Faktencheck
Angeblich "illegale" Camper in Waidhofen zahlen Gebühren

Das Volksfestgelände hat sich in einen Campingplatz verwandelt. Nicht zur Freude aller.
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  • Das Volksfestgelände hat sich in einen Campingplatz verwandelt. Nicht zur Freude aller.
  • Foto: Bezirksblätter.tv
  • hochgeladen von Peter Zellinger

Aufregung über Wohnwägen am Volksfestgelände. Fassadenreinigung soll nicht mehr angeboten werden.

WAIDHOFEN. Aktuell campieren am Volksfestgelände rund 20 Wohnwagen. Das führt zu Aufregung bei den Waidhofnern und vor allem in den sozialen Netzwerken. Die Stadtgemeinde steht in der Kritik, die Camper seien hier kostenlos, während reguläre Gäste am benachbarten Campingplatz Gebühren zahlen, Müll werde nicht fachgerecht entsorgt und generell würden die vornehmlich aus Deutschland und Frankreich stammenden Gäste etliche Sonderrechte genießen.

Sämtliche Kosten werden weiterverrechnet

Doch stimmt das? Zeit für einen Faktencheck: Herbert Höpfl (IG Waidhofen) ist zuständiger Stadtrat für den Campingplatz. Gemeinsam mit Stadträtin Marlene Lauter (ÖVP) kümmert er sich seit dem Wochenende um die Neuankömmlinge. Doch campen die Bewohner der rund 20 Wagen hier gratis? "Nein, Gebühr wird bezahlt und es wurde sogar eine Kaution hinterlegt", so Höpfl.

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Noch im Lauf der Woche werden mobile Toiletten aufgestellt. "Auch diese Kosten werden von den Roma übernommen", so der Stadtrat, der gleichzeitig betont, dass man auch bei der Müllentsorgung übereingekommen sei. Aktuell ist man noch dabei eine Stromversorgung zu legen damit nachts die Generatoren abgestellt werden können, was ebenfalls zu Anrainerbeschwerden geführt hat. Aufgrund der Menge der zu versorgenden Wohnwägen stellt das aber eine Herausforderung dar - aber auch diese Kosten werde man weiterverrechnen, so Höpfl. "Was wir sicher nicht wollen, ist hier am Volksfestgelände einen zweiten Campingplatz zu schaffen."

Hinsichtlich der Corona-Krise und einer möglichen Nachverfolgung von Kontakten, habe man sich ebenfalls geeinigt, so Höpfl. Ausweise liegen vor, die Camper sind korrekt gemeldet.

Fassadenreinigung soll nicht mehr angeboten werden

Lediglich beim "Angebot" der Fassadenreinigung gab es Handlungsbedarf. Der Schmäh: Um 400 Euro pro Seite wird die Fassade gereinigt. Die Arbeit wird aber meist nicht fachgerecht durchgeführt und am Ende ist die Reinigung meist teurer, als vereinbart. Wird nicht gezahlt, werden die Männer meist schnell ungemütlich. 

Vor allem die sehr nachdrücklich geführten Verkaufsmethoden sorgen in sozialen Netzwerken für Aufregung. Für Kundschaften für Einbrüche ist die da die Rede. Zwar sind aktuell noch keine Einbrüche bekannt, aber die Stadt hat reagiert. Ein Verbot die Fassadenreinigung durchzuführen ist schwierig: Ein gültiger Gewerbeschein liegt vor. Aber: "Es wurde vereinbart, dass unsere Gäste diese Dienstleistung nicht mehr anbieten, ansonsten müssen sie das Gelände verlassen", so Höpfl.

Mittlerweile warnen Polizei und Konsumentenschützer davor, darauf einzugehen. Im Zweifelsfall sei es hilfreich das Kennzeichen zu notieren und die Polizei zu informieren. Dennoch, so der Stadtrat: "Die Waidhofner müssen nicht um ihre Sicherheit besorgt sein. Grundsätzlich herrscht ein gutes Einvernehmen und bislang gab es keine gröberen Probleme. Die Roma kommen schon seit meiner Kindheit nach Waidhofen, weil sie hier bislang freundlich empfangen wurden", so Höpfl.

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Stadtrat Herbert Höpfl: "Es gibt gutes Einvernehmen".

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