Arbeitsmarkt-Bilanz
Niedrigster Stand an arbeitslosen Personen seit 1989

AMS-Chefin Edith Zach

So wenige Arbeitslose gab es im Bezirk Waidhofen zuletzt vor 30 Jahren. Auch 2020 sollten die Arbeitslosenzahlen nicht dramatisch steigen.

WAIDHOFEN. 622 Personen sind im Jahresdurchschnitt im Bezirk Waidhofen ohne Job - ein historischer Tiefststand. AMS-Chefin Edith Zach analysiert das abgelaufene Jahr für die Bezirksblätter: „Die Arbeitsmarktbilanz 2019 übertrifft die Erwartungen aus dem Vorjahr deutlich. Der Bestand an arbeitslosen Personen reduzierte sich gegenüber 2018 um 4,2 Prozent und entwickelte sich damit wesentlich besser als ursprünglich erwartet."

So sank die Zahl der langzeitarbeitslosen Personen um 7,4 Prozent: Von der günstigen Entwicklung am Arbeitsmarkt haben auch Personen profitiert, die bereits ein Jahr oder länger vom AMS Waidhofen betreut werden. Der Bestand dieser Personengruppe ist gegenüber dem Vorjahr um 7,4 Prozent gesunken.

622 Personen waren im Jahresdurchschnitt 2019 arbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 4,2 Prozent und den niedrigsten Bestand an arbeitslosen Personen seit 30 Jahren.

Auch die Zahl der Arbeitslosen mit einem Pflichtschulabschluss als höchste Ausbildung geht deutlich zurück.  Mit rund 250 arbeitslosen Personen, die maximal einen Pflichtschulabschluss vorweisen können, ist im Vergleich zum Jahr 2018 ein Rückgang von 3,6 % zu verzeichnen.

Frauen und ältere Personen profitieren weniger stark

Die Zahl der Frauen, die beim AMS Waidhofen/Thaya arbeitslos gemeldet sind, sank im Vergleich zu 2018 um „nur“ 2,8 Prozent auf jahresdurchschnittlich 276 Personen. Bei Frauen ab 50 kam es 2019 sogar zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der in dieser Altersgruppe arbeitslos gemeldeter Frauen erhöhte sich um 3,5 Prozent auf jahresdurchschnittlich etwa 120.

Die Zahl der arbeitslosen Personen der Generation 50+ ist im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um 0,4 Prozent gesunken (auf 281 Personen). Damit sind rund 44 Prozent aller Arbeitslosen 50 Jahre oder älter. Bei 46 Prozent der Kunden des AMS Waidhofen standen gesundheitliche Probleme einer raschen Jobvermittlung im Wege.

Doch wie geht es 2020 weiter? Grundsätzlich geht man beim AMS von einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig aber wachsenden Beschäftigtenzahlen aus. „Die Arbeitslosenquote in Niederösterreich wird sich im kommenden Jahr auf dem derzeit niedrigen Niveau stabilisieren und die Beschäftigtenzahlen werden trotz moderatem Wirtschaftswachstum steigen. Allerdings nicht mehr so deutlich wie 2019“, so die Prognose der Geschäftsstellenleiterin des AMS Waidhofen Edith Zach. Sie rechnet damit, dass die Zahl der Jobsuchenden im Vergleich zur 2019 etwas steigen, jedoch knapp unter dem sehr guten Ergebnis von 2018 liegen wird.

Wirtschaftsforscher rechnen damit, dass im Jahr 2020 das Bruttoinlandsprodukt bei etwa plus 1,4 Prozent liegen wird - ein moderates Wirtschaftswachstum, ähnlich dem des Jahres 2019. „Zwar bremst die internationale Konjunktur Österreichs Wirtschaft, andererseits wirkt die starke Inlandsnachfrage in kommenden Jahr wachstumsstabilisierend“, so Zach.

Ausweitung des Arbeitskräfteangebots setzt sich fort

Die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Arbeitskräften und der Zustrom von Arbeitskräften vor allem aus der EU wird das Arbeitskräfteangebot weiter ausweiten. Das AMS NÖ erwartet 2020 688.200 Personen, die dem niederösterreichischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Gegenüber 2019 bedeutet das eine Steigerung um etwa ein Prozent oder 7.000 zusätzliche Arbeitskräfte.

2020 wird die schwächer werdende Arbeitskräftenachfrage niederösterreichischer Unternehmen das zusätzliche Angebot an Arbeitskräften nicht mehr vollständig aufnehmen können. Das AMS NÖ rechnet im kommenden Jahr mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 2,2 Prozent (+1.100 Personen) auf 51.900 Personen.

„Das weiterhin steigende Arbeitskräfteangebot wird sich in Verbindung mit der Verlangsamung des Tempos, mit dem niederösterreichische Unternehmen neue Arbeitskräfte aufnehmen, auf den Arbeitsmarkt niederschlagen und für eine leicht steigende Arbeitslosigkeit sorgen“, stellt Zach fest.

Ausbildung hat oberste Priorität

Die AMS Waidhofen/Thaya Geschäftsstellenleiterin über die Schwerpunkte im kommenden Jahr:
„Vorrang hat die rasche und konsequente Vermittlung. Damit decken wir den Fachkräftebedarf der Wirtschaft und hemmen Langzeitarbeitslosigkeit. Wir werden in hochwertige Ausbildungen investieren, um die Jobchancen von Menschen zu verbessern, die keinen geeigneten Arbeitsplatz finden. Einen weiteren Schwerpunkt setzen wir bei der Betreuung von Kundinnen und Kunden die 50 Jahre und älter sind. Vor allem Frauen sind in dieser Altersgruppe aufgrund des steigenden Pensionsantrittsalters zunehmend von Arbeitslosigkeit betroffen. Mit einem nö-weit flächendeckenden Netz an neuen Beratungs- und Betreuungseinrichtungen unterstützen wir langzeitarbeitslose Personen, sich wieder in Richtung Arbeitsmarkt zu orientieren und auf einen beruflichen Wiedereinstieg vorzubereiten. Wir lassen niemanden im Stich.“

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