Die Legende der Anker-Brüder - und ihre neue CD

Matthias Ledwinka: Mastermind und Drummer
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  • Matthias Ledwinka: Mastermind und Drummer
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DOBERSBERG. Eine Vorgeschichte: Als Matthias Ledwinka im Alter von 15 Jahren vom Urlaub mit seinen Eltern nach Hause kam, saßen drei Mittzwanziger (Bruder Peter Böhm, Bald-schon-Schwager Arnold Zanon und Freund Joachim Berger) am Esstisch, deren gemeinsame Band eben den Verlust eines Drummers zu beklagen hatte. Kurzerhand wurde Matthias als neuer Schlagzeuger rekrutiert und das Projekt „True Anchor Bros.“ getauft.

Zwar verschwand der Name schon während der Aufnahmen zum ersten Album im Austausch gegen „Lo-KATE“ (ja, dieses Kästchen gehört hierhin, wurde aber von Veranstaltern und Presse prinzipiell ignoriert), er blieb aber in den Köpfen als Quasi-Motto über die nunmehr zwei Jahrzehnte seit diesem schickalshaften Ereignis bestehen. 20 Jahre später machen die Anker-Brüder (das klingt jetzt ein wenig nach Backstube) immer noch gemeinsam Musik, wenn auch in neuen Konstellationen. Die Versuche diese in einen Text zu gießen, arteten in wissenschaftliche Abhandlungen mit viel zu vielen Namen aus und wurden daher aus der Endversion dieser Zeilen herausgekürzt. Eine simple Besetzungsliste links unten für besonders Neugierige sollte ausreichen.

Des Pudels Kern

Die nun vorliegende „True Anchor Bros. EP“ ist ein Destillat aus den neuesten Songs der vier Musiker, ergänzt durch Sergeant Pluck himself-Drummer Josef Anibas. Es handelt sich hier also weder um B-Sides noch um einen Ideen-Mischmasch, sondern um ein bewusst erschaffenes Mini-Album mit spürbarem rotem Faden aber abwechslungsreichem Inhalt. Wer will, kann neben den ureigenen Stilelementen von Lo-KATE, Mr Green my saviour und Sergeant Pluck himself auch immer wieder Anspielungen auf geliebte gemeinsame musikalische Helden finden. Dazu müssten einem allerdings Namen wie Salvador Dream, King‘s X, Shiner und Rival Schools etwas sagen und oft sind die augenzwinkernden Huldigungen so gut verpackt, dass nicht mal die eigenen Bandkollegen sie ohne Hilfe entdecken.

Suche nach der Schublade

Aber es geht in dieser EP auch nicht um versteckte Zitate und Vergangenes, sondern eben um ein Getränk, hergestellt aus über zwanzig Jahre gereiften Zutaten, das einem vielleicht derzeit unpopulären aber breit gefächterten Genre huldigt, der Gitarrenmusik – wobei die Bezeichnung eigentlich bestenfalls irreführend ist. Denn nicht die Gitarre steht im Mittelpunkt, sondern vielmehr sind hier die beteiligten Grund-Instrumente, also Gitarre, Bass, Stimme und Schlagzeug gleichwertig in die Komposition gewoben. Das steht wohl im Kontrast zur Pop-Musik, in der die Stimme meist über allem steht, aber den Songs dieser EP den Pop-Appeal abzusprechen, wäre eine Fehleinschätzung. Pop-Appeal im Sinne von schönen Melodien sind eigentlich der Kern, gepaart mit prägnantem Rhythmus. Þórarinn „Toti“ Guðnason von der isländischen Band Agent Fresco hatte einst gemeint: „Eigentlich suchen wir immer die Schönheit“. Dies gilt uneingeschränkt auch für die Songs der True Anchor Bros. Und Schönheit ist in vielen Aspekten zu finden. In Einfachheit, in Komplexität, in Harmonie und Disharmonie. Produziert wurde die EP von Matthias Ledwinka in dessen Studio im Waldviertel. Alexander Lausch (die beiden arbeiten seit fast 15 Jahren auch gemeinsam in der Band LAUSCH) übernahm das Mastering.

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