Kurzarbeit
Arbeiterkammer warnt vor Sozialbetrug

Kurzarbeit im Homeoffice? Was paradiesisch klingt, wird von manchen Chefs ausgenutzt.
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  • Kurzarbeit im Homeoffice? Was paradiesisch klingt, wird von manchen Chefs ausgenutzt.
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Gekündigte Mitarbeiter statt Kurzarbeit. Kurzarbeit um Bilanzen zu frisieren - aktuell berichtet die Arbeiterkammer Waidhofen von vielen Verdachtsfällen.

WAIDHOFEN. Das Kurzarbeitsmodell wird aktuell durchwegs als schnelle Maßnahme mit nur geringen Einbußen für die Betroffenen gelobt. Doch gibt es manche, die auf Kosten des Steuerzahlers versuchen die Bilanzen aufzufetten, wird aus der Arbeiterkammer berichtet.
Bei der Arbeiterkammer werden aktuell Sonderschichten geschoben und jeder verfügbare Mitarbeiter macht Telefondienst. Gekündigte Arbeitnehmer oder Fragen zur Kurzarbeit dominieren gerade das Geschäft.

Angst vorm Formular, Schmähs bei der Arbeitszeit

"Vor allem bei der Arbeitszeitaufzeichnung passieren oft sehr seltsame Sachen", so Christian Hemerka von der Arbeiterkammer Waidhofen. So käme es immer wieder vor, dass Mitarbeiter in Kurzarbeit plötzlich nicht mehr ganz klassisch "einstempeln" dürfen, sondern ihre Arbeitszeitaufzeichnungen händisch führen und später dem Chef abgeben müssen. "Da liegt natürlich der Verdacht nahe, dass die tatsächlichen Arbeitszeiten gefälscht werden", so Hemerka.

Dass sie in plötzlich Kurzarbeit machen müssen, dazu kommt es bei vielen Arbeitnehmern aber gar nicht. Manchen Dienstgebern ist das Ausfüllen des Formulars bereits zu kompliziert und sie setzen ihre Mitarbeiter einfach vor die Tür. "Das wird Unternehmern anscheinend auch von manchen Steuerberatern geraten die Mitarbeiter hinauszuwerfen bevor sie ein paar Formulare ausfüllen müssen. Manche sind offensichtlich von der Kurzarbeit wenig begeistert", so Hemerka, der gleichzeitig betonen möchte, dass es sich um eine Minderheit handelt. Aber: "Wenn wir schon so ein tolles Modell haben, sollten wir es auch nützen."

Christian Hemerka: "Es passieren sehr seltsame Dinge bei Arbeitszeitaufzeichnungen".
  • Christian Hemerka: "Es passieren sehr seltsame Dinge bei Arbeitszeitaufzeichnungen".
  • Foto: Koller
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Die dritte Gruppe der Anfrage betrifft Menschen in Risikogruppen, die sich informieren wollen, ob sie, wie von Gesundheitsminister Rudolf Anschober angekündigt, vom Dienst freigestellt werden können. "Dazu können wir leider noch keine Auskunft geben, weil die rechtliche Grundlage fehlt", so Hemerka. Man wisse selbst nicht mehr, als in den Pressekonferenzen berichtet wurde.

Es drohen Haftstrafen!

Dem AMS zufolge wird die korrekte Einhaltung der Regeln für die Kurzarbeit streng kontrolliert. Ob es schwarze Schafe unter den Dienstgebern gibt, die ihre Mitarbeiter zwar zur Kurzarbeit anmelden, aber die gleiche Arbeitsleistung wie in einer 40-Stunden-Woche verlangen? "Der Verdacht ist jedenfalls da. Wenn sich das bewahrheitet ist das Sozialbetrug. Wenn das alle so machen sind wir finanziell am Ende", so Hemerka, der auf das Interview in der ZIB 2 von Armin Wolf mit AMS-Vorstand Johannes Kopf verweist: "In solchen Fällen drohen Haftstrafen."

Kurzarbeit im Homeoffice? Was paradiesisch klingt, wird von manchen Chefs ausgenutzt.
Christian Hemerka: "Es passieren sehr seltsame Dinge bei Arbeitszeitaufzeichnungen".

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