die Polizei zu bitten, vermehrt im Gebiet zu kontrollieren. Auch das Tempomessgerät des Bezirks wird in nächster Zeit im Cottage aufgestellt.
Was das Verkehrsaufkommen betrifft, kommen in der Bezirksvorstehung unterschiedliche Rückmeldungen an, sagt Nossek: "Es gibt die Beobachtung, dass vermehrt Schleichwege genutzt werden, aber auch, dass in der Hasenauerstraße mehr Autos unterwegs sind." Das Einbahnkonzept sei so entworfen worden, dass in etwa gleich viel Verkehr wie vorher herrschen sollte.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.