Arbeiterkammer
Pandemie stellt Waldviertler Arbeitswelt auf den Kopf

Jürgen Binder, Christian Hemerka, Michaela Schön, AK-Vizepräsident Michael Fiala und Michael Preissl.
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  • Jürgen Binder, Christian Hemerka, Michaela Schön, AK-Vizepräsident Michael Fiala und Michael Preissl.
  • hochgeladen von Peter Zellinger

Die Coronakrise wirbelt die Arbeitswelt durcheinander. Die Arbeiterkammer zeigt anhand dreier Beispiele, wie Betriebe und Arbeitnehmer vor gewaltigen Herausforderungen stehen.

GMÜND. Die Coronakrise stellte nicht nur Unternehmen vor gewaltige Herausforderungen, auch Arbeitnehmer waren mit drohendem Jobverlust, Einkommensverzicht oder Unsicherheit, wie es im Unternehmen weiter geht. So geschehen im Bezirk Gmünd, als einem Textilunternehmen die Aufträge wegbrachen. Der Chef entschied sich, sich von den Mitarbeitern zu trennen und meldete die Beschäftigten beim AMS und sprach die Kündigung aus. Darunter waren auch mehrere Betriebsratsmitglieder sowie Mitarbeiter in Elternteilzeit. Diese wandten sich an die Arbeiterkammer Gmünd. "Trotz mehrfacher Gesprächsversuche seitens der Arbeiterkammer und der zuständigen Fachgewerkschaft wurden die Kündigungen aber nicht zurückgenommen", so Bezirksstellenleiter Michael Preissl. Denn: Für die Kündigung von Betriebsratsmitgliedern braucht es zuerst die Zustimmung des Arbeits- und Sozialgerichtes. "Für die kündigungsgeschützte Mitarbeiterin in Elternteilzeit forderten wir die Zahlung der offenen Ansprüche ein", so Preissl. Mittlerweile hat der Betrieb übrigens eingelenkt, wie sich im Rahmen einer Pressekonferenz in Gmünd herausstellte.

Chefin erklärte Attest für ungültig

Die COVID-Pandemie hat das Arbeitsleben erheblich verändert und führte zu entsprechenden Verwerfungen. Ein Waidhofner Arbeitnehmer wurde gekündigt, als er vom Arzt als Risikopatient vom Dienst freigestellt wurde. Zuerst wollte ihm die Chefin zwei Wochen Urlaub abziehen, da sie das ärztliche Schreiben kurzerhand für ungültig erklärte. Der Arbeitnehmer wandte sich daraufhin an die Arbeiterkammer Waidhofen um sich beraten zu lassen. Dort stellte sich heraus, dass der Angestellte bereits seit 2014 Anspruch auf sechs statt nur fünf Wochen Jahresurlaub hat. "Dank unserer Intervention hat der Arbeitnehmer das ihm zustehende Geld bereits bekommen. Dieser Fall zeigt deutlich, wie wichtig arbeits- und sozialrechtliche Beratung und Unterstützung für die Mitglieder der AK ist", so Bezirksstellenleiter Christian Hemerka.

Kurzarbeit schützt vor Jobverlust

Auch in Zwettl war am Beginn des "Lockdowns" die Verunsicherung bei vielen Betrieben groß. Ein Zwettler Handelsbetrieb schlug seinen Beschäftigten vor, die Dienstverhältnisse einvernehmlich aufzulösen und Arbeitslosengeld beim AMS zu beantragen. Mehrmalige Gespräche mit der Arbeiterkammer Zwettl folgten und der Arbeitgeber konnte überzeugt werden, seine Mitarbeiter doch zur Kurzarbeit anzumelden. Ein gewaltiger finanzieller Vorteil für die Arbeitnehmer, wie Jürgen Binder von der Arbeiterkammer Zwettl erklärt. Denn das Kurzarbeitsgeld liegt zwischen 80 und 90 Prozent des Entgeltes, während das Arbeitslosengeld lediglich 55 Prozent beträgt."

Die Anfragen bei der Arbeiterkammer sind in der Coronakrise um etwa 50 Prozent gestiegen. 110.000 mal klingelte das Telefon oder es kam zu persönlichen Beratungen - teilweise waren die Telefone sogar am Wochenende besetzt um den Sorgen der Arbeitnehmer Herr zu werden.

Insgesamt haben die Bezirksstellen der Arbeiterkammer in den Bezirken Zwettl, Gmünd und Waidhofen rund 1,49 Millionen Euro erkämpft - meist ging es dabei um das Arbeitsrecht.

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