Land kippt Windparks im Bezirk

W.E.B-Vorstandsvorsitzender Andreas Dangl und sein Unternehmen investieren nach dem Windkraft-Stopp in Deutschland. "Das Waldviertel wurde wieder einmal stiefmütterlich behandelt", teilte das Unternehmen mit.
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  • Foto: Doris Bretterbauer
  • hochgeladen von Peter Zellinger

BEZIRK. Bei einer Pressekonferenz am Mittwochvormittag gab Landesrat Stephan Pernkopf die Streichung von 15 Zonen für Windparks bekannt. Drei davon betreffen den Bezirk Waidhofen. Darunter sind der Predigtstuhl, der Sieghartsberg und Ludweis. Damit bleiben in der Region nur zwei potentielle Flächen übrig: Nämlich jene in Waidhofen-Land und in der Grenzregion zwischen den beiden Gemeinden Karlstein und Dobersberg. An diesen beiden Standorten sollen laut einem Beschluss der Kleinregion vorerst keine Windparks entstehen. Nach derzeitigem Stand dürfte im Bezirk also in Zukunft nur in der Wild Strom aus Windenergie produziert werden. Dort haben die Gemeinden Ludweis-Aigen, Göpfritz und Brunn eine Kooperation geschlossen.

Bürgermeister Gerald Matzinger war in einem ersten Gespräch mit den Bezirksblättern selbst völlig von der Streichung des Windparks auf seinem Gemeindegebiet (Groß Siegharts) überrascht: "Für uns als Gemeinde ist das ein Rückschlag. Das Land setzt sich über eine Volksbefragung hinweg. Da frage ich mich ob das der richtige demokratische Zugang ist". Außerdem stört Matzinger die Informationspolitik: Der Windpark wurde wegen "fachlicher" Gründe gestrichen. Eine Antwort, was denn genau gemeint sei, steht bis dato aus. "Wozu wähle ich noch Gemeinde- und Stadträte und einen Bürgermeister, wenn man nicht einmal in Kenntnis gesetzt wird", ärgert sich der Stadtchef. In Groß Siegharts hatte sich die Mehrheit von 56 Prozent der Wahlberechtigten für die Nutzung der Windkraft ausgesprochen.

Pfaffenschläger investieren stattdessen in Deutschland

Bei der W.E.B Windenergie aus Pfaffenschlag ist man ebenfalls wenig begeistert: "Wir bedauern die Entscheidung den Predigtstuhl als potenzielles Gebiet für Windkraft herauszunehmen sehr. Wieder wurde eine große Chance für den Bezirk Waidhofen und die darin lebenden Menschen vertan", erklärte Unternehmenssprecher Gerald Simon gegenüber den Bezirksblättern "Die W.E.B betrifft das weniger, die geplanten fünf Anlagen, die in einer ersten Ausbaustufe auf dem Predigtstuhl geplant gewesen wären, werden jetzt woanders gebaut. Im Moment unterschreibt W.E.B-Vorstand Frank Dumeier Verträge in Deutschland. Die fünf Anlagen kommen jetzt halt nicht in den Bezirk Waidhofen, sondern nach Deutschland", so Simon.

"Bezirk wird benachteiligt"

"Es ist schade, dass in einer strukturschwachen Region wie dem Waldviertel, ein Bezirk noch besonders benachteiligt wird. Der Windkraftausbau im Bezirk Waidhofen scheint gelaufen", so Simon. Gleichzeitig kündigt der Sprecher an, dass die W.E.B wird nur mehr projektieren werde, wenn es konkrete Pläne gibt und die Unterstützung aus der Region kommt. Die "Projektpipeline" des Windkraft-Unternehmens sei voll und die Umsetzung, deshalb müsse sich auch niemand Sorgen machen, aber: "Um das Waldviertel, das in seinen Entwicklungsmöglichkeiten wieder einmal stiefmütterlich behandelt wurde", erklärt Simon.

W.E.B-Vorstandsvorsitzender Andreas Dangl und sein Unternehmen investieren nach dem Windkraft-Stopp in Deutschland. "Das Waldviertel wurde wieder einmal stiefmütterlich behandelt", teilte das Unternehmen mit.
Der Bezirk Waidhofen bleibt vorerst ohne Windpark: Die beiden verbliebenen Flächen sollen nicht bebaut werden. Die Standorte Bründlberg, Sieghartsberg und Ludweis-Aigen wurden gekippt.

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