Ein Tag mit dem Elektroauto: Mit viel Spaß und ein paar Hürden in die Zukunft

Jürgen Wais kommt aktuell mit dem Bestellen von E-Autos kaum nach.
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  • hochgeladen von Peter Zellinger

WAIDHOFEN. Wie Waldviertel-tauglich sind Elektroautos? Wir machen den Test und kurven mit dem e-Golf durch den Bezirk.

Es war gar nicht so einfach überhaupt noch einen Termin für eine Rundfahrt mit einem E-Auto zu bekommen. Für 60 Euro kann man aktuell eines der Strom-Mobile sechs Tage lang testen. Die Nachfrage ist groß, wie Jürgen Wais vom gleichnamigen Autohaus in Waidhofen bestätigt. "Viele, die den e-Golf testen, wollen ihn gleich behalten", so Wais. Aktuell kommt man mit dem Bestellen kaum noch nach, etwa alle sechs Wochen findet der Test-Golf einen neuen Besitzer. Das könnte auch am Preis liegen: als Vorführwagen ist der Rabatt attraktiv und so wechselt das fast nagelneue Auto um etwa 33.000 Euro den Besitzer. Der Listenpreis kratzt demgegenüber an der 40.000 Euro-Marke.

Alle technischen Stückln

Dafür spielt der e-Golf auch alle Stückln, wie sich im Test zeigen wird. Die Zentralkonsole erinnert stark ein Tablet aus dem Hause Apple und dient nicht nur als zentrale Steuerung für alle Komfortfunktionen wie Navi, Radio oder Klimaanlage, sondern informiert uns auch über den Batteriestatus, Rekuperation und berechnet sogar wie stromeffizient wir aktuell unterwegs sind. Sogar eine Art Computerspiel ist eingebaut, bei dem wir für besonders effiziente Fahrweise mit Punkten belohnt werden. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber für Technik-Freaks wie unsere Tester ein satter Pluspunkt.

VW gibt die Reichweite mit 300 Kilometern an, in der Praxis dürfte diese aber bei etwas über 200 Kilometern liegen. Wir schnurren also los. Was uns auffällt: Nichts. Kein Geräusch verlässt den Motorraum und wir fragen uns, ob der Golf überhaupt schon läuft. Tut er, wie in beherzter Tritt auf das Gaspedal bestätigt. Aber die anfängliche Verwirrung ist normal, hat uns der Autohaus-Chef vorgewarnt. 

Fahren macht richtig Spaß

Der 136 PS-Motor verrichtet seinen Dienst, wie für E-Autos üblich, recht zackig. Nach wie vor ist es für unser Tester ungewohnt keinen Leistungsabfall durch Kuppeln und Schalten zu spüren. Im Freiland macht der e-Golf dann auch den meisten Spaß: die Beschleunigung ist jedem Verbrenner in dieser Leistungsklasse haushoch überlegen und wir zischen manchmal zu schnell über die Bundesstraße, weil wir es gewöhnt sind, nach Gehör zu fahren. Der Luxus sich auch bei höheren Geschwindigkeiten normal unterhalten zu können ist ein weiteres sattes Plus.

Problem: Ladeinfrastruktur

Natürlich wirkt sich unsere Fahrweise auf die Reichweite aus und wohl weil uns die Erfahrung fehlt, suchen wir eine Tankstelle. Nun ist das im Raum Karlstein schwierig. Also werfen wir das Navigationssystem an und lassen uns zur nächsten Tankstelle bringen. Also zurück nach Waidhofen. Am Campingplatz soll es eine Ladestation geben, doch finden lässt sie sich nicht. Zufällig treffen wir eine andere E-Auto-Fahrerin, die aber ebenfalls nichts von einer angeblichen Ladesäule weiß. Also auf zum Rot-Kreuz-Haus, wo sogar ein Platz frei wäre. Die Ladezeit gibt VW mit 45 Minuten für 80 Prozent an. Brauchen wir dann aber doch nicht: die paar Kilometer zum Autohaus Wais schaffen wir auch so. Das Lade-Fazit: Noch ist im Bezirk die Ladeinfrastruktur - vor allem im Norden - noch sehr schwach, aber das sollte sich in den kommenden Jahren ändern.

Alltagstauglich? Ja, aber...

Ist ein E-Auto als alltagstauglich? Ob ein Stromauto das Richtige ist, hängt stark vom individuellen Fahrverhalten ab: zwar werden Elektroautos immer kosteneffektiver, je mehr man fährt, aber Langstrecken-Pendler werden mit der Reichweite aktueller Modelle immer noch nicht glücklich. Für Menschen, die einen kurzen Weg in die Arbeit haben, oder Pendler, die täglich nur zum Bahnhof fahren, ist ein Elektroauto sicher besser geeignet. Voraussetzung ist aber eine Ladestation zuhause. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, hat mit einem E-Auto ein hervorragendes Zweitfahrzeug für Kurzstrecken - das darüber hinaus noch jede Menge Spaß macht.

Unser Tipp: einfach sechs Tage selber testen!

1.000 Euro sparen mit den Bezirksblättern

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