Faktencheck
So tief ist die Krise nicht

Bernadette Fraberger ist mit der Geschäftsentwicklung in ihrer Boutique zufrieden. Doch ist sie eine glückliche Ausnahme? Wir haben nachgefragt.
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  • Bernadette Fraberger ist mit der Geschäftsentwicklung in ihrer Boutique zufrieden. Doch ist sie eine glückliche Ausnahme? Wir haben nachgefragt.
  • Foto: Noé-Nordberg
  • hochgeladen von Peter Zellinger

Teilweise übertrifft die Wirtschaft schon jetzt die Zeit vor der Pandemie, auch, wenn die Krise nicht vorbei ist.

BEZIRK. Bernadette Fraberger ist in ihrer Boutique im Zentrum von Waidhofen guter Dinge: Das in die Gänge gekommene Veranstaltungsleben lässt auch die Nachfrage nach modischen Outfits steigen. "Ich kann mich momentan nicht beschweren und bin auch, was die Zukunft betrifft, positiv gestimmt."

Ist Fraberger eine Ausnahme? Sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise bereits überstanden? Zeit für einen Bezirksblätter-Faktencheck.

"Wann wir das Vorkrisen-Niveau erreichen, kann ich nicht sagen", so AMS-Chefin Edith Zach. "Denn, wir haben es bereits übertroffen." Aktuell gibt es mit 209 eine Rekordzahl an offenen Stellen - deutlich mehr als noch vor Beginn der Corona-Krise. Die Zahl der Arbeitslosen ist aktuell mit 425 auf einem Tiefststand, berichtet die Arbeitsmarkt-Expertin.

Bauwirtschaft boomt

Grund, in Jubel auszubrechen, ist das aber noch nicht. Denn aktuell sind viele Arbeitnehmer noch im Kündigungsschutz nach der Kurzarbeit. Erst das kommende Monat werde zeigen, ob die Firmen nach der Kurzarbeit Personal abbauen. Aber: Die derzeitige Lage stimme durchaus optimistisch. Gerade Industrie und Bauwirtschaft sind aktuell besonders auf der Suche nach geeignetem Personal.

Tourismus in guter Form

Doch zieht sich der Aufwärtstrend auch durch die gebeutelten Branchen wie den Tourismus? Ja, sagt man in der Tourismus-Hochburg des Bezirks, Raabs. Mehr als die Hälfte der rund 73.494 Nächtigungen gehen auf die Perle des Thayatals zurück. Die Nachfrage ist aktuell enorm. "Wir könnten das Hotel drei Mal anfüllen", sagt Franz Strohmer, Chef des Hotel Thaya im Zentrum von Raabs. Die Corona-Krise hat dort keine großen Dellen in den Besucherzahlen hinterlassen. Aber das Reiseverhalten ändere sich, so Strohmer. Inlandsurlaube und Kurztrips sind aktuell gefragter, so der Hotelier. Kopfzerbrechen bereitet Strohmer der Herbst, denn da macht man in Raabs das Geschäft mit Veranstaltungen oder im späteren Verlauf Weihnachtsfeiern - die steigenden Infektionszahlen lassen Befürchtungen von weiteren Beschränkungen wieder aufleben.

Kommt der Bezirk gut durch die Krise?

Marlene Böhm-Lauter ist selbst Unternehmerin aus Waidhofen und gleichzeitig Vorsitzende der örtlichen Wirtschaftskammer. Auch sie ist mit der Entwicklung zufrieden und verweist auf das Programm "Zurück nach vorne", bei dem Betriebe bei Digitalisierung, Regionalität, Mobilität oder Bildung unterstützt werden. "Der Zusammenhalt im Bezirk und in der Region sowie die besondere Flexibilität unserer Unternehmer lassen mich positiv in die Zukunft blicken.“

Bernadette Fraberger ist mit der Geschäftsentwicklung in ihrer Boutique zufrieden. Doch ist sie eine glückliche Ausnahme? Wir haben nachgefragt.
Marlene Lauter-Böhm, Wirtschaftskammer

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