09.06.2017, 12:21 Uhr

Senioren am Steuer: "Schleicher regen mich auf!"

Alexander Hrauda hat die wilden Tage als Biker hinter sich. Mit 80 Jahren verzichtet er aber dennoch nicht auf seinen Pkw.

Senioren gehören statistisch gesehen zur Risikogruppe im Straßenverkehr. Doch wie geht es der Generation 70+ aus dem Bezirk hinter dem Steuer? Wir haben nachgefragt.

BEZIRK WAIDHOFEN. In Österreich weist die Gruppe der über 85-Jährigen gemessen an der Bevölkerungszahl die höchste Anzahl von tödlich Verunglückten im Straßenverkehr auf. Damit ist die Zahl der tödlich verunglückten fast doppelt so hoch wie in der Risikogruppe der 15-24 Jährigen, wie aus Daten des Verkehrsclubs Österreich hervorgeht. Wir haben die "Risikogruppe" der Senioren gefragt, wie fit sie sich noch für den Straßenverkehr fühlen - mit überraschenden Ergebnissen.

"Ohne Auto kommt man bei uns nicht weit"

Alexander Hrauda aus Groß Siegharts ist mit 80 Jahren noch immer beinahe täglich im Straßenverkehr unterwegs - und ihn ärgern ähnliche Dinge, wie man sie eher bei jüngeren Lenkern vermuten würde. Endlose 100-km/h-Beschränkungen auf Autobahnen und Schleicher, die mehr an der Gegend interessiert sind, als am Geschehen auf der Straße. "Die sind doch eine Gefahr für alle anderen und verleiten zum Überholen, wo man es besser nicht probieren sollte". Er wünscht sich für Senioren vor allem bessere öffentliche Verkehrsmittel: "Ohne Auto kommt man bei uns nicht weit. Da wird schon Einkaufen zum Problem", so der pensionierte Angestellte. Hrauda weiß wovon er spricht: nach einem Unfall verzichtete er zwei Jahre lang auf sein Auto und stieg auf öffentliche Verkehrsmittel um. Wegen der schlechten Verbindungen hat sich Hrauda aber wieder ein Auto zugelegt. Nur aufs Motorrad würde er sich jetzt nicht mehr setzen. "In den 60ern hatte ich eine richtig schnelle Maschine, das war schon was", schwärmt Hrauda.


Rücksichtslose Fahrer als Ärgernis

Ähnlich sieht das auch Egon Brunnhuber aus Waidhofen: die wilden Tage als Biker sind für den 81-Jährigen ebenfalls vorbei. Mit dem Auto ist er aber immer noch knappe 20.000 Kilometer im Jahr unterwegs. "Und ich fühle mich gut dabei", so Brunnhuber. Am meisten regen den ehemaligen Mechaniker besonders rücksichtslose Verkehrsteilnehmer auf. "Ich frage mich oft, wo da die Exekutive ist. Auf der Horner Strecke spielt es sich teilweise schon ganz schön ab". Den Zündschlüssel wegzulegen kommt für Brunnhuber nicht in Frage, aber: "In dem Moment, wo ich spüre, dass mir das alles zu viel wird und ich beispielsweise Verkehrszeichen nicht mehr rasch genug erkenne oder mich nicht mehr an die Vorschriften halten kann, dann ist es Zeit aufzuhören“. Lachender Nachsatz: "Dann fährt eben meine Frau Maria, die hilft ja schon jetzt ständig mit."

Für Senioren bietet das KFV eigene Mobilität-Workshops für die "Generation Lebenserfahrung“ an. Dabei werden selbstreflektierende und praxisnahme Themen rund um das Autofahren im Alter behandelt.

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Mag.iur.Helmut Böhm aus Waidhofen/Thaya | 13.06.2017 | 13:32   Melden
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