Ortskaiser-Rabatt für teure Luxusautos

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BEZIRK (geo/pez). Fährt Ihr Orts-chef neuestens einen Luxusschlitten der Marke BMW? Wir kennen möglicherweise einen der Gründe dafür: Bürgermeister und Vizebürgermeister erhalten aufgrund einer Sondervereinbarung des Österreichischen Gemeindebundes mit der Nobelmarke „höchst interessante Nachlässe auf den Großteil der BMW-Modellpalette“. So steht’s im Bürgermeisterbrief (siehe rechts), unterzeichnet von Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer und Generalsekretär Robert Hink. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um kein Angebot für Dienstautos, sondern um ein „funktionsgebundenes Angebot für die private Nutzung und Zulassung“, wie dem Schreiben zu entnehmen ist. Alles, was man als Ortschef dafür tun müsse, sei, den BMW-Händler „seines Vertrauens“ zu kontaktieren und schon gibt’s die Luxuskarosse zum Schnäppchenpreis. Das bestätigt man auf Nachfrage der Bezirksblätter beim Gemeindebund: „Aktive Bürgermeister und Vizebürgermeister erhalten 20 Prozent Rabatt.“ Und das übrigens schon das zweite Jahr hintereinander ... Ein tolles Angebot, sollte man meinen. Trotzdem: Nicht alle Orts-chefs begrüßen es. Gerade in Zeiten einer Affäre Strasser, in denen man mit Händen und Füßen um mehr politische Sauberkeit ringt, sorge ein solches Angebot für eine äußerst schiefe Optik.

Gemeindevertreter des Bezirks wenig begeistert
Der Gemeindebund habe andere Aufgaben zu erfüllen, als fragwürdige Rabattaktionen auszuhandeln, hört man hinter vorgehaltener Hand und mancher Bürgermeister ist ganz offen wenig begeistert: „Selbst mache ich von derartigen Angeboten keinen Gebrauch und glaube, dass die Aussendung aber zweifellos eine schiefe Optik mit sich bringt“, sagt etwa der Groß Sieghartser Ortschef und SPÖ-Gemeindevertreter Maurice Androsch. „Ich bin davon überzeugt, dass unsere Gemeindemandatare um ihre Verantwortung Bescheid wissen und die Seriosität von Angeboten abzugrenzen im Stande sind.“ ÖVP-Gemeindevertreter Reinhard Deimel sieht die Sachlage ganz ähnlich: „Ich halte solche Angebote gerade in diesen Zeiten für kontraproduktiv.“ Beim Gemeindebund versteht man die Kritik nicht. „BMW hat uns und nicht umgekehrt kontaktiert. Wir wären ja dumm, ein solches Angebot nicht auszuschicken.“

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