Arbeitsmarktbilanz: 1.240 Menschen fanden im Bezirk einen Job

AMS-Geschäftsstellenleiterin Edith Zach zieht eine erfolgreiche Bilanz 2018.
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WAIDHOFEN. Die Arbeitsmarktbilanz 2018 kann sich sehen lassen: Mit einem Minus von 11,4 Prozent gelang ein massiver Rückbau der Arbeitslosigkeit - und das in allen relevanten Zielgruppen. Gleichzeitig werden nach ersten Berechnungen 2018 voraussichtlich mehr als 1.240 Personen aus dem Bezirk ihre Jobsuche mit einer Arbeitsaufnahme beenden. Zugleich wurden mehr freie Stellen inklusive Lehrstellen, die dem AMS im Bezirk Waidhofen bekanntgegeben wurden, mit einer Arbeitskraft oder einem Lehrling besetzt als 2017.

Das Jahr 2018 hat – so wie es derzeit aussieht – auch die Erwartungen von Wirtschaftsforschern übertroffen. Rechnete das Institut Synthesis noch Anfang des Jahres mit einem Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent, so wird das BIP in diesem Jahr voraussichtlich mit einem Plus von 3,0 Prozent abschließen. Die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung sorgte für eine nachhaltige Nachfrage nach Arbeitskräften. 

Rund 1.243 Jobsuchende aus dem Bezirk Waidhofen werden 2018 ihre Arbeitslosigkeit mit einer Arbeitsaufnahme beenden, bestätigt Geschäftsstellenleiterin Edith Zach gegenüber den Bezirksblättern die ersten Berechnungen des abgelaufenen Jahres. Bedingt durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit (und damit weniger potenzielle Bewerbern) sind das etwa gleich viele wie 2017.

Gleichzeitig werden fast 860 freie Stellen und Lehrstellen mit einer passenden Arbeitskraft oder Lehrling besetzt sein – ein Rekord seitdem die Daten elektronisch erfasst werden und ein Plus von etwa 1,4 Prozent der (Lehr-)Stellenbesetzungen gegenüber dem Jahr 2017.

Doppelt so viele Sperren

„Wir konnten Jobsuchenden ein deutlich umfassenderes Vermittlungsangebot machen als in den Jahren davor. Wer sich um eine zumutbare Stelle nicht beworben oder ein passendes Schulungsangebot nicht angenommen hat, musste daher mit Konsequenzen rechnen, nämlich der befristeten Sperre der finanziellen Leistung nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz“, macht die Geschäftsstellenleiterin Edith Zach deutlich. In rund 40 Fällen hat das AMS heuer das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe gesperrt. Damit haben sich die Sperren gegenüber dem Jahr 2017 mehr als verdoppelt.

Dafür ist besonders der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit erfreulich. Im Jahr 2018 ist es gelungen, die Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen im Bezirk Waidhofen/Thaya mit einem Minus von 23,7 Prozent wieder deutlich zu senken. Von der günstigen Entwicklung am Arbeitsmarkt haben auch Personen profitiert, die bereits ein Jahr oder länger vom AMS Waidhofen betreut werden. Mit einem Minus von 19,5 % wird hier die Arbeitslosigkeit auf voraussichtlich 111 langzeitarbeitslose Personen im Jahresdurchschnitt sinken.

• Minus 10,2% bei Personen ohne bzw. mit geringer Ausbildung: Die gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften machte sich auch bei Personen mit vergleichsweise niedriger Ausbildung bemerkbar. Bei Jobsuchendenden, die maximal einen Pflichtschulabschluss vorweisen können, gelang der Rückbau der Arbeitslosigkeit um -10,2% auf voraussichtlich jahresdurchschnittlich 253 Personen. Allerdings: 42% der arbeitslosen Kundinnen und Kunden des AMS haben nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss.

• Mehr als jede/r 3. Arbeitslose im Bezirk über 50 Jahre: Die Zahl der jahresdurchschnittlich arbeitslosen Personen der Generation 50+ ist zwar im Vergleich zum Vorjahr um knapp 1,7% zurückgegangen (auf 280 Personen), dennoch sind 42,2% aller Arbeitslosen 50 Jahre oder älter. Bei 42,6% der KundInnen des AMS Waidhofen/Thaya standen gesundheitliche Probleme einer raschen Jobvermittlung im Wege.

Der positive Trend setzte sich auch im Dezember fort. Im Bezirk waren Ende 883 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Minus von 54 Personen oder minus 5,8 Prozent  gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Das Aus- und Weiterbildungsprogramm des AMS nutzen 92 Personen. Damit sind Ende Dezember in Summe 975 Menschen entweder arbeitslos vorgemerkt oder in Schulungsmaßnahmen des AMS Waidhofen/Thaya, um 8,6% weniger als im Vorjahr. 

Männer profitieren von der derzeitigen Arbeitsmarktentwicklung nach wie vor stärker (-9,7 Prozent). Bei den vorgemerkten Frauen ist ein geringer Zuwachs zu verzeichnen (+1,2 Prozent). Bei den Älteren (50plus) ist die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich um 7,7 Prozent (+25) auf 351 gestiegen. 


"Sehr erfreulich ist nach wie vor die Steigerung bei den offenen Stellen im Bezirk. Gegenüber dem Vorjahr ist hier ein Plus von 36 Jobvakanzen zu verzeichnen. Den arbeitsuchenden Personen stehen somit 103 Stellen im Bezirk zur Verfügung", berichtet Zach.

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