Der Bezirk Waidhofen rettet den Nikolaus

Der Nikolaus darf im Bezirk auch weiterhin Geschenke bringen.
  • Der Nikolaus darf im Bezirk auch weiterhin Geschenke bringen.
  • hochgeladen von Peter Zellinger

WAIDHOFEN. Wintermarkt statt Christkindlmarkt, Lichterlfest statt Martinsfeier. Religiöse Bräuche stehen immer öfter im Zentrum der Kritik. Besonders an Schulen und Kindergärten sorgt das Thema für Aufregung. Wir haben Kindergärten im Bezirk Waidhofen befragt, ob der Nikolaus „Hausverbot“ bekommt oder weiter Geschenke bringen darf.

Nikolaus ja, Krampus nein

"Natürlich besucht der Nikolaus den Kindergarten", sagt Renate Zimmel, Leiterin des Kindergartens Vitis. Die Nikolofeier habe im Kindergarten Tradition und es gebe auch keinen Grund das zu ändern. Beschwerden hätte es noch keine gegeben, ganz im Gegenteil: "Das wird auch von den Eltern und Kindern so gewünscht". Lediglich den Krampus spart man sich in Vitis, man setze auf den Nikolo als "positiven Erzieher", erklärt die Kindergartenleiterin. Ob es sinnvoll ist die Martinsfeier auf ein Lichterlfest umzubenennen? "Wer teilnehmen will nimmt teil, wer nicht, bleibt zuhause".

Ähnlich sieht man das im Kindergarten I in Waidhofen. Auf den Nikolo wolle man aus Tradition nicht verzichten. "Es ist ganz wichtig, dass die Tradition nicht verloren geht", so Leiterin Claudia Mader. "Und den Kindern taugt das total". Aber nicht nur die Kinder sind begeistert: der Vater einer Kollegin zieht sich jährlich das rote Kostüm und den Bart über und bringt den Kleinen Sackerl mit Überraschungen, die vorher von den Betreuerinnen hergerichtet werden. "Und den Großen taugt's auch", lacht Mader.

"Ja sicher soll der Nikolo kommen!"

Das Nikolausfest aus religiösen Gründen zu streichen kommt für Bürgermeister Robert Altschach nicht in Frage. "Ich bin froh, dass es bei uns nicht solche Auswüchse nimmt, da ist im Waldviertel die Welt noch in Ordnung. Traditionelle Feiern müssen unbedingt so bleiben". Einen Martinsumzug in ein Lichterfest umzutaufen oder den Adventmarkt in einen Wintermarkt umzubenennen kommt ebenfalls nicht in Frage: "Da wäre der Aufschrei verständlicherweise groß". In einem Punkt ist der Stadtchef aber kompromissbereit: ob jetzt das Christkind oder der Weihnachtsmann kommt sei ihm eher egal. "Obwohl mir das Christkind schon lieber ist."

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