23.03.2017, 15:14 Uhr

Kröten: Freiwillige helfen bei der Wanderung

Krötenretter im Einsatz: Anita Bauer, Christoph Dangl und Eveline Christian bewahren die seltene Knoblauchkröte vor dem Tod auf der Straße.

Wir bitten die Helden von Krot, Lurch, Molch und Co vor den Vorhang. Plus: Warum es jedem nützt, wenn viele Kröten die Wanderung überleben.

LOCHEN. Selbst wenn der Frühling derzeit noch mit dem ausklingenden Winter kämpft: Mitte März beginnt jedes Jahr die Krötenwanderung. Wie auch alle anderen Amphibien erwachen sie bei Temperaturen um die zehn Grad aus ihrer Winterruhe und beginnen die Wanderung zurück zu ihren Laichgewässern. Während die Kröten dem Ruf der Natur folgen, schneiden ihnen Straßen den Weg ab, was jedes Jahr unzählige Todesopfer fordert. Zahlreiche Tierfreunde versuchen daher mit Kübeln, Tunnelsystemen und Absperrungen für den Schutz dieser hilfsbedürftigen Tiere zu sorgen. Eveline Christian, Anita Bauer und Christoph Dangl und seine Töchter sind solche Helfer. Sie betreuen den Zaun beim Stadtteich zwischen Waidhofen und Brunn. Bereits am ersten Tag haben sie 41 Kröten und Lurche vor dem Tod auf der Straße bewahrt. Darunter sind auch viele seltene Knoblauchkröten.

Tagsüber wird der Zaun von der Straßenmeisterei Waidhofen betreut. Abends und am Wochenende übernehmen die freiwilligen Helfer. Sie bringen die Kröten nicht nur in Kübeln über die Straße, sondern dokumentieren auch welche Tierarten ihnen dabei unterkommen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Das Trio bittet um Rücksicht: sie sind oft auch noch spätnachts unterwegs um die Kübel zu kontrollieren. "Bitte liebe Autofahrer, passt auf!"

Die bis zu zwei Kilometer lange Krötenwanderung kann bis Ende April dauern. „Sollten Sie einer Kröte händisch über die Straße helfen wollen, machen Sie das bitte unbedingt vorsichtig, weil die Kleinen eine sehr sensible, leicht verletzbare Haut haben", so Pfotenhilfe-Obfrau Johanna Stadler. "Aber das Wichtigste ist: fahren Sie die nächsten Wochen insbesondere ab Dämmerungsbeginn vorsichtig. Unsere Kröten danken es mit der sehr effizienten Dezimierung von Gelsen, nämlich bereits im Larvenstadium und auch Nacktschnecken, was besonders Gartenfreunden wichtig ist!"
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