28.06.2017, 14:47 Uhr

Thaya: Der Meister der Gitarren bekommt sein eigenes Museum

Eines von Haukes Lieblingsstücken - der 75-Jährige hat bislang rund 250 E-Gitarren gebaut.

Roland Hauke sucht immer noch die perfekte E-Gitarre. Sein Lebenswerk soll jetzt mit einem Museum gekrönt werden.

THAYA. Roland Hauke hat ein Ziel: er will die perfekte E-Gitarre erschaffen. Seine Fans werden sagen, er hätte das schon längst vollbracht. Hauke selbst ist aber immer noch nicht ganz zufrieden - dabei geht es nicht nur um den Klang. Jede Gitarre ist nicht nur ein Instrument, sondern ein Kunstwerk.

Alles begann in den 1960ern mit einer Fender Stratocaster. Hauke legte sich als junger Pädagoge diese Gitarre zu, stieß aber bald an die klanglichen Grenzen. Also zerlegte er sein Exemplar des legendären Gitarrenmodells. "Das Holz da drin war furchtbar", erinnert sich der gebürtige "Thayinger". Also begann er selbst herumzutüfteln, wollte den Klang verbessern und einfach mehr aus seinen Gitarren herauskitzeln. Über 50 Jahre später ist Hauke in Pension. Aber: "Der Irrsinn hört nie auf".

250 Gitarren hat Hauke bislang gebaut, keine gleicht der anderen, hergestellt werden sie in Handarbeit. Carbon, Kohlefaser, Aluminium verarbeitet der 75-Jährige - aber immer müssen die Gitarren aus Holz sein. Ein Modell besteht sogar aus 20.000 Jahre alter Eiche, die beim U-Bahnbau in Wien gefunden wurde.



Reich wurde der Thayinger mit seinen Gitarren nie - nur wenige Auserwählte wie der texanische Gitarrist Ulrich Ellison besitzen ein Exemplar. An die Arbeit geht Hauke mit einer ordentlichen Portion Perfektionismus. Jede Idee wird erst in detaillierten Zeichnungen festgehalten. Zwei Wochen lang arbeitet Hauke an einem Instrument. "Den eigentlichen Wert könnte man da nie verlangen".

Musikalisch würde "Papa Hauke" - wie ihn seine Schüler nannten - gerne wieder auf der Bühne stehen. "Ich suche dringend nach einigen talentierten Musikern. Die Gitarren stelle ich zu Verfügung!" Ob in ihm ein Rocker steckt? "Was heißt! Wir haben das damals erfunden!"

Eigenes Museum zur Krönung des Lebenswerks

Auch wenn die Suche nach der perfekten Gitarre weiter geht, sein Lebenswerk steht kurz vor der Krönung. Denn der Professor arbeitet an der Sanierung des ehemaligen Gasthauses Hauer mit. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde von der Gemeinde gekauft und soll unter anderem einen Nahversorger erhalten - und im ersten Stock ein Museum für Haukes Gitarren. Sein Wunsch: das Gebäude soll so authentisch wie möglich saniert werden. Ab dem kommenden Jahr beginnen die Arbeiten.

Bis dahin ist der 75-Jährige beschäftigt: er hat schon die nächsten Ideen für Gitarren.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.