Heftige Anrainer-Kritik an "Kettensägen-Massaker"

Beim Kriegerdenkmal kam die Motorsäge zum Einsatz.
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THAYA. "Da machen wir ständig Werbung für das Waldviertel und dann sowas". Der Ärger mancher Anrainer in Thaya ist groß. Der Grund: Nach dem Unwetter Anfang August hat jetzt der große Kahlschlag eingesetzt: Allerorts wurden alte Bäume gefällt - sogar neben dem Kriegerdenkmal. "Das ist doch übereilte Panik", so ein Anrainer, der gleich noch einen Verdacht äußert: "Die guten Stämme hat man schnell weggebracht, die morschen sind publikumswirksam liegen geblieben". Beim Kriegerdenkmal, der Dreifaltigkeitssäule, dem Sportplatz bei der Johanneskapelle und im Kindergarten wurden die alten Bäume gefällt. In der Gartenzeile wurden ebenfalls zahlreiche Linden umgeschnitten. Schon wird in Thaya gewitzelt ob man die Straße denn jetzt nicht umbenennen muss, denn mit einem Garten habe der derzeitige Zustand nicht viel gemein.
"Das ist doch ein Frevel, man hätte auch einen Experten kommen lassen können, der sagt welche Bäume gut und welche schlecht sind, aber der Bürgermeister hat einfach alle umschneiden lassen", so ein Bewohner Thayas.

Bürgermeister Eduard Köck versteht die Aufregung nicht: "Ich habe noch keine einzige negative Stimme gehört". Vielmehr sei, nachdem herabfallende Äste schwere Schäden angerichtet hatten, Gefahr im Verzug gewesen, so der Ortschef, vor allem da es sich um überalterte Bäume gehandelt habe. "Die Leute haben uns angerufen und darum gebeten, dass wir die Bäume wegschneiden", erklärt Köck gegenüber den Bezirksblättern. Vor allem in der Gartenzeile sei die Angst der Anrainer groß gewesen. "Teilweise sind riesige Äste heruntergefallen", erklärt Köck. Tatsächlich wurde das Kreuz beim Sportplatz zerstört und mehrere Gartenzäune in Thaya schwer beschädigt."Die Frage ist, wer übernimmt die Verantwortung, wenn etwas passiert?", fragt Köck. "Wir können ja nicht warten bis alles hin ist!". Laut Köck soll es jetzt Nachpflanzungen geben. "Der Dorferneuerungsverein wird sich Gedanken machen", verspricht Köck.
Einen ganz anderen Verdacht äußerte eine Passantin während des Bezirksblätter-Lokalaugenscheins: "Man will im Herbst einfach nur das Laub nicht wegräumen."

Motorsägeneinsatz auch In Waidhofen und Karlstein

Wie die Bezirksblätter berichteten musste auch in der Nordpromenade in Waidhofen zur Motorsäge gegriffen werden. Drei der denkmalgeschützten Linden kippten während des Sturms einfach um, während fünf weiter so stark getroffen wurden, dass ihre Wurzeln nicht mehr fest im Erdreich hielten.
Auch in Karlstein mussten die Bäume der Mühlbach-Allee ihr Leben lassen: Hier war aber keine Unwetter verantwortlich. Der Kahlschlag war hier für den Hochwasserschutz notwendig.

Autor:

Peter Zellinger aus Waidhofen/Thaya

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