Lagerhaus Waidhofen feiert volles Jahrhundert

Die Funktionäre des Lagerhauses Waidhofen vertreten 2.564 Mitglieder.
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Vor einem Jahrhundert aus der Not geboren ist das Lagerhaus heute ein moderner Betrieb, der in Waidhofen vor einem großen Sprung nach vorne steht.

WAIDHOFEN. Betritt man aktuell das Gelände des Lagerhauses Waidhofen, fällt einem vor allem die gewaltige Baustelle rund um den bestehenden Baumarkt auf. Hier werden Millionen in den Ausbau eines ganzen neuen Betriebsgebietes in Waidhofen investiert, sogar eine eigene Straße wird dafür errichtet. Der Teil des Lagerhauses ist ein um 5.000 Quadratmeter wachsender Baumarkt, der vor allem dem Trend zum Garteln nachkommt und sich an Häuslbauer und Heimwerker richten wird, wie Geschäftsführer Wolfgang Schüller bei einer Führung erklärt.

Der Gastwirt als Gründer

Mit dem Ausbau handelt es sich um die Spitze einer 100-jährigen Entwicklung, die unter völlig anderen Bedingungen ihren Anfang nahm. Im Jahr 1919 war die Monarchie zerfallen, das Land vom Krieg erschüttert, es regierte der Schleichhandel. Es war der legendäre Gastwirt Johann Haberl aus Waidhofen, der eine bäuerliche Genossenschaft gründete.

"Hart war sein Handeln, gerecht war sein Auftreten", hieß es über den Waidhofner, der den Grundstein für die 100-jährige Erfolgsstory des Lagerhauses legte. Der Rest ist Geschichte: Später schlossen sich die Lagerhäuser in Waldkirchen, Raabs und Waidhofen zu einem Verbund zusammen. Heute sind 240 Mitarbeiter für das Lagerhaus Waidhofen tätig, die einen Umsatz von 73,7 Millionen Euro erwirtschaften. 2.564 Mitglieder sind in der Genossenschaft organisiert, die von 50 Funktionären vertreten werden.

"Verrückte G'schichtn"

War früher der Zweck des Lagerhauses einen starken Verbund für Bauern zu stellen und gleichzeitig Großabnehmer derer Produkte zu sein, so hat sich das Bild heute gewandelt, wie Schüller erklärt. "Auch in Zukunft wird der Agrar-Sektor eine große Rolle spielen, aber wir werden noch stärker diversifizieren, wie wir das gerade mit unserem Baumarkt und dem Gewerbe wir Dachdeckerei, Spenglerei, Zimmerei oder unseren sechs Auto- oder Landmaschinenwerkstätten zeigen", so der Geschäftsführer.

Dabei schreckt man auch nicht vor "einigen verrückten G'schichten" (Zitat: Schüller) zurück. Früher sorgte man für Aufsehen, als man im Lagerhaus-Markt neben Getränken auch Computer verkaufte. So kam übrigens Langzeitobmann Albin Haidl-Trümel zu seinem ersten Rechner, wie er selbst gerne erzählt. Heute spielt man im High-Tech-Sektor mit und bietet beispielsweise Schädlingsbekämpfung per Drohne an, die vollautomatisch Kapseln mit Schlufwespenlarven über Feldern abwirft und so den Maiszünsler bekämpft. Außerdem fördert der RWA-Verbund Start-Ups aus der ganzen Welt - von der Nährstoffanalyse bis zur Insektenzüchtung.

Party zum 100. Geburtstag

Wie weit man in zehn Dekaden gekommen ist, zeigt Lagerhaus Waidhofen übrigens am 9. Juni am Gelände in Waidhofen den Besuchern. Ab 9.30 Uhr beginnt die 100-Jahr-Feier mit einem Festakt bevor sämtliche Leistungen der Genossenschaft präsentiert werden - besonders Mutige dürfen sich am Bullriding und im Schießkino versuchen. Wer es gerne gemütlicher mag, kann im Sortiment des Baucenters stöbern: Vom Rasenmäher bis zum Griller ist alles dabei. Natürlich steht auch das Silomuseum offen.

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